„Design aus dem Knast“ – Augsburger Allgemeine

Augburger Allgemeine

Gefängnis-Produkte sollen besser vermarktet werden

Bayerns Häftlinge arbeiten als Schlosser, Schneider oder in der Autowerkstatt. Die hergestellten Produkte sollen künftig vermarktet werden. Wäre da nur nicht dieses Imageproblem.

Von Sarah Ritschel

Martin Hauser* verbirgt sein Gesicht hinter einer Schutzmaske. Die Funken sprühen, als er sein Schweißgerät an das Stück Metall auf der Werkbank ansetzt. Hauser schweißt nicht die Gitter für sein eigenes Gefängnis, wie es Häftlinge in manchen bayerischen Justizvollzugsanstalten tun. Er arbeitet am Gestell für einen landwirtschaftlichen Anhänger. Ein Landmaschinenhersteller lässt diese in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Niederschönenfeld im Landkreis Donau-Ries produzieren.

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Koalitionsfreiheit hinter Gittern – 12.03. in Kassel

Arbeit und gewerkschaftliche Organisation unter den Bedingungen des Strafvollzugs

Rothe Ecke
Naumburgerstr 20a, Kassel
12. März 2015, 18 Uhr

Seitdem sich im Mai 2014 in der JVA Tegel eine Initiative gründete, die als nicht-rechtsfähiger Verein den Anspruch erhebt, jenseits der offiziellen Strukturen der Gefangenenmitverantwortung (§ 160 StVollzG) als neue Gefangenengewerkschaft die Interessen ihrer Mitglieder in Bezug auf das Arbeitsverhältnis und die Arbeitsbedingungen zu vertreten, kann die Gefangenen-Gewerkschaft als bundesweite Organisation (GG/BO) großen Zulauf verzeichnen. Von den Justizministerien und -behörden fordert sie u.a. die Anerkennung ihrer Tariffähigkeit, die Durchsetzung des gesetzlichen Mindestlohns in den Betrieben der Justizvollzugsanstalten und die Einbeziehung der Gefangenen in die Rentenversicherung. Gegen diese Forderungen haben sich Politiker_innen wie Berlins Innensenator positioniert und bestreiten, dass Gefangene statusrechtlich als Arbeitnehmer_innen gelten können, weil im Vollzug Arbeitszwang bestehe und sie daher kein Lohnarbeitsverhältnis eingegangen seien. Folglich könnten sie sich auch nicht auf die Tariffreiheit berufen und keinen Mindestlohn fordern.

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Presseerklärung der GG / BO

Punktsieg für die GG/BO

JVA-Leitung in Tegel rudert zurück

Auslegung und Verbreitung von Info-Materialien der GG/BO durch JVA-Bedienstete

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Leitung der JVA Tegel hat ihre bisher praktizierte Blockadehaltung gegenüber der Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO) an einem Punkt aufgegeben müssen. Sie ist nach einem Rechtsstreit mit der GG/BO im Rahmen eines Verfahrens vor der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Berlin dazu übergegangen, Info- und Werbe-Materialien des GG/BO-Sprachrohrs, „outbreak“, in den einzelnen Hafthäusern an für die Gefangenen allgemein zugänglichen Stellen auszulegen.

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Prison workers in Germany are organising

Equal Times

by Rachel Knaebel

When Oliver Rast, together with a fellow prisoner, created the prison workers’ organisation GG-BO (Gefangener Gewerkschaft-Bundesweite Organisation ˗ Prisoners’ Union- National Organisation) in May 2014, he did not expect it to grow so quickly.

Less than a year later, it has 400 members. Since completing his three-year sentence in September 2014, Oliver Rats has remained involved, from the outside.

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„Häftlinge wollen mehr Geld“ – Südfinder

Südfinder

suedfinder
Südfinder vom 25.02.2015 – Region Biberach

Kleine Richtigstellung: im Widerspruch zu der Behauptung des Anstaltsleiters der JVA Ravensburg, dass dort bisher „kein Insasse ein Interesse an der GG/BO bekundet“ habe, steht die Tasache, dass die GG/BO dort aktuell etwa 35 Mitglieder zählt.

„Vom Knast in die Altersarmut“ – BSZ

Bayrische Staatszeitung

Seit dem 1. Januar gilt der Mindestlohn, aber nicht für Gefangene – Rentenanspruch haben sie auch keinen

Angelika Kahl

Sie falten Staubsaugerbeutel, kuvertieren Werbematerial oder befüllen Plastikdosen mit Hühnerfutter. Gefangene der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stadelheim in München, Bayerns größtem Gefängnis, verrichten im Auftrag von insgesamt 36 Unternehmen verschiedenste Arbeiten. Für welche, ist geheim. Auch Fahrräder werden in den gefängniseigenen Werkstätten montiert, Rollstühle repariert und BlueRay-Laufwerke montiert. Der Verdienst: 8,96 bis 14,93 Euro am Tag – je nachdem, wie anspruchsvoll die Arbeit ist. Das macht einen Stundensatz zwischen 1,12 und 1,87 Euro.

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Stellungnahme des AkS zur Gründung der GG/BO

Arbeitskreis kritischer Strafvollzug e.V.

Offener Brief auf Anfrage der GG/BO

Wir begrüßen diese Gründung ausdrücklich. Wir haben selbst in den letzten Jahren immer wieder auf die höchst problematische Arbeitssituation im deutschen Strafvollzug hingewiesen und hier und da in der Unterstützung einzelner Gefangener auf eine zumindest etwas gerechtere Entlohnung hinwirken können. Das ersetzt natürlich nicht die notwendige grundlegende und seit Jahrzehnten überfällige Reform der Arbeitssituation in den Gefängnissen. Das in der Charta der Menschenrechte verankerte Recht auf Arbeit gilt für alle Menschen, gleichgültig welcher Herkunft sie sind, welcher Kultur sie angehören und ebenso für die Menschen in Gefängnissen wie in Freiheit.

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