Until everyone is free.

GG/BO Soligruppe Nürnberg: Knastkundgebungen- und Spaziergänge finden traditionell an Silvester an vielen Orten in Deutschland statt. Auch in Nürnberg fand am 31.12 ein solcher Besuch vor den Knastmauern statt.

Zahlreiche Menschen kamen um 24 Uhr vor der U-Haft und dem Krankenflügel zusammen und skandierten Parolen, wie „Freiheit für alle Gefangenen“ oder „Wir sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen“. Garniert wurde das ganze mit zahlreichen Feuerwerkskörpern und Raketen, die ihren Weg über die Mauern fanden. Anschließend zogen die Menschen an der Knastmauer entlang zu den Hafthäusern des Regelvollzuges. Auch hier wurde eine Aufwartung mit Parolen und Feuerwerk für die Inhaftierten gemacht. Und auch hier, wie schon vor der U-Haft, blieb das ganze von drinnen nicht unkommentiert. Aus zahlreichen Zellen konnten Antworten und Zurufe gehört werden. Der Demozug konnte lautstark auf sich aufmerksam machen und fand positiven Anklang unter den Gefangenen.

Anschließend zogen etwa 60-80 Menschen um den Knast, um auch den übrigen Gefangenen ihre Solidarität zu zeigen und ihre Kraft zu schenken.

Nachdem der Knast und auch das Gericht hinter der Demo lagen, löste sie sich ein paar Seitenstraßen weiter auf.

Unseren Informationen zufolge, kamen alle solidarischen Menschen, die sich beteiligt hatten, ohne Schikane von Repressionsorganen weiter. Von der sonst omnipräsenten Staatsmacht in Nürnberg, war an diesem Tag nichts zu sehen. Während des Besuchs am Knast und dem anschließenden Zug wurde nicht ein einziges Polizeifahrzeug gesichtet.

Wir hoffen, dass es den Gefangenen gefallen und Kraft gegeben hat, auch soziale Kämpfe im Knast (weiter) zu führen.

Dafür lohnt es zu streiten!

Als keine Hintergundinformation zum Justizpalast Nürnberg; nach der Befreiung Deutschlands vom Faschismus fanden dort, im Saal 600, die berühmten „Nürnberger Prozesse“ gegen führende Köpfe des NS-Regimes, statt. Heute dienen die Räumlichkeiten dem Amts- und Landesgericht Nürnberg, im Altbau der JVA finden allerdings immer noch Führungen statt.

Nürnberg, 29. Januar 2019

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