Willkür und Machtmissbrauch im Fall Christopher Welsch – Ein Alarmruf aus dem Strafvollzug!

Die Gefangenen Gewerkschaft/Bundesweite Organisation (GG/BO) zeigt sich zutiefst erschüttert über die grausame Behandlung des thüringischen Gefangenen Christopher Welsch. Dieser Fall offenbart in schockierender Weise die Missstände im deutschen Strafvollzug, die durch Machtmissbrauch, Intransparenz und systematische Missachtung der Rechte von Gefangenen geprägt sind.

Elf Wochen in einer „Gitterbox“ – eine grausame Bestrafung ohne Legitimation

Christopher Welsch wurde in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Tonna elf Wochen lang in vollständiger Isolation unter menschenunwürdigen Bedingungen in einer sogenannten „Gitterbox“ gehalten. Zusätzlich musste er den Hofgang unter vollständiger Fesselung antreten. Diese Maßnahme, die den grundlegenden Prinzipien eines humanen Strafvollzugs widerspricht, ist mit nichts zu rechtfertigen. Sie stellt eine eklatante Verletzung von Menschenrechten dar und rückt den Strafvollzug gefährlich nah an die Definition von Folter.

Der Grund für diese drakonische Maßnahme? Ein Vorfall, der auf einem Krankenhausaufenthalt von Herrn Welsch im Juli 2023 im basierte. Nach einer Operation verlangte Herr Welsch rund 1,5 Stunden später zwei Scheiben Brot, da er Hunger verspürte. Der begleitende Beamte verweigerte dies unter Berufung auf angebliche medizinische Risiken. Als Herr Welsch reagierte, entwickelte sich eine verbale Auseinandersetzung. Erst nach der Intervention weiterer Beamter und Rücksprache mit dem Klinikpersonal erhielt Herr Welsch die Brotscheiben und beruhigte sich sofort.

Dennoch wurde dieser Vorfall Wochen später als „bedrohliches Verhalten“ gewertet und als Begründung für die extremen Maßnahmen in der JVA Tonna herangezogen. Dass ein Streit um zwei Scheiben Brot derart eskalieren konnte, offenbart nicht nur ein unverhältnismäßiges Vorgehen, sondern auch den Einsatz von Repression, um Gefangene zu disziplinieren und zu demütigen.

Willkürliche Verlegungen: Systematische Schikane statt Resozialisierung

Die systematische Missachtung grundlegender Rechte endet nicht bei der Absonderung in der „Gitterbox“. Trotz erfolgreicher Teilnahme an sozialtherapeutischen Gruppenprogrammen in der JVA Dresden, die deutliche Fortschritte in seiner Resozialisierung zeigten, wurde Christopher Welsch statt in eine sozialtherapeutische Anstalt (SothA) unter dem Vorwand einer „Sicherheitsmaßnahme“ in die JVA Bützow verlegt – 500 km entfernt von seiner Verlobten.

Die JVA Bützow bietet keine sozialtherapeutischen Maßnahmen an und macht durch die große Distanz den Kontakt zu seiner Verlobten nahezu unmöglich. Es entsteht der Eindruck, dass diese Verlegung gezielt dazu genutzt wurde, um die Beziehung des Paares zu sabotieren und jegliche soziale Bindung zu untergraben.

Ein strukturelles Problem: Der Strafvollzug als Ort des Machtmissbrauchs

Der Fall Christopher Welsch wirft ein Licht auf ein strukturelles Problem im deutschen Strafvollzug: Willkür und Machtmissbrauch scheinen eher die Regel als die Ausnahme zu sein. Die erneute Einstufung als Sicherheitsrisiko, die überzogenen Sanktionen und die widersprüchlichen Entscheidungen hinsichtlich seiner Verlegung zeugen von einer Justizverwaltung, die sich selbst kaum kontrolliert.

Die zuständigen Justizministerien müssen sich der dringenden Frage stellen, ob der Strafvollzug in ihrer Verantwortung noch den Grundsätzen des Rechtsstaats genügt.

Unsere Forderungen

Die Gefangenengewerkschaft/Bundesweite Organisation fordert:

  1. Sofortige Untersuchung der menschenunwürdigen Absonderung von Herrn Welsch in der JVA Tonna und die Ahndung der Verantwortlichen.
  2. Ein Ende der willkürlichen Sicherheitsverlegungen: Entscheidungen müssen transparent, objektiv und nachvollziehbar sein.
  3. Verlegung von Herrn Welsch in die sozialtherapeutische Einrichtung der JVA Waldheim, da diese mit ihrem Konzept seiner Entwicklung und seinem Resozialisierungsbedarf gerecht wird.
  4. Reform der Kontrollmechanismen im Strafvollzug, um Machtmissbrauch und rechtswidrige Maßnahmen zu verhindern.

Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.

10 Kommentare

    1. Wissen Sie was ,auch wenn mann versucht nett und lieb zu sein ,bassiert nichts.ich war in tonna hab selber alles gesehen in meine zeit wo ich dort wahr. Sind 2 leute gestorben wegen Drogen. Auf dem arbeit z.b Metall wo mann mit Maschinen arbeitet arbeiten leute unter Drogen . Ich war ein von denn der alles richtig gemacht hatt. Kein Streß und trotzdem kein Lockerung bekommen hat . Ob wohl erste mal in knast . Regelmäßig hat mich meine Frau mit zwei Kinder besucht . Meine Sache war von 2013 . In 2022 mußte ich in knast. Ob wohl ich Arbeit hatte. Bin verheiratet zwei Kinder. Und bin selbstsicher. . Trotzdem kein Lockerung. muss noch ein gutachter für geverlichkeit machen . )))))

    2. Der Typ der auf die frese bekommen hat ,hat seine Frau in der Zeit wo welche in knast war beraubt und geschlagen seine damalige Frau hatte Angst und hat keine Anzeige gemacht . Und jetzt an diese seiner. Der das geschrieben hatt. Das Alltag von Herr welch ist. Was wurdest du machen wenn jemand deine Frau beraubt und schlägt. ?
      Es gibt 100 te von Zeugen für welche das er eigentlich nett und lieb ist.er hat ganze Bibliothek gelesen . Aber die Beamter haben im uberal blockiert er darf nichts machen kein Arbeit keine Schule kein Sport nicht. Da wehre ich schon Tod.er ist sehr starke Mann er kämpft für Gerechtigkeit!Und für seine Rechte.

  1. Mich würde Interessieren ob die Presse vorher sich mal erkundigt hat wieviele Straftaten Herr W. gemacht hat und wie oft er im Gefängnis saß und Warum?
    Ich glaube das hat sie nicht gemacht sonst würden Sie sowas nicht Schreiben.

    1. Was hat das damit zu tun wie viel Straftaten Herr welsch gemacht hatt.weist ihr wie viel Straftaten Beamter in tonna machen?viel mehr .

  2. Welsch, ein typischer Fall für eine zkünftige Sicheheitsverwahrung. Und die wird kommen.
    Die gesamte Gesellschaft muss vor solchen Verbrechern und Ihren Anhängern geschützt werden!

    Kein Mitleid mit Schwerverbrechern!!!!!!!!!!!!

    Wegsperren und Schlüssel wegwerfen!

    1. Ja genau wenn. Und jetzt eine frage wenn du 11 wohen in ein Box sitz. Weißt du was mit deine Psychologie passiert . Rede nicht das was du nicht weiß .ich hab alles gesehen wie in tonna mit Gefangener umgehen.

  3. Ich habe das Video gesehen, doch GENAU wegen sowas MUSS man doch auch helfen wenn derjenige ENDLICH mal ANFÄNGT sich verändern zu wollen. Ich hätte 1000 mal mehr Angst ,so einem zu begegnen, vielleicht noch 10× mal schlimmer, wenn ihm keiner hilft UND DARF UND SOLL das System ,was uns Menschen SCHÜTZEN soll einfach NIX machen, weil es irgendwo ein Video gibt !?!?!

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