Fritz-Bauer-Preis 2016 für die Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation

Humaner Strafvollzug setzt stärkere Rechte für Inhaftierte voraus
Fritz-Bauer-Preis 2016 für die Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation

Festakt zur Verleihung des Fritz-Bauer-Preises 2016
an die Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation
Wann: Samstag, 17. September 2016 ab 19 Uhr
Wo: Künstlerhaus Hannover – Maestrosaal, Sophienstr. 2, 30159 Hannover
Der Eintritt ist frei.

Die Humanistische Union verleiht ihren diesjährigen Fritz-Bauer-Preis an die Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation. Sie würdigt damit deren Bemühungen um angemessene Standards der Gefangenenarbeit. Die Organisation setzt sich für die Anwendung des gesetzlichen Mindestlohns auf arbeitende Gefangene, für deren Teilnahme an der gesetzlichen Sozialversicherung und die volle Gewerkschaftsfreiheit für Gefangene ein. Sie wurde im Mai 2014 gegründet. Gegen große Widerstände in den Justizvollzugsanstalten versuchen die Initiatoren, die kollektiven Arbeitnehmerrechte der derzeit ca. 45.000 inhaftierten Beschäftigten in Deutschland zu stärken.

Werner Koep-Kerstin, der Vorsitzende der Humanistischen Union, begründet die Entscheidung: „Es gehört seit Jahrzehnten zu den selbstgesteckten Zielen des Gesetzgebers, dass das Leben im Vollzug den Lebensbedingungen in der Freiheit so weit als möglich anzugleichen sei. Davon sind wir in Deutschland weit entfernt. Sowohl die dürftige Entlohnung (weit unterhalb des Mindestlohns), wie auch die fehlenden  Beiträge zur Rentenversicherung stellen für die inhaftierten Arbeiter/innen eine doppelte Bestrafung dar. Es sind Bausteine für ihren Weg in die Altersarmut. Es gibt keine vernünftige Begründung, warum das so sein muss – außer der, dass sich an Gefangenen leicht sparen lässt, weil sie keine Lobby in der Öffentlichkeit haben.“ Mit der Vergabe des Fritz-Bauer-Preises erneuert die Humanistische Union ihre Aufforderung an die Justizminister der Länder, die im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Rentenversicherungspflicht eingesetzt haben: „Die Einbeziehung der Gefangenen in die Rentenversicherungspflicht darf nicht weiter aufgeschoben werden“, so Koep-Kerstin. „Die seit 1976 bestehenden Vorgaben des Strafvollzugsgesetzes sind endlich umzusetzen.“

Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 17. September 2016 um 19.00 Uhr in Hannover statt. Der Preis wird vom Sprecher der Gewerkschaftsinitiative, Oliver Rast, entgegen genommen. Die Laudatio hält die Strafrechtlerin und Kriminologin Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn von der Freien Universität Berlin. Prof. Johannes Fest, der langjährige Leiter des Bremer Straffvollzugsarchivs, erinnert an die bürgerrechtliche Kritik des Strafvollzugs.

Der Fritz-Bauer-Preis ist die höchste Auszeichnung der Humanistischen Union. Der ideelle Preis wird im Gedenken an Dr. Fritz Bauer, den 1968 verstorbenen hessischen Generalstaatsanwalt und Mitbegründer der Humanistischen Union verliehen. Der Preis wurde von der Humanistischen Union im Juli 1968, zwei Wochen nach dem Tod Fritz Bauers, gestiftet. Er wird derzeit alle zwei Jahre vergeben.

Mit der diesjährigen Verleihung kehrt der  Fritz-Bauer-Preis zu seinen Wurzeln zurück: Bereits die erste Vergabe des Preises 1969 an Helga Einsele war ein Signal für den dringenden Reformbedarf im Strafvollzug. Die damalige Begründung der Preisvergabe ist heute immer noch gültig: „Die HU wollte mit dieser … Vergabe des Fritz-Bauer-Preises zugleich die Öffentlichkeit aufmerksam machen auf die Dringlichkeit gerade der Reform des Strafvollzugswesens, das von der Gesellschaft und ihren Institutionen weitgehend noch stiefmütterlich vernachlässigt wird.“

Humanistische Union e.V.
vereinigt mit Gustav Heinemann-Initiative
– Bundesgeschäftsstelle –
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Tel: 030 – 204 502 56
Fax: 030 – 204 502 57

4 Kommentare

  1. Eine Super Sache das freut mich sehr,endlich ein weiterkommen,in der Tat.
    Ich bin sehr Stolz auf Dich Oliver Rast.
    Du bist unser “ Gründervater “ der GG/BO und Meister des Handel`s…
    Wir müßen jetzt endlich zusammen kommen!!!
    Ich kenn auch die Geschichte vom Fritz Bauer.Er sagte mal als er noch in seinem Amt als Generalstaatanwalt bei OLG in Frankfurt am Main war – “ Unter mir leben noch genug Mörder “ und sein Büro hatte er gans oben…

    Bravo Olie weiter sooooo….

    Gruß
    Der Rentner
    Jürgen Rößner
    Ps. Lang lebe die GG/BO und hoch unsere Solidaridät….

  2. Abgespeist mit Mindesleben hinter tausend Eisenstäben von Außenwelt gans abgespalten,sollen wir die “ Fresse “ halten.Wie ein Tier hier drin gehalten,ohne Anspruch und entrechtet vom System total geknechtet,ist man wirklich überzeugt das dass man wenn ganz tief uns beugt,unseren Willen gans vernichtet,wie die Tiere abgerichtet,zu willenlosen Sklaven macht langsam Leute falsch gedacht,die Würde wollt ihr uns hier nehmen dafür solltet ihr Euch schämen….
    “ Der Papst ist gegen Lebenlange Haft! Papst Franziskus hat sich für die Abschaffung der Todesstrafe ( Hessen gibt sie noch ) und gegen eine lebenslange Freiheitsstrafe ausgesprochen.
    Die lebenslange Freiheitsstrafe ist eine versteckte Todesstrafe,sagte er in Rom vor einer Delegation der internationalen Vereinigung von Strafrechtlern.
    Danach sagte,die Untersuchungshaft als “ eine Art illegale versteckte Strafe,die nur den Anschein von Legalität hat….

    Gruß
    Jürgen Rößner

  3. Ich werde auch kommen,mit meiner Frau.Die Fahrt dauert 3/3 viertlel Std von Frankfurt am Main aus.Ich freue mich schon sehr darauf Euch alle die meißten kennenzulernen.
    Bis bald,ach` könnte mir jemand die Wegbeschereibung ab Hannover zur Sopienstraße.2 senden,wäre sehr nett,danke!

    Herzliche Grüße an Alle…
    Jürgen & Frau Brigitte

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.