Drogen, Schnaps und Kinderpornos Die Tegel-Connection

Neue Vorwürfe in der Schmuggel-Affäre um Beamte der JVA-Tegel: 100 Justiz-Bedienstete sollen an den illegalen Geschäften beteiligt gewesen sein, berichtet ein Häftling. Bisher sprach die Justizverwaltung von nur einem Einzelfall (KURIER berichtete). Die Gefangenen-Gewerkschaft wirft dem Senat vor, einen Justizskandal vertuschen zu wollen.

Seit Jahren soll es die Knast-Connection geben. Etwa 100 JVA-Beamte wären am Schmuggel mit Waren aus dem Knast beteiligt, sagte Häftling Benjamin L. dem „Stern“. Er und Mithäftling Timo F. machten im September den Skandal im ZDF-Magazin „Frontal 21“ öffentlich.

Der Schmuggel lief angeblich über den Knast-Fahrdienst

Dem KURIER liegen Schreiben von Timo F. vor, in denen er berichtet, wie die Connection funktionierte. Der Schmuggel lief angeblich über den Knast-Fahrdienst. F. kam 2014 als Beifahrer dorthin.

Im Auftrag der Beamten sollten Knacki-Beifahrer Drogen, Alkohol, Handys, sogar Kinderpornos für andere Insassen in den Knast geschmuggelt haben. Pro „Bestellung“ gab es 70 Euro, die sich angeblich der Beamte mit dem Beifahrer teilte. Auch F. sollte mitmachen, weigerte sich. Ein JVA-Beamter (gegen ihn wird bisher als einzigen ermittelt), tauchte bei F.’s Verlobten Lisa auf, soll 500 Euro „Verdienstausfall“ verlangt haben.

Bei anderen Schmuggel-Touren war F. dabei. In über 40 Seiten ans LKA beschreibt er, wie sich JVA-Beamte an im Knast hergestellten Waren vergriffen. Matratzen wurden in der JVA-Arztstelle gegen Salben eingetauscht, die ein Beamter „für seine Fußballmannschaft“ brauchte. Für einen inzwischen verstorbenen Leiter einer anderen JVA soll ein Katzen-Kratzbaum um beiseite geschafft worden sein.

Sollte ein Justizskandal vertuscht werden?

F. schreibt: „50 Edelstahlgrills, unzählige Liegen, Stühle, Vitrinen, mindestens 50 Paletten Steine, 100 Möbel wurden pro Jahr von Beamten aus den Werkstätten gezockt. Ein Schaden im mittleren sechsstelligen Bereich.“ Die Beamten sollen die Sachen privat gebraucht oder über Ebay vertickt haben. „Timo F. informierte bereits im Januar über seinen Anwalt die JVA und die Senatsverwaltung über Mauscheleien“, so Oliver Rast von der Gefangenen-Gewerkschaft. „Da hätten die Behörden längst das LKA einschalten müssen und nicht erst im Mai. Der Verdacht liegt nahe, dass ein Justizskandal vertuscht werden sollte.“

Die Justizverwaltung weist dies von sich. „Es gab erst im Mai die griffigen Informationen, um das LKA einschalten zu können, was wir sofort taten“, sagt Sprecherin Claudia Engfeld. „Zu Vorwürfen gegen andere JVA-Beamte können wir nichts sagen. Die Ermittlungen laufen. Allerdings können Dienstleistungen der JVA von Mitarbeitern genutzt werden, die bezahlt werden müssen. Von dem Bezahlvorgang bekommen die Häftlinge in der Regel nichts mit.“

2 Kommentare

  1. Schmuggel ist doch schon normal,den was verdient ein Beamter oder “ Jungfuchs “ ( neuer Beamter )? Man sucht sich einen Frischling aus und macht ihm ein Angebot verbotene Dinge wie Drogen mit zubringen,der Preis etwa 1.000 Euro etc…
    Ich hatte in der JVA Schwalmstadt gleich zwei Beamte die “ geschleppt “ haben und alles was das Knackiherz begehrt.
    Es lebe der Knastschmuggel in der Tat….

    Gruß an Alle

    Jürgen

    1. Ich frage mich nur wann diese „Klaubeamten“ endlich den “ Friedensnobel-Preis “ ausgehändigt bekommen,für Jahrelanges -Schmugeln an dem Fiskus vorbei?
      Liefert diese mir doch aus,ich wüßte was ich mit denen zu machen habe… Amen…
      “ Auge um Auge, – Zahn um Zahn…“,so steht es im alten Testament geschrieben!!!

      In diesem Sinne

      Jürgen

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