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	<title>Du hast nach Tegel gesucht - Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</title>
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	<description>Volle Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern.</description>
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	<title>Du hast nach Tegel gesucht - Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</title>
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		<title>Erinnerung an Lara Melin und ihre wichtige Rolle nach der Gründung der Gefangenengewerkschaft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[tommy]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jan 2022 14:09:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[NON CLASSÉ]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir veröffentlichen im Folgenden dankend einen Text von Peter Nowak über Lara Melin, die 2014 nach Gründung der Gefangenen-Gewerkschaft in der JVA Tegel wichtige Unterstützungsarbeit geleistet hat. Sie ist vor zwei Jahren, im Dezember 2019, gestorben. Wir denken an sie und die Hinterbliebenen. Anfang Dezember 2019 ist die Fotografin Lara Melin nach längerer Krankheit verstorben....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/erinnerung-an-lara-melin-und-ihre-wichtige-rolle-nach-der-gruendung-der-gefangenengewerkschaft/">Erinnerung an Lara Melin und ihre wichtige Rolle nach der Gründung der Gefangenengewerkschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="entry-content">
<p><em>Wir veröffentlichen im Folgenden dankend einen Text von Peter Nowak über Lara Melin, die 2014 nach Gründung der Gefangenen-Gewerkschaft in der JVA Tegel wichtige Unterstützungsarbeit geleistet hat. Sie ist vor zwei Jahren, im Dezember 2019, gestorben. Wir denken an sie und die Hinterbliebenen.</em></p>
<p>Anfang Dezember 2019 ist die Fotografin Lara Melin nach längerer Krankheit verstorben. Ich behalte sie in Erinnerung als eine Frau, die solidarisch dafür gesorgt hat, dass die Gefangenengewerkschaft in den ersten Wochen nach ihrer Gründung draußen ein solidarisches Umfeld gefunden hat. Ich behalte sie in Erinnerung als Künstlerin, die mit der Ausstellung »Ode an einen Schandfleck« an die kurze Geschichte der Heidestraße gegenüber dem heutigen Hauptbahnhof als Kunstboulevard erinnerte. Die Rezension zu der Ausstellung aus dem Jahr 2013 kann hier nachgelesen werden: <a href="https://peter-nowak-journalist.de/tag/lara-melin/">https://peter-nowak-journalist.de/tag/lara-melin/</a></p>
<p>Ich habe mich nach zwei Jahren entschlossen, noch einige Erinnerungen an Lara Melin zu veröffentlichen, weil ich verhindern will, dass wie so oft auch in der Linken, die Arbeit von Frauen vergessen wird. Ich hatte zunächst angenommen, dass die später aktiven Genoss*innen der Soligruppe der GG/BO an Lara erinnern werden. Ich hatte aber vergessen, dass das Engagement in der außerparlamentarischen Linken oft kurzlebig ist. So ist wohl den meisten Aktiven Lara Melin gar nicht mehr bekannt. Und doch ist es wesentlich ihr zu verdanken, dass außerhalb der Knastmauern eine Solistruktur entstanden ist. Es war kurz nach der Gründung der Gefangenengewerkschaft, ich hatte einen ersten Artikel in der Taz veröffentlicht und die Gründungsmitglieder waren mit Zellenrazzien und drohender Kriminalisierung konfrontiert, als Lara mich und andere Interessierte ins Café Kant im tiefsten Berliner Westen einlud. Fortan gehörten diese Treffen für mehrere Monate zu meinen regelmäßigen wöchentlichen Terminen. Es ging darum, weitere Interessierte anzusprechen, sowie Kontakte zur Presse und zu potentiell unterstützenden Gruppen und Organisationen herzustellen und aufrechtzuhalten. Das war leichter gesagt als getan. Es bedeutet, Emails zu schicken, telefonisch nachzufragen und auf Plenas und Vollversammlungen aufzutreten. Lara hat diese Arbeit sehr ernst genommen, Ordner angelegt und sehr genau eingetragen, welche Kontakte es zu welchen Organisationen gegeben hat und welche Termine noch anstanden. Sie hat dann auch immer kurz vorher noch mal an die Termine erinnert. Ich war mit Lara u.a. bei einem Plenum der FAU, dem Erwerbslosenausschuss der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und bei Asten von Berliner Aktivitäten. Ich weiß, dass Lara noch viele weitere Termine hatte.</p>
<p>Die Arbeit war zäh, die berühmten unspektakulären Mühen der Ebene, aber sie war nicht erfolglos. So war es auch dieser Kleinarbeit zu verdanken, dass der erwähnte Erwerbslosenausschuss von Verdi (Berlin) mit zu den ersten Organisationen aus dem DGB-Spektrum gehörte, die die Gefangenengewerkschaft unterstützte und ihre Anerkennung als gewerkschaftliche Organisation forderte. Diese Öffentlichkeits- und Unterstützungsarbeit draußen war gerade in der Frühphase nach der Gründung der GG/BO wichtig, um eine Kriminalisierung der Kolleg*innen hinter Gittern zu verhindern. Es ist gelungen und Lara hat daran einen wesentlichen Anteil. Es ist mir auch deshalb ein Bedürfnis, daran noch mal zu erinnern, weil auch in linken Organisationen die Arbeit von Frauen allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz oft verschweigen oder kleingeredet wird. Oder ihr Anteil wird vergessen, weil er scheinbar nicht spektakulär genug ist. Ich weiß, dass Lara auch froh war, dass sich nach einigen Monaten in Berlin und anderen Städten ein Unterstützer*innenkreis der GG/BO gefunden hat und sich die Gewerkschaft auch in verschiedenen Gefängnissen etablieren konnte. Deshalb wollte sie sich zurückziehen und sich wieder stärker ihrer künstlerischen Arbeit als Fotografin widmen.</p>
<p>Das Interesse an der Kunst teilte ich mit Lara, so dass ich eine Solo-Ausstellung von ihr besuchte und besprach und auch andere Ausstellungen registrierte, in denen Lara mit Fotos vertreten war. Leider verhinderte die Krankheit, an der sie dann gestorben ist, dass sie ihre vielen künstlerischen Pläne, die sie hatte, verwirklichen konnte. Auf der Seite www.lara-melin.de [derzeit nicht abrufbar] können Ihre Arbeiten noch betrachtet werden.</p>
<p>Ich werde Lara in Erinnerung behalten als Künstlerin und sozial engagierte Frau.</p>
<p>Peter Nowak</p>
<p>Dieser Gastbeitrag erschien zuerst auf:<br />
<a href="https://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2021/12/12/lara-melin/">https://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2021/12/12/lara-melin/</a></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/erinnerung-an-lara-melin-und-ihre-wichtige-rolle-nach-der-gruendung-der-gefangenengewerkschaft/">Erinnerung an Lara Melin und ihre wichtige Rolle nach der Gründung der Gefangenengewerkschaft</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Tragisch: Fehlurteil und keine lebensrettende Versorgung. Telefoninterview mit Jutta Krebs</title>
		<link>https://ggbo.de/tragisch-fehlurteil-und-keine-lebensrettende-versorgung-telefoninterview-mit-jutta-krebs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[tommy]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jan 2022 19:12:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Krebs]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>akpradio Gastbeitrag: In der Sendung geht es um den langjährig beständigen Knastrebellen Andreas Krebs. Wir trafen 2014 auf ihn, als er die zunächst nur in Tegel gegründete lokale Gefangenengewerkschaft auf Bayern ausweitete, also zusammen mit André Moussa Schmitz für NRW zum Begründer der Bundesweiten Organisation GG/BO wurde. Im gleichen Jahr wurde er entlassen und beteiligte...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/tragisch-fehlurteil-und-keine-lebensrettende-versorgung-telefoninterview-mit-jutta-krebs/">Tragisch: Fehlurteil und keine lebensrettende Versorgung. Telefoninterview mit Jutta Krebs</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>akpradio Gastbeitrag:</p>
<p>In der Sendung geht es um den langjährig beständigen Knastrebellen<br />
Andreas Krebs. Wir trafen 2014 auf ihn, als er die zunächst nur in<br />
Tegel gegründete lokale Gefangenengewerkschaft auf Bayern<br />
ausweitete, also zusammen mit André Moussa Schmitz für NRW zum<br />
Begründer der Bundesweiten Organisation GG/BO wurde. Im gleichen<br />
Jahr wurde er entlassen und beteiligte sich von draußen an der<br />
Anti-Knast-Bewegung. Er hatte aber die „Führungsaufsicht an der<br />
Backe“, also die beabsichtigte weitere Kontrolle und Kommandogewalt<br />
durch Justizinstanzen. Der wollte er sich nicht untertwerfen, lebte<br />
zunächst unangemeldet klandesin, bis er nach Italien zog, um eine<br />
Zukunft aufzubauen.</p>
<p>Ein „Betriebsunfall“ bzw. eine Notwehrreacktion<br />
brachte ihn dort erneut in den Knast. Er „sitzt“ jetzt schwer<br />
krebskrank in Neapel, Urteil 24 Jahre. Er wird möglicherweise den<br />
Wiederaufnahmetermin seines Prozesses nicht mehr erleben. Aber er<br />
hat in der Haft ein Buch geschrieben: Der Taifun, Erinnerungen<br />
eines Rebellen. Die Erlöse und Spenden dienen der medizinischen<br />
Versorgung von Andreas Krebs.</p>
<audio class="wp-audio-shortcode" id="audio-6743-1" preload="none" style="width: 100%;" controls="controls"><source type="audio/mpeg" src="https://ggbo.de/wp-content/uploads/2022/01/Tragisch-Fehlurteil-und-keine-lebensrettende-Versorgung.-Telefoninterview-mit-Jutta-Krebs-Sendung-von-akpradio-vom-24.10.2021.mp3?_=1" /><a href="https://ggbo.de/wp-content/uploads/2022/01/Tragisch-Fehlurteil-und-keine-lebensrettende-Versorgung.-Telefoninterview-mit-Jutta-Krebs-Sendung-von-akpradio-vom-24.10.2021.mp3">https://ggbo.de/wp-content/uploads/2022/01/Tragisch-Fehlurteil-und-keine-lebensrettende-Versorgung.-Telefoninterview-mit-Jutta-Krebs-Sendung-von-akpradio-vom-24.10.2021.mp3</a></audio>
<p>Einige Links zur weiteren Information<br />
<a href="https://sabot44.org/2021/05/08/wie-ein-taifun-schlagartig-und-ohne-groses-blabla/">https://sabot44.org/2021/05/08/wie-ein-taifun-schlagartig-und-ohne-groses-blabla/</a><br />
<a href="https://andreaskrebs.blackblogs.org/">https://andreaskrebs.blackblogs.org/</a><br />
<a href="https://www.anarchistischefoderation.de/italien-andreas-krebs-braucht-dringend-unsere-solidaritaet/">https://www.anarchistischefoderation.de/italien-andreas-krebs-braucht-dringend-unsere-solidaritaet/</a><br />
<a href="https://barrikade.info/Andreas-Krebs-Kurze-Chronologie-des-Todes-hinter-Gittern-kein-Einzelfall-3679">https://barrikade.info/Andreas-Krebs-Kurze-Chronologie-des-Todes-hinter-Gittern-kein-Einzelfall-3679</a><br />
<a href="https://www.abc-wien.net/?tag=andreas-krebs">https://www.abc-wien.net/?tag=andreas-krebs</a><br />
<a href="https://de.indymedia.org/node/34296">https://de.indymedia.org/node/34296</a><br />
<a href="https://www.a-radio.net/schlagwort/italien">https://www.a-radio.net/schlagwort/italien</a></p>
<p>Der Beitrag erschien im Original an diesen Stellen:<br />
<a href="https://www.podcast.de/episode/587779013/tragisch-fehlurteil-und-keine-lebensrettende-versorgung-telefoninterview-mit-jutta-krebs">https://www.podcast.de/episode/587779013/tragisch-fehlurteil-und-keine-lebensrettende-versorgung-telefoninterview-mit-jutta-krebs</a></p>
<p><a href="https://akpradio.podspot.de/post/tragisch-fehlurteil-und-keine-lebensrettende-versorgung-telefoninterview-mit-jutta-krebs/">https://akpradio.podspot.de/post/tragisch-fehlurteil-und-keine-lebensrettende-versorgung-telefoninterview-mit-jutta-krebs/</a></p>
<p><b>Die Zeit wird knapp!</b></p>
<p>Dass Andreas Krebs sterbenskrank in Italien <i>(Neapel)</i> gefangen gehalten wird, setzen wir als bekannt voraus. In den vergangenen Wochen wurde Andreas nun auch von einem Deutsch sprechenden Arzt offiziell mitgeteilt, dass er sich in der letzten Phase seine Krebserkrankung befinde. Kurz danach hat die Anstaltsleitung (<i>Centro Penitenziario di Secondigliano</i>) Andreas nahe gelegt, einen Antrag auf Überstellung nach Deutschland (Berlin) zu machen. Das hat er nach Auskunft seiner Frau Jutta Krebs am 10.12.21 gemacht.<br />
Der Knast Secondigliano will anscheinend die Leiche nicht in den eigenen Mauern haben. Das gäbe ja wieder Nachrichten über den Jahre lang nicht medizinisch behandelten Gefangenen. Aber es ist dennoch auch das Interesse des Gefangenen, in seinen letzten Stunden, Wochen oder Monaten in der Nähe seiner Frau und seiner Unterstützenden zu sein.</p>
<p>Die deutschen Instanzen haben aber bisher keinen Finger gerührt, um dem skandalös behandelten rebellischem Gefangenen gegen Willkürmaßnahmen zu unterstützen. Sie sind selbst auch Agenten des nun inoffiziell ausgeübten Todesurteils.</p>
<p><b>Was können wir gemeinsam unternehmen, um eine möglichst schnelle Rückführung des noch Lebenden zu unterstützen? </b></p>
<p>Autonomes Knastprojekt<br />
(<a class="moz-txt-link-abbreviated moz-txt-link-freetext" href="mailto:autonomes-knastprojekt@riseup.net">autonomes-knastprojekt@riseup.net</a></p>
<p><b>Postanschrift:<br />
Krebs Andreas</b><br />
Sezione 3 Stanza 1<br />
S.A.I.<br />
Via Roma Verso Scampia 350<br />
CAP 80144 (NA)<br />
– ITALY –</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/tragisch-fehlurteil-und-keine-lebensrettende-versorgung-telefoninterview-mit-jutta-krebs/">Tragisch: Fehlurteil und keine lebensrettende Versorgung. Telefoninterview mit Jutta Krebs</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Demobericht 18.03. &#8211; Power durch die Mauer in Willich ?</title>
		<link>https://ggbo.de/demobericht-18-03-power-durch-die-mauer-in-willich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[GG/BO]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2021 06:48:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Nordrhein-Westfalen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Köln: Der &#8222;Tag der Gefangenen&#8220; fand diesmal in Willich nicht am 18.03., sondern am 21.03 statt. Da wir nicht wussten, ob und wie viel in Willich von den Gefangenen noch gearbeitet wird, werden darf, werden muss, &#8211; (je nachdem, wie mensch das sieht) &#8211; haben wir unsere Kundgebung auf den Sonntag gelegt. Wer...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/demobericht-18-03-power-durch-die-mauer-in-willich/">Demobericht 18.03. &#8211; Power durch die Mauer in Willich ?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Köln: Der &#8222;Tag der Gefangenen&#8220; fand diesmal in Willich nicht am 18.03., sondern am 21.03 statt. Da wir nicht wussten, ob und wie viel in Willich von den Gefangenen noch gearbeitet wird, werden darf, werden muss, &#8211; (je nachdem, wie mensch das sieht) &#8211; haben wir unsere Kundgebung auf den Sonntag gelegt.</p>
<p>Wer sind &#8222;wir&#8220;? Das ist ein Zusammenschluss von 3 Kölner strafvollzugs- und systemkritischen Gruppen: Solidarity 1803, Autonomes Knastprojekt und Gefangenengewerkschafts-Soli-Gruppe NRW (ggsoli-nrw). Wir waren schon öfter gemeinsam an den Mauern von Köln-Ossendorf und von Willich II.</p>
<p><span id="more-6622"></span></p>
<p>Zur Situation: Willich I ist die Anstalt für männliche Gefangene, Willich II für weibliche. Unterschiedliche Gebäude auf dem gleichen Gelände.  Es gab in den letzten 15 Jahren viele Umbauten auf dem historischen Gefängnisgelände, das etwas vergrößert wurde. Ein Ergebnis: der Neubau der Frauenanstalt (2009 fertig) ziemlich nah an einer Straße und knastüblicher Mauer. Gute Voraussetzung für Beschallung dieser Gebäude! Wir haben – schon früher und jetzt wieder &#8211; die Erfahrung gemacht, dass die gefangenen Frauen uns hören können und teilweise auf Parolen und Beiträge auch reagieren.</p>
<p>Wir machen keine breit gestreute Mobilisierung hin zu dem abgelegenen Ort am Niederrhein, bei dem früher keine Kundgebungs-Tradition bestand. Eine gute Lautsprecheranlage und 10 – 30 Leute genügen, um Kommunikation herzustellen.<br />
Dadurch haben die an der Kundgebung Teilnehmenden den Vorteil eines gemeinsamen Nenners, einer gewissen Übereinstimmung: Alle Gefangenen sind „politisch“! Weil die politischen = gesellschaftlichen Verhältnisse die Ausgrenzungs-Institution Gefängnis schaffen und aufrecht erhalten. Wir haben das Interesse, alle Gefangenen zu unterstützen, die nicht nach oben buckeln und nach unten treten. Also diejenigen, die sich der Macht und Willkür in Knästen nicht einfach beugen und die sich dabei solidarisch verhalten zu Mitgefangenen.</p>
<p>Das wurde auch diesmal an der Knastmauer bekundet. Und die Parolen sind dann: „Power durch die Mauer, bis sie bricht“, „Wie sind nicht alle, es fehlen die Gefangenen“, „Freiheit für alle Gefangenen“  und ähnliches – je nach Teilnehmenden &#8211; auf Spanisch, Türkisch oder anderen Sprachen. Diese Parolen werden teilweise von den Gefangenen aufgegriffen, gemeinsam &#8211; oder sich im Chor zwischen draußen und drinnen ergänzend &#8211; gerufen.</p>
<p>Dass wir verstanden wurden, war an solchen Reaktionen am 21.03. deutlich erkennbar. Und es gab erfreulich viele Reaktionen von drinnen!  Allerdings konnten wir viele eigenständige Rufe der Gefangenen nicht wirklich verstehen. Wir hörten halt engagierten Lärm, oft durcheinander und aus verschiedenen Häusern, aber halt doch zu leise für unsere Ohren an der Außenseite der Mauer.  So konnten wir kaum inhaltlich reagieren, außer den Gefangenen mitzuteilen, dass wir ihre Rufe hören und uns darüber freuen. Manchmal haben wir auch eingestanden, dass wir zwar hören, aber nicht wirklich verstehen können.</p>
<p>Die Kundgebung verlief mit mehreren Haltepunkten entlang der zugänglichen Knastmauer mit den (meist unverstärkten) Parolen, andererseits mit Musik und Reden aus dem Lautsprecher.<br />
Die Gruppe Solidarity 1803 hatte (auch) diesmal die Organisation der Veranstaltung übernommen und stellte die meisten Redebeiträge. Sie hatte z.B. eine mehrsprachige Vorstellung ihrer Gruppe aufgezeichnet. Diese spielten sie an mehreren Punkten ab, um sich für viele verständlich zu machen und zu zeigen, dass es auch um den Zusammenhalt der Gefangenen aus unterschiedlichen Herkunftsländern geht. Die Gruppe verkündete u.a., dass sie für Gefangene ein neues „EXTRABLATT“ (Nr.3)  hergestellt hat und diesen gerne zuschicken will. Aber GG-Soli-NRW und Autonomes Knastprojekt brachten sich auch dem eigenen Bedürfnis entsprechend ein.</p>
<p>Alle Gruppen betonten ihren Wunsch nach (mehr) wechselseitiger Verständigung und Kooperation über den einen „Tag der Gefangenen“ hinaus und beschrieben ihr eigenes Selbstverständnis. Anwesend und aktiv war auch eine entlassene ehemalige in Willich Gefangene, die Gewerkschaftsmitglied war und noch Kontakt zu GG-Soli hat. Ein Paar, das selbst Kontakte zu Gefangenen pflegt und auf die Bürgerfunk-Radiosendungen des Autonomen Knastprojektes aufmerksam wurde, war auch gekommen und mischte sich unterstützend ein.</p>
<p>Schlusspunkt der Kundgebung war das Haus des Offenen Vollzugs für Frauen, außerhalb der<br />
Knastmauer, aber direkt neben dieser. Da hingen Frauen aus mehreren Fenstern, winkten, gingen mit der Musik mit, äußerten auch Musikwünsche. Sie riefen, dass das derzeit gar kein Offener Vollzug sei, da sie durch Corona bedingt nicht draußen arbeiten können und ihnen die (sowieso begrenzte) Bewegungsfreiheit genommen ist. Und sie bedankten sich am Ende für unseren Besuch.  An dieser Stelle konnten wir uns also gegenseitig sehen und vieles – wenn auch nicht alles – von denen drinnen verstehen.</p>
<h3><em>Exkurs: </em></h3>
<p><em>GG-Soli unternahm an diesem Haltepunkt auch den Versuch, sich für ein paar Männer in Willich I, also hinter der Mauer, hörbar zu machen. Es besteht die schwache Hoffnung, das könne von dort möglich sein. Der alte Kreuzbau der Männer liegt überall weiter entfernt von der Mauer als das relativ neue Gebäude für Frauen. Der ist also mit einer Kundgebung kaum erreichbar. Trotzdem, in den Spitzen von zwei Gebäudeflügeln könnten Gefangene vielleicht ein paar Brocken aufschnappen. Sofern diese Flügel derzeit überhaupt belegt sind. (Weil auch im Männerbau umgebaut werden soll, gab es Verlegungen in andere Knäste.)</em></p>
<p><em>GG-Soli betonte, dass Willich I bundesweit das erste Gefängnis war, in dem sich Gefangene umgehend der in Berlin Tegel (2014) gegründeten Gefangenengewerkschaft anschlossen haben. Das geschah aufgrund der Initiative von André Moussa Schmitz, der auch GG-Sprecher für Willich I und Werbeaktivist für ganz NRW wurde. Das waren erste Schritte zur bundesweiten Organisation.<br />
Willich I war dann eine Zeit lang die größte Gewerkschaftssektion nach Tegel.  Als Schmitz nicht mehr in Willich war, fehlte der großen Gruppe ein Koordinator. Es gab kaum noch Rückkopplung an die Soli-Gruppe.<br />
Dies änderte sich erst, als „der Franz“ nach Willich kam. Es gab wieder Anmeldungen und Austausch.  Es bewegte sich wieder was. Doch Franz wurde schnell abgeschossen und verlegt. Er war wohl zu unbequem. Und danach war wieder Stille in Willich I.  Zumindest bekamen wir von draußen nichts mehr mit. Wir fragten also die Männer hinter der Mauer, ob sie nicht wieder einen neuen Aufbruch unternehmen wollen. Aber wahrscheinlich hat das niemand drinnen gehört.</em></p>
<p><em>Wir betonen, dass auch für uns von ggsoli-nrw das hauptsächliche Ziel der Wanderkundgebung in der Kommunikation mit den Frauen bestand. Auch dort gab es viele Gewerkschaftsmitglieder. Die spontane Rede an die verschollenen Männer war nicht geplant. Aber da die Kölner Soligruppe seit Mai, Juni 2014 besteht, leidet sie unter dem Zusammenbruch der früheren „Vorzeigesektion“ Willich I. Und da gab es halt auch die Versuchung, die Männer auf diese Vorgeschichte hinzuweisen.  Auch wenn das so wohl nicht funktioniert, sie zu agitieren &#8230;</em></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Positive Rückmeldungen hatten wir direkt bei der Kundgebung nur von den Frauen. Hoffen wir, dass zumindest einige, die laut und vielfältig auf unsere Kundgebung reagiert haben, jetzt wieder einen positiven Anschub bekommen haben. Denn auch bei ihnen lahmt die Selbstorganisation, seit die ehemaligen Sprecherinnen der GG und einige sehr aktive Gefangene nicht mehr im Knast sind. Und was nützt uns ein „Tag der Gefangenen“, wenn daraus nicht wieder eine bessere Kommunikation zwischen drinnen und draußen entsteht, das ganze Jahr über?  Doch diese Hoffnung ist da. Offensichtlich haben sich einige Frauen über den Besuch gefreut. Mal sehen, was draus wird!</p>
<p><em>GG-Soli-NRW<br />
aus Köln</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Die Kundgebung vom 21.03. war angemeldet. Wir waren 15 oder 16 Teilnehmende. Wir hielten Abstand. Alle trugen Masken, die für gefährdete Räume vorgeschriebenen sind. Ist doch lustig, wenn sonst Vermummung bei Kundgebungen verboten ist!<br />
Zwei kleine Polizeiautos begleiteten unseren Weg auf der ansonsten ziemlich ungenutzten Straße.  Es gab keine Zusammenstöße. Wir haben die Mauer nur mit Worten und Musik bombardiert.</p>
<p>Aber als wir gerade in Köln angekommen waren, rief die ehemals Gefangene im GG-Soli-Büro an, sie habe eine unangenehme Begegnung gehabt. Als sie an der S-Bahn Haltestelle stand, die sich in unmittelbarer Nähe des Knastgeländes befindet, sei sie von 2 Polizisten aufgefordert worden sich auszuweisen. Sie fragte warum, sie habe doch nichts getan. Protestierte etwas gegen die Belästigung. Sie sagte, ihr Zug komme gleich und zeigte … nicht ihren Personal-Ausweis, sondern ihre aus dem Automaten gezogene Fahrkarte.  Und tatsächlich näherte sich gerade dann der Zug. Die Polizisten drehten ab.<br />
Nachher erklärte mir ein anderer Kundgebungs-Teilnehmer, auch unsere Autos seien doch bis zur Autobahn „begleitet“ worden. Das hatte ich gar nicht bemerkt.<br />
Aber was sollte denn das? Trauten die uns zu, wir könnten die Mauer noch in der Nacht zum brechen bringen? Nee, nee, das braucht noch einige Zeit …</p>
<p><em>Eine naive Teilnehmerin  </em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/demobericht-18-03-power-durch-die-mauer-in-willich/">Demobericht 18.03. &#8211; Power durch die Mauer in Willich ?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Berichte aus dem Knast Moabit</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2020 14:11:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit in der JVA Moabit]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht von Gefangenen]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin Knastarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Doku C4F]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Moabit]]></category>
		<category><![CDATA[Repression in JVA Moabit]]></category>
		<category><![CDATA[Übergriffe JVA Moabit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines C4F Beitrags: „Der Wärterberuf ist ein Job für Faule, die unbedingt Beamte werden wollen und später für nichts eine fette Pension abkassieren. Das ist der reale Staat.“ Der Gefangene K. schildert in mehreren Berichten den Knastalltag in Moabit. Über die Willkür und Gewalt der Wärter*innen (= in den Berichten oft Schlusen genannt),...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/berichte-aus-dem-knast-moabit/">Berichte aus dem Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/07/18/berichte-aus-dem-knast-moabit/#more-386">C4F Beitrags</a>:</p>
<p><em>„Der Wärterberuf ist ein Job für Faule, die unbedingt Beamte werden wollen und später für nichts eine fette Pension abkassieren. Das ist der reale Staat.“</em></p>
<p>Der <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/06/21/radio-interview-mit-gefangenem-aus-moabit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gefangene K.</a> schildert in mehreren Berichten den Knastalltag in Moabit. Über die Willkür und Gewalt der Wärter*innen (= in den Berichten oft Schlusen genannt), die Ausbeutung der Gefangenen durch Knastarbeit, die massive Repression, die Missachtung der Belange der Gefangenen und daraus resultierende Gefühle eines Eingesperrten.</p>
<p><strong>Übergriffe durch Wärter*innen gehören zum Knastalltag</strong></p>
<p><em>„Der Einkauf ist für jeden Inhaftierten das Highlight der Woche. Was passiert, wenn der Einkauf aus Willkür fernbleibt, sah ich Samstag vor zwei Wochen. Stühle und Tische flogen aus der Zelle auf die Hausarbeiter [arbeitender Gefangener, Anmerk. C4F] und die Schlusen bei der Mittagsessenausteilung. Wie gut, dass dem Hausarbeiter nichts passiert ist. Als Dank dafür wurde dann derjenige, der seinen Einkauf nicht bekommen hatte, von den Schlusen in der Zelle vermöbelt und in den Bunker eingesperrt. Seitdem ist er nicht mehr auf unserer Station. Dies war nicht der erste Übergriff der Schlusen auf Inhaftierte. Wenn man sich wehrt, heißt es gleich der Gefangene hätte angefangenen und so wird man dann auch bestraft. Was ist die Stimme oder Aussagen eines Inhaftierten in der JVA gegen Beamte wert? Na nichts natürlich. Beamte dürfen alles gegen einen Bürger!!! Schweine!!! </em><span lang="de"><em>Die Schlusen denken echt sie wären Götter mit Schlüssel. Solche Dilemmer treiben mir nur noch mehr Wut und Hass gegen die Judikative in den Bauch.“</em></span></p>
<p><strong>Ausbeutung durch Knastarbeit</strong></p>
<p><em>„Ich habe mich noch einmal mit einem Hausarbeiter unterhalten… Er darf 5 -6 Tage in Moabit bei Lohnstufe 1 arbeiten. Mir liegt auch die aktuelle Lohntabelle aus dem Lichtblick vor. Ost Stundensatz 7,4 Std/ Tag 1,31 € und im Westen 1,39 € Stundensatz 7,4 Std/ Tag. Das nach 30 Jahren Deutscher Einheit. Das sind wir wert: zwischen 1,31-1,39 €. Wow! Aus glaubhafter Quelle sollen die Hausarbeiter im Tegel die Stufe 3 bekommen. Das sind laut Tabelle Ost 1,75 €, West 1,85 € bei 7,4 Std/ Tag. Also wird auch schon im Knast zwischen Tegel und Moabit unterschieden. Sorry, aber für nicht einmal 2 € die Stunde muss ich mir echt nicht das eckelhafte Gelaber der Schließer anhören, ihrer Willkür ausgesetzt sein, den Knast wischen und deren scheiß Häuser putzen. Vom Müll einsammeln, Essen austeilen und Angriffen der Mitinhaftierten ganz zu schweigen. Der besagte Kollege aus Tegel hat im Jahr über 3000 Std gearbeitet, ohne frei. Bis er sich auf das § 22 Arbeitsgesetz berufen hatte. Und siehe da, die Überstunden wurden gleich mit der Lohnstufe 5 bezahlt (Ost 2,19 €, 7,4 Std/ Tag; West 2,32 €, 7,4 Std / Tag). Dazu kamen noch andere Positionen. Diese alle auszurechnen wäre Zitat der JVA Tegel: ‚zu unfangreich gewesen‘. Z.e. aber bekam er 5.000 € Schweigegeld und sollte auf deutsch die Fresse halten. Unser dumme Staat verstößt in einer staatlichen Einrichtung gegen Gesetze und fördert das auch noch. Ein Hoch auf unsere ungerechte Justiz und den Vollzugsversager Dr. Behrendt. Arschloch!!!“</em></p>
<p><strong>Belange von Gefangenen: missachtet oder mit Repression beantwortet<br />
</strong></p>
<p><em>„Wollte mich mal wieder melden aus dem Ferienlager der Justiz Moabit. Jeden Tag gibt es hier was Neues. Logik ist hier fehl am Platz. Die Logik rennt Tag für Tag um die Mauern der JVA herum und schafft es nicht in die JVA. Wenn Dummheit wehtun würde, gäbe es hier ein MANV (Massenanfall von Verletzten) in der JVA unter den Schlusen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Meine Stimmung im Moment ist sehr schwankend. Von Hass und Wut gegen die Judikative bis hin zur Trauer, Verzweiflung und Angst. Echt zum kotzen! Wegen der mangelhaften medizinischen Behandlung und Betreuung beschwerte ich mich bei der Ärztekammer Berlin. Diese schrieben mir zurück, ich solle mich an die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung wenden. Dieses tat ich und bekam am 09.06.2020 sowie am 25.06.2020 Antworten von Frau G., sie leitet meine Beschwerden weiter an die zuständige Leitung der Medizin im JVKB und an die JVA Moabit. Diese werden sich bei mir melden. Macht ja auch wieder viel Sinn. Ich beschwere mich über die JVA Moabit bei der nächst höheren Stelle mit der Bitte um Klärung und die geistreichen Beamten schicken es an die angeprangerte JVA. Klar, dass sich die JVA Moabit positiv äußern wird und sich alles zu Recht drehen wird. Wie immer! So viel zum Thema, dass die Beschwerden der Inhaftierten gehört werden. Auch verstößt die JVA seit einem Monat gegen das Patienten Rechtgesetz und den § 630g BGB. Sie dürfen Gesetze missachten und brechen. Selbst einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts wird hier ignoriert. Aber wenn der kleine dumme Bürger gegen etwas verstößt, dann ist das Geschrei groß und es wird gegen uns durchgegriffen. Das ist Deutschland! Schande!“</em></p>
<p>Mittlerweile schrieb K. auch schon eine dritte Beschwerde an die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, bei welcher er Einsicht in seine sogenannte „Patientenakte“ fordert.</p>
<p><em>„Am 01.07.2020 antwortete mir ein Herr Bluhm mit folgenden Wortlaut: ,Nur bei Vorliegen eines berechtigten Interesse, können aus der Gesundheitsakte Einträge in kopierter Form ausgehändigt werden. Sollten sie ein solches berechtigtes Interesse haben, bitte ich um Darlegung desselben.‘ Was hält man davon? Für mich ist Herr Bluhm ein gesetzesresistenter Beamter, der die Rechtsprechung des PatRG, des BGB sowie Beschlüsse des BVerfassungsgerichtes ignoriert und sich eigene Gesetze bastelt. Woher nimmt sich der Herr die Frechheit raus zu sagen, dass mir nur bei berechtigtem Interesse ein Auszug zustehe? Wo bitte steht das geschrieben? Möchte ich sehen. Im Gegenteil, dem Patienten ist gem. § 630g Abs.1 Satz 1 BGB auf Verlangen unverzüglich Einsicht in die betreffende Patientenakte zu gewähren. Komme mir hier vor wie im Kindergarten!“</em></p>
<p>K. schrieb außerdem eine Beschwerde wegen der schlechten Lebensmittelversorgung.</p>
<p><em>„Die Retourkutsche war heute Abend [13.07.20] eine Zellendurchsuchung und Leibesvisitation. Die Suite sah danach aus wie ein Schlachtfeld.“</em>, so die Angehörigen.</p>
<p><strong>Knastgefühle</strong></p>
<p><em>„<span lang="de">Es ist sehr schwül und an die 30°c warm. Die Luft steht in der Suite und das merkt man auch. Das Wasser läuft dem Rücken herunter und man darf nur 2 x die Woche duschen… Verschwitzt und klebrig übers Weekend, währenddessen man am Fenster steht und frische, staubfreie Luft schnappt. Es ist gerade Gewitter und ein toller Moment entsteht, wenn sich ein Regentropfen auf die Haut und Gesicht verirrt. Ein echt schöner Moment. Aber die Gedanken weiter bei der Freundin, die gerade bei meinen Eltern zu Besuch ist. Die Besuch meiner Freundin am Freitag, ein Tag zuvor, sollte nie zu Ende gehen. Aber nach 1 Stunde hieß es ‚kommen Sie bitte zum Schluss‘… Traurigkeit und Betrübtheit machten sich breit…Der Staat löst in uns Minderwertigkeitskomplexe aus und lässt uns an allem </span>zweifeln. Entlassen werden wir als menschliche Häufchen Elend und sind zu nix mehr zu gebrauchen. Justizzombies halt. Werden wir nach der Entlassung die <span lang="de">Fußabtreter der Gesellschaft sein? Ich schäme mich ein Deutscher zu sein.“</span></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/berichte-aus-dem-knast-moabit/">Berichte aus dem Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2020 14:06:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung Jetzt!]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte von Gefangenen]]></category>
		<category><![CDATA[Brand im Bau]]></category>
		<category><![CDATA[Doku C4F]]></category>
		<category><![CDATA[Feuer in JVA Moabit]]></category>
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		<category><![CDATA[JVA Moabit]]></category>
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		<category><![CDATA[Tod Marokkaner Berlin JVA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines C4F Beitrags: Am 23.07.20 starb ein weiterer Gefangener im Knast Moabit. In Leitmedien wird von Suizid geschrieben, aus den folgenden Schilderungen von Gefangenen geht aber eindeutig hervor, dass der Knast für den Tod des Gefangenen verantwortlich ist. Es wurde keine rechtzeitige Hilfe geleistet, obwohl der verstorbene Gefangene, welcher nach unseren Informationen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/sie-reden-von-suizid-aber-es-war-mord-weiterer-toter-durch-den-knast-moabit/">Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/07/27/sie-reden-von-suizid-aber-es-war-mord-weiterer-toter-durch-den-knast-moabit/">C4F Beitrags</a>:</p>
<p>Am 23.07.20 starb ein weiterer Gefangener im Knast Moabit. In <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/feuer-in-berliner-gefaengniszelle-haeftling-stirbt-bei-brand/26033600.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leitmedien</a> wird von Suizid geschrieben, aus den folgenden Schilderungen von Gefangenen geht aber eindeutig hervor, dass der Knast für den Tod des Gefangenen verantwortlich ist. Es wurde keine rechtzeitige Hilfe geleistet, obwohl der verstorbene Gefangene, welcher nach unseren Informationen Marokkaner war und auch schon in der Vergangenheit vom Knast gefoltert worden ist, danach schrie. Es werden auch die Umstände und Verhältnisse im Knast beschrieben sowie das menschenverachtende Verhalten der Wärter*innen.</p>
<p>Die gesamten beschriebenen Umstände führten eindeutig zum Tod des Gefangenen. Dementsprechend war es Mord: durch den Knast, durch die Justiz und durch alle, welche das Knastsystem am Laufen erhalten.</p>
<p><strong>Bericht eines Gefangenen über den Ablauf am 23.07.20</strong></p>
<p>„Es ist der 24.07.20 und auf der Station blickt man in leere, traurige und verstörte Gesichter. Es gab einen Brandtoten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. In dieser Nacht unterhielten sich draußen, wie jeden Abend, der Zellenblock B und der Zellenblock C in der Teilanstalt (TA) I. Quasi ein Nachrichtenaustausch unter Insassen. Einer sagte plötzlich, da wäre Rauch. Ich lauschte dem Gespräch. Der C Block kann auf den B Block schauen und der B Block auf den C Block. Einer aus dem C Block sagte, der Brand wäre im B Block. Einer aus B2 sagte, er rieche nichts. Es musste also B3 oder B4 sein.</p>
<p>Aus einer Tür kam eine Schluse [=Wärter*innen; Anmerkung C4F] auf den Hof. Er wurde von Gefangenen aus dem C Block angebrüllt: ‚Meister, im B Flügel ist Rauch, ist bestimmt dritte oder vierte Etage!‘ Es dauerte bestimmt gute zwei Minuten, bis er seine Funke nahm und da mal was rein sagte.</p>
<p>Ich ging wieder an meine Tür, nahm ein Glas und lauschte. Ich vernahm ein schnelles Klopfen, eher wummern, an einer Zellentür. Es rief einer ‚Feuer, Hilfe Feuer!!!‘. Ich ahnte es ist auf meiner Station, TA I B4. Wer das war? Keine Ahnung. Es ging gute fünf Minuten so: klopfen, Hilfe rufen, klopfen, Hilfe rufen. Dann verstummte es. Dann hörte ich, wie eine Schluse angerannt kam. Er war nicht bei uns auf Station. Er schloss das Gitter auf der Station auf. Er rannte los. Auf meiner Höhe sagte er ‚Scheiße, du Wichser!‘. Nach 2-3 Minuten kam er wieder und rannte Richtung Treppenhaus. Wieder etwas später kamen mehrere Schlusen in Gleichschritt. Mittlerweile war das Klopfen und Hilferufen schon lange verstummt.</p>
<p>Gegen 23:33 rief ich meine Freundin an und sagte ihr, dass es auf der B4 brennt. Wir telefonierten gute 2-3 Minuten. Ich lauschte wieder mit dem Glas an der Tür. Ich hörte Badelatschen der Insassen. Auf einmal knallte es an der Tür, es war ein Insasse. Er sagte „es brennt da hinten, da ist noch einer auf der Zelle, mach mal was!“ Ich zog mich schnell an, um nicht im Schlafanzug aus der Zelle zu gehen. Es waren viele Schritte von Schlusen und Insassen zu hören. Dann war es ruhig. Ich ging ans Fenster und roch jetzt auch, dass es brennt. Draußen auf der Straße hörte ich viele Bullenautos. Ich ging an meine Tür und lauschte wieder. Es verging etwas Zeit. Ich hörte, wie die Feuerwehr unter Pressluftatmer ihrer Arbeit nachgingen. Schlauchkupplungen wurden angeschlossen. Es prallte und schepperte. Es kamen immer mehr Feuerwehr Männer hoch. Es begannen die Löscharbeiten. Jetzt wurde auch das erste Mal die Tür der Zelle, die brannte, geöffnet. Ein Feuerwehrmann brüllte ‚Menschenrettung!‘ Die Reanimation wurde eingeleitet, das ging etwa 30 Minuten. Leider ergebnislos.“</p>
<p><strong>Ein weiterer Bericht über den Tag danach und Erzählungen von verschiedenen Gefangenen über den 23.07.20<br />
</strong></p>
<p>„Auf der ersten Hofpause war es Thema Nummer eins. Unsere Zellen gingen gegen 07:15 Uhr auf. Ich schaute rechts den Gang runter und sah zwei Hausarbeiter [Anmerkung C4F: arbeitende Gefangene im Knast] die Wände und den Boden schrubben, ohne Schutzkleidung. Der eine war sehr blass – er sah scheiße aus. Auf dem Flur, bzw. auf der Seite, wo es gebrannt hat, floss etwas Putzwasser. Es war schwarz und rötlich. Die Schluse, die die Tür zur Freistunde aufschließen muss, ging den Flur bzw. die Seite entlang. Er sagte, als er das Wasser sah: ’so eine Scheiße hier, na toll!‘ Seine Schuhe sollten wohl nicht schmutzig werden.</p>
<p>Wir gingen alle auf die Freistunde – aber einer fehlte. Ich unterhielt mich mit den Insassen mit erschreckenden Erkenntnissen. Mein Zellennachbar sagte mir, dass er zusammen mit dem Brandopfer für ein paar Wochen auf der B2 TA I in einer Begegungszelle war. Er, also das Brandopfer, erzählte ihm, dass er im Juni 20 auf seiner Zelle von 4-6 Schlusen verprügelt worden ist, ohne Grund. Es gab weder davor, noch danach jemals Stress mit ihm. Tage später veränderte er sich vom Wesen her. Er fing an, sich mit einer Rasierklinge zu verletzen. Beide wurde verlegt, der Brandtote auf die B4 418. Er soll dann Tabletten bekommen haben, welche das waren, wissen wir nicht. Er soll Ende 30 gewesen sein, sah aber aus wie Mitte 20. Ein kam wohl aus Marokko und war nach unseren letzten Kentnissen U-Häftling. Ich kannte ihn nur flüchtig vom Hof.</p>
<p>Ich erfuhr von einem anderen Insassen der TA I B4 folgendes: die Insassen hörten, wie es 5 Minuten lang aus der Brandzelle Hilferufe gab und lautstark gegen die Zellentür wummerte. Ein Insasse sah durch ein Loch seiner Zellentür, wie zwei Schlusen im Gang standen und nichts unternahmen, obwohl er um Hilfe und immer wieder ‚Feuer‘ schrie. Bis es verstummte. Einer hörte auch, wie sich die Schlusen wohl berieten, aber nichts unternahmen. Sie standen die ganze Zeit vor seiner Zelle.</p>
<p>Laut einem anderen Insassen wurden wohl gegen 23:30/35 13-17 Insassen aus ihren Zellen evakuiert und eine Stunde lang in der Kirche in der TA I eingesperrt. Alle Insassen, mit denen ich geredet habe sagten, dass die Tür der Brandzelle zu diesem Zeitpunkt geschlossen war. Zu dem Zeitpunkt war auch keine Feuerwehr anwesend, die Schlusen unternahmen nichts. Es gab nichtmal Löschwasser oder -schaum im Gang. Es war auch kein Feuerlöscher am Brandort. Die B4 Station wurde bis zur Dusche geräumt. Gute 4-6 Hafträume waren noch belegt. Diese wurden nicht evakuiert. Sie sollten wohl so wenig wie möglich mitbekommen, dass deckungsgleiche Absprachen der Schlusen möglich bzw. Aussagen zurechtgelegt werden können. Das ist nicht nur in der JVA Moabit Gang und Gebe. Auch wurde kein Anstaltsalarm ausgelöst, wie es sonst der Fall ist. Hier sollte alles still und heimlich geschehen.</p>
<p>Für mich ist die ganze Aktion durch die Justiz ein Tötungsdelikt. Die Justiz, die JVA Moabit und Medien gehen wohl von einen Suizid aus. Ich wage es sehr stark zu bezweifeln, dass sich einer, der Suizid begehen will, lautstark bemerkbar macht und um Hilfe schreit. Was ist, wenn er in seiner Zelle kochen wollte und es gab einen Unfall? Oder es einen technischen Defekt in der Zelle gab? Mir sagte im Mai 2020 der Chefpfleger des Justizvollzugskrankenhauseses, dass die JVA unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehe und deswegen so wenig wie möglich Tote nach außen gelangen sollen. Das sagt doch alles. Rechtsverdreher und Blender.</p>
<p>Das, was in in dieser Woche passierte, ist auch kein Einzellfall. In Haus II der JVA Moabit hängte sich ein anderer Insasse diese Woche über Nacht auf. Er sollte zurück nach Tegel, wo ihn wohl Schläge erwartet hätten. Er wollte nicht zurück und sah offensichtlich keinen anderen Ausweg. Laut Presse gab die Justiz an, dass er morgens tot im Bett vorgefunden wurde und dass es wohl keine Anzeichen eines Suizids geben würde. Gelogen und zurechtgedreht! Fehlt nurnoch, dass es irgendwann heißt, er hätte einen Herzinfarkt gehabt. Die falschen Schlagzeilen sollen wohl den Schaden für die JVA Moabit geringer machen. Rest in Peace der zwei Insassen und mein Beleid den Angehörigen!</p>
<p>Das korruppte deutsche Rechtssystem lässt absichtlich Gefangene verbennen, sie sind Verbrecher und Mörder! Wir sind hier dem Handeln oder auch Nichthandeln der Schlusen vollständig ausgeliefert. Wir sprechen hier aber über das Leben und die Gesundheit von Menschen und nicht über verwahrte Gegenstände! Es gibt auch Inhaftierte, die mit der gesamten Haftsituation und den Umständen hier nicht zurechtkommen. Es ist keine Seltenheit, dass Inhaftierten keinerlei Hilfe- oder Therapieangebote bekommen. Man wird sich hier selbst überlassen, mit all den psychischen Problemen, die die Haft mit sich bringt.</p>
<p>Nach Suiziden hört man hier auf den Stationen von den Schlusen, es bliebe jetzt wenigstens ein Brötchen für die anderen Inhaftierten übrig. Dieses menschenverachtende Bild ist hier nicht selten anzufinden. No Justice, no Peace!“</p>
<p>In der medialen Berichterstattung schreiben sie, <a href="https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/ein-toter-nach-feuer-in-gefaengniszelle-in-jva-moabit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass „umgehend“ die Feuerwehr alarmiert worden sei</a>. Offensichtlich ist aber, dass sich verschiedenste Wärter*innen Zeit zum Handeln ließen oder gar die Hilfeschreie des Gefangenen ignorierten. <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/feuer-in-berliner-gefaengniszelle-haeftling-stirbt-bei-brand/26033600.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sie schreiben außerdem von Suizid</a>. Wie der Gefangene schon schildert, kann es zum einen kein Suizid sein, wenn um Hilfe geschrien wird. Zum anderen gibt es keinen Selbstmord im Knast! Der Gefangene wurde offensichtlich in der Vergangenheit von dem Knast gefoltert, war den generellen Knastmechanismen ausgesetzt und nicht weiß – was die Haftbedingungen unter rassistischen Wärter*innen zusätzlich erschwert.</p>
<p><a href="https://deathincustody.noblogs.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Von einer selbstbestimmten Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, kann unter Knastumständen also niemals die Rede sein.</a> Knast tötet Menschen – seine Handlanger sind Mörder.</p>
<p><strong>Das Sterben hinter Gittern wird erst aufhören, wenn die Knastmauern eingerissen und die Menschen frei sind. Macht deswegen was gegen Knäste, <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/click-and-act/von-gefangenen-fuer-gefangene/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">drinnen</a> wie <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/click-and-act/vor-den-knastmauern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">draußen</a>!</strong></p>
<p><strong>Erinnert an die Toten hinter Gittern, kämpft auch für sie und die Angehörigen. </strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/sie-reden-von-suizid-aber-es-war-mord-weiterer-toter-durch-den-knast-moabit/">Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Allgemeine (Corona) Infos aus Berliner Knästen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2020 15:18:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Im folgenden Dokumentieren wir einen Beitrag von C4F aus Berlin Es erreichten uns weitere Infos aus Berliner Knästen. Folgende beziehen sich auf Tegel, Plötzensee und Heidering. „Besuche wurden gestrichen, Ausführungen größten teils auch, es soll Skypetelefonie eingerichtet werden, bisher aber noch nicht passiert. Es gibt Quarantänestationen, die Arbeitsbetriebe laufen großteils normal weiter, kein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/">Allgemeine (Corona) Infos aus Berliner Knästen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Im folgenden Dokumentieren wir einen Beitrag von C4F aus Berlin</p>
<p>Es erreichten uns weitere Infos aus Berliner Knästen. Folgende beziehen sich auf Tegel, Plötzensee und Heidering.</p>
<p><em>„Besuche wurden gestrichen, Ausführungen größten teils auch, es soll Skypetelefonie eingerichtet werden, bisher aber noch nicht passiert. Es gibt Quarantänestationen, die Arbeitsbetriebe laufen großteils normal weiter, kein Desinfektionsmittel, normaler Umgang mit Bediensteten (die nicht bzw. jedenfalls nicht regelmäßig getestet werden), normaler Kontakt zwischen den Gefangenen (Duschen, Essen etc). Bereits geplante medizinische Behandlungen werden mit dem Hinweis auf Corona auf unbestimmte Zeit vertagt, der Einkauf ist unsicher.“</em></p>
<p>Vor allem, weil es drinnen schwierig ist, an Informationen bezüglich der aktuellen (Corona)Lage zu bekommen,<em>„ist die Sorge natürlich groß“.</em></p>
<p><em>„Im Offenen Vollzug wurden die Freigänger im Wesentlichen beurlaubt. Auch die Lockerungen laufen noch normal weiter. Gerichte und Staatsanwaltschaften arbeiten langsam bis gar nicht und sind, wie zu erwarten war, im Hinblick auf alles, was Haftunterbrechung/Haftentlassung angeht und über die politischen Entscheidungen hinaus geht, extrem ängstlich und zurückhaltend.“</em></p>
<p><a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/">https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/">Allgemeine (Corona) Infos aus Berliner Knästen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Mehmet wurde abgeschoben!</title>
		<link>https://ggbo.de/mehmet-wurde-abgeschoben/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2020 15:10:01 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Abschiebung GG/BO]]></category>
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		<category><![CDATA[Mehmet Akyol]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines Beitrags von C4F, der uns zugesandt wurde Mehmet Aykol, Gründungsmitglied der GG/BO, wurde in die Türkei abgeschoben. Mehmet schrieb uns dazu am 07.04.20: „Ich stand kurz vor der Entlassung mit Reststrafe auf Bewährung. Das Landgericht Berlin hat ein Gutachten in Auftrag gegeben und wollte mich entlassen. Dort läuft auch noch mein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/mehmet-wurde-abgeschoben/">Mehmet wurde abgeschoben!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines Beitrags von C4F, der uns zugesandt wurde</p>
<p>Mehmet Aykol, Gründungsmitglied der GG/BO, wurde in die Türkei abgeschoben. Mehmet schrieb uns dazu am 07.04.20:</p>
<p><em>„Ich stand kurz vor der Entlassung mit Reststrafe auf Bewährung. Das Landgericht Berlin hat ein Gutachten in Auftrag gegeben und wollte mich entlassen. Dort läuft auch noch mein Verfahren wegen Reststrafe auf Bewährung.</em></p>
<p><em>Die Staatsanwaltschaft hat aber von einer weiteren Vollstreckung gem. § 456a StPO abgesehen und die Ausländerbehörde hat mich dann am 3.3.2019 abgeschoben und mir 8 Jahre Einreiseverbot gegeben. (…)</em></p>
<p><em>Die Ausländerbehörde agiert nicht als Einwanderungsbehörde, sondern als Abschiebebehörde. Der unbefristete Aufenthalt für mich wurde mit der Begründung widerrufen, weil von mir angeblich eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit hervorgehen soll. Aus dem selben Grund sitzen auch einige Gefangene in der Sicherungsverwahrung.</em></p>
<p><em>Theoretisch hätte ich den Nachweiß erbringen können, dass ich nicht mehr gefährlich bin. Wenn Gefangene z.B. Haftlockerungen bekommen und in den offenen Vollzug verlegt werden und als Freigänger arbeiten, können sie argumentieren, dass sie sich in der Öffentlichkeit befinden und daher nicht mehr gefährlich sind für selbige. Damit dass nicht passiert, werden ausländische Inhaftierte selten gelockert. Ich hätte auch den Nachweiß, dass ich nicht mehr gefährlich bin dadurch erbringen können, dass ich durch ein Gutachten mit Reststrafe auf Bewährung entlassen worden wäre. Um das aber zu verhindern, agiert die Abschiebebehörde und die Staatsanwaltschaft zusammen. Die Staatsanwaltschaft kommt von Amtswegen mit der Entscheidung, von der weiteren Vollstreckung abzusehen, einer Entscheidung des Landgerichts Berlin bzgl einer Reststrafe auf Bewährung zuvor. Abschiebebehörde und Staatsanwaltschaft wollen Abschiebungen vollziehen und sind nicht darauf ausgelegt, dass ein Gefangener den Nachweis erbringt, dass er nicht mehr gefährlich ist. Deswegen machen ausländische Inhaftierte in der Regel die Endstrafe oder werden vorzeitig aus der Haft abgeschoben, weil die Staatsanwaltschaft ja von der weiteren Vollstreckung absieht. </em></p>
<p><em>Mit der Vollziehung der Abschiebung bin ich erst mal aus Deutschland weg. Dass Verfahren mit der Reststrafe auf Bewährung läuft weiter. Zur Begutachtung muss ich, als Abgeschobener!, nach Deutschland kommen. Dazu muss ich beim Landgericht ein Freies Gleit beantragen. Wenn mir das Landgericht Freies Gleit gewährt, dann muss ich bei der Abschiebebehörde eine Einreisegenehmigung beantragen. Die Abschiebebehörde gibt aber in der Regel die Genehmigung nicht und der Abgeschobene muss dies bei Verwaltungsgericht einklagen. Er muss sowohl für die Begutachtung und auch für die Entscheidung des Landgerichts für die Reststrafe auf Bewährung im Deutschland anwesend sein. Dennoch werden die Ausländische Inhaftierten abgeschoben, ohne dass das Landgericht das Entlassungsverfahren abgeschlossen hat. (…) Die Vorgehensweise der Abschiebebehörde und Staatsanwaltschaft riechen nach Ausländerfeindlichkeit und Rassismus!“</em></p>
<p>Mehmet war jahrelang innerhalb der GG/BO aktiv, hat sich für andere Gefangene eingesetzt und sich nicht mundtot machen lassen. Schon allein dieser Umstand hatte Repressalien zur Folge. Dass er keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, machte seine Haft- und jetzt Lebensbedingungen noch schwieriger.</p>
<p>Mehmets Geschichte ist eine der vielen von „nicht-deutschen“ Gefangenen. Auch, wenn Abschiebungen teilweise durch Corona ausgesetzt sind, bedeutet das nicht, dass ein Ende des institutionellen Rassismus, wie sich beispielsweise auch durch die aktuelle Situation  auf Lesbos zeigt, in Sicht ist. Der Kampf gegen Rassismus und Faschismus bleibt auch in diesen Zeiten wichtiger denn je. Handlungsmöglichkeiten gibt es viele, <a href="https://de.indymedia.org/node/75889" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie beispielsweise die Chronik zu antifaschistischen Interventionen in Berlin nach Hanau zeigt.</a></p>
<p>In diesem Sinne wollen wir an dieser Stelle zwei weitere Faschos öffentlich machen:<strong>Alexander German</strong> (kein Witz) und<strong> Peter Jansen</strong>. Beide arbeiten in der JVA Tegel und werden von etlichen Gefangenen als „absolute Faschos, die das auch deutlich zeigen“ bezeichnet. <strong>Macht was draus!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/mehmet-wurde-abgeschoben/">https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/mehmet-wurde-abgeschoben/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/mehmet-wurde-abgeschoben/">Mehmet wurde abgeschoben!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 12:57:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Luckau-Duben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe Criminals for Freedom über die Erfahrungen inhaftierter Frauen. Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen Posted on 2020/04/08 Die vielen Berichte von Gefangenen zum Umgang mit Corona in Knästen zeigen, dass die dortigen Verhältnisse noch zugespitzer, autoritärer und diskriminierender sind als draußen – allerdings ist das nicht erst seit Corona-Zeiten der Fall, sondern...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gedanken-frauenvollzug/">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/08/frauenknast-unterdrueckung-auf-mehreren-ebenen/">Criminals for Freedom</a> über die Erfahrungen inhaftierter Frauen.</p>
<h1 class="entry-title">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="11:05" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/08/frauenknast-unterdrueckung-auf-mehreren-ebenen/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-04-08T11:05:50+02:00">2020/04/08</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p id="magicdomid87" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Die vielen Berichte von Gefangenen zum Umgang mit Corona in Knästen zeigen, dass d</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">ie dortigen Verhältnisse noch zugespitzer, autoritärer und diskriminierender sind als draußen </span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">– a</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">llerdings ist das nicht erst seit Corona-Zeiten der Fall, sondern war schon immer so</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">.</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> Die Krise macht die Tatsache, dass Knast eine faschistische autoritäre Überwachungsinstitution ist, nur deutlicher.</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z"> Die folgenden Berichte von Christine Schwenke zeigen wieder einmal, wie schikanös</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> und rigoros</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z"> der Knast-Alltag auch ohne Corona aussieht</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> und wie Menschen dadurch gänzlich beherrscht werden. </span></p>
<p id="magicdomid89" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">So berichtet Christine, wie am Montag, den 02. März 2020 die Kamera vor ihrem Fenster ausgewechselt wurde. „</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Jetzt kann man mir uneingeschränkt in den Haftraum sehen. Diese Kameras besitzen einen Zoom, sodass selbst der Kaffeestand in meiner Tasse erkennbar ist. Totale Überwachung. Ich möchte Tageslicht und nicht mit geschlossenen Gardinen leben nur um einen Funken Privatsphäre zu haben. </i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">[…] </span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Warum können Innenbereiche der inhaftierten Frauen beobachtet werden? Werden die Bilder vielleicht sogar illegal in den Netzwerken veröffentlicht? Warum wurden 360° Kameras eingebaut?</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“</span></p>
<p id="magicdomid90" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Selbstverständlich wurden ihr diese Fragen nicht beantwortet. Dass die Körper der gefangenen Frauen und ihre Zellen vollumfassend überwacht werden, ist nicht nur ein Angriff auf die Privatsphäre (sofern es so etwas im Knast überhaupt gibt), es ist auch ein patriarchaler Angriff, nämlich auf die gesamte Sicherheit der Frauen und ihrer Körper. </span></p>
<p id="magicdomid92" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Dieser wird fortgesetzt, indem ihr die Selbstbestimmung, in diesem Beispiel über ihre Versorgung, gänzlich genommen wird. </span></p>
<p id="magicdomid94" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">„</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Bereits im November 2018 stellte ich den Antrag auf Selbstverpflegung, ein Vielzahl weiterer Anträge folgte. Ebenfalls eine Erklärung wonach ich die Anstalt aus der Verpflichtung nahm mich mit Nahrung zu versorgen. Vor dem 1. Mai 2019 gingen nochmals Anträge an die JVA. Eine Antwort in schriftlicher Form erhielt ich nie. Mündlich beim Einkauf warf mir der Leiter für Arbeit und Versorgung nur ein knappes „Nein!“ zu auf meine Frage zur Klärung der Selbstverpflegung.</i></span><i> </i><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Ab dem 1. Mai 2019 nehme ich kein JVA-Essen mehr.</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>„</i></span></p>
<p id="magicdomid96" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Ihre Entscheidung, Anstaltsessen nicht mehr zu sich zu nehmen, missachtet der Knast bewusst. Die Konsequenz: ihr wird trotzdem Essen zubereitet, welches dann weggeschmissen wird. In der Absurdität bestehend aus entzogener Selbstbestimmung, Missachtung von Christines Interessen (=kein Anstaltsessen) und gleichzeitiger Produktion von Selbigem zeigt der Kapitalismus mal wieder seine bekloppte Fratze. Christine ist darüber verärgert.<br />
</span></p>
<p class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>„</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. gab die Weisung, mich bei jeder Essensausgabe zu fragen. Das komplette Essen geht somit täglich zurück an die Küche und wird dort vernichtet. </i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>(…)</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>. Hier werden total sinnlos Lebensmittel vernichtet.</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“ </span></p>
<p id="magicdomid98" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Aber nicht nur bezüglich der „Essensversorgung“ ist Christine wütend. Vor allem einschneidend für sie ist die Art und Weise, wie sie weggesperrt wird</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">: „</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Warum befinde ich mich nach 4 ½ Jahren Haft noch immer auf der Durchgangsstation in reiner ‚Käfighaltung‘ ohne Beschäftigung, ohne regelmäßige Freiluftangebote (außer Sport). Warum werden Fernstudium und notwendige Materialien zur „Eigenbeschäftigung“ im Haftraum untersagt? Warum ist mir die Einbringung einer Schreibmaschine durch Dritte untersagt? Warum muss ich 6 bis 8 Monate auf eine Besuchsüberstellung zu meinem Sohn in der JVA Berlin-Tegel warten, obwohl diese alle 3 Monate vorgesehen sind? Mein letzter Besuch bei meinem Sohn in der JVA Berlin Tegel war am 06.08.2019. Die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. steht auf dem Standpunkt, dass Besuchsüberstellungen nur im Wechsel erfolgen, laut ‚eigenem JVA Luckau-Duben Gesetz‘ […] Mein Sohn hätte ca. 1 Woche Arbeits- und Studiumsausfall – ich bin Rentner in ‚Käfighaltung‘ ohne Arbeit, ohne jegliche Beschäftigung. Im Zoo weiß man wie schädlich Langeweile ist, in der JVA nicht.</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i> (…)</i></span></p>
<p id="magicdomid100" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Nach fast 5 Jahren Haft sollen 2 Ausführungen zur Erhaltung meiner ‚Lebenstüchtigkeit außerhalb der JVA‘ </i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">[Anmerk. C4F: Zitat aus Christines Vollzugsplan]</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i> dienen. Die stellvertretende Vollzugsabteilungsleiterin Kornelia Sch. sagt: ‚Wir wollen sehen, wie sie sich draußen benehmen.‘ Ups, bin ich im falschen Film?</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i> (…)</i></span></p>
<p id="magicdomid102" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Gravierend auch wohin die Ausführungen nur erfolgen dürfen. Also zu meinem inhaftierten Sohn schon mal verboten. Mir wurden 2 Möglichkeiten durch die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. und Stellvertreterin Kornelia Sch. eröffnet. ‚Entweder zu ihrer Tochter oder eine Stunde in ein Café in Luckau.‘ Meine Tochter brach im November 2018 den Kontakt zu mir ab – scheidet somit aus. </i></span></p>
<p id="magicdomid103" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Malen wir uns doch mal die einzigste noch verbleibende Möglichkeit mal aus. Ich in voller JVA-Kleidung (freiwillig), dann entweder Simone Sch. oder Kornelia Sch. und ein anderer Bediensteter in Privatkleidung gehen mit mir in ein Café in Luckau. Am Tisch vor meinen beiden Bodyguards sitze ich eine Stunde bei einer Tasse Kaffee, dann geht es zurück.</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“</span></p>
<p id="magicdomid105" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Ein „Ausflug“, bei dem Christine also weder Angehörige treffen, noch die Zeit draußen alleine ohne Staatdiener an der Backe verbringen kann, dient offensichtlich dem Zweck, sie vorzuführen, zu erniedrigen und nochmal da raufzutreten, wo Knast ohnehin jedes mal rauftritt: auf ihren Körper, ihre Seele, auf sie als gesamte Person der gefangenen Frau. </span></p>
<p id="magicdomid107" class="ace-line"><strong><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z b">Wir geben solche Berichte aber nicht wieder, damit nun der Kopf in den Sand gesteckt und Knast als unüberwindbares Problem betrachtet wird. Christine kämpft, indem sie berichtet und veröffentlicht. Sie lässt sich die Schikanen und Angriffe nicht gefallen. Wir hier draußen können ihr bei ihrer Selbstverteidigung durch Berichterstattung insofern unterstützen, als dass wir Verantwortlichen für Knast, Patriarchat und Staat in die Mängel nehmen, uns mit Gefangenen und ihren Kämpfen praktisch solidarisch zeigen und Kämpfe verbinden, drinnen wir draußen. Zeigt ihr also</span><span class="author-a-z76zvyz68zz65zz72z71z74z7z79zz89zuz75zz69zz86z b">, dass sie nicht allein ist.</span></strong></p>
<div id="magicdomid108" class="ace-line"></div>
<div id="magicdomid109" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Kontakt:</span></div>
<div id="magicdomid110" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Christine Schwenke</span></div>
<div id="magicdomid111" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Lehmkietenweg 1</span></div>
<div id="magicdomid112" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">15926 Luckau</span></div>
<div id="magicdomid113" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">schwenke52@gmx.de</span></div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gedanken-frauenvollzug/">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Corona-Bericht aus JVA Bützow</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 11:57:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Mecklenburg-Vorpommern]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Bützow]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Es folgt ein erster Bericht eines Gefangenen aus der JVA Bützow aus Mecklenburg-Vorpommern, erstveröffentlicht bei Criminals for Freedom. Erste Corona-News aus Bützow Posted on 2020/03/31 Es hat etwas gedauert, aber nun erreichten uns erste Informationen aus dem Knast Bützow über die aktuelle Lage bezüglich der Corona Pandemie. Im Brief wird, wie wir schon...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/corona-buetzow/">Corona-Bericht aus JVA Bützow</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">GG/BO-Soligruppe Jena: Es folgt ein erster Bericht eines Gefangenen aus der JVA Bützow aus Mecklenburg-Vorpommern, erstveröffentlicht bei <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/31/erste-corona-news-aus-buetzow/">Criminals for Freedom</a>.</p>
<h1 class="entry-title">Erste Corona-News aus Bützow</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="12:04" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/31/erste-corona-news-aus-buetzow/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-03-31T12:04:18+02:00">2020/03/31</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p>Es hat etwas gedauert, aber nun erreichten uns erste Informationen aus dem Knast Bützow über die aktuelle Lage bezüglich der Corona Pandemie. Im Brief wird, <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/26/knast-tegel-zustaende-durch-corona-pandemie/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie wir schon berichteten</a>, auch bestätigt, dass es einen ersten Covid-19 Fall im Knast gibt. Der Brief wurde am 17.03 verfasst, die dort beschriebene Lage ist also vermutlich nicht mehr aktuell. Wir berichten, sobald wir neue Informationen haben.</p>
<p><em>„Finster was derzeit los ist! Haben in Bützow bei einer Sozial/Sachbearbeiterin einen Covid-19 Fall. Deshalb wurden gestern früh (16.03) alle Hafträume durch die Bediensteten in Vollschutzanzügen geöffnet. Danach war den ganzen Tag alles dicht. Alle Bediensteten, die mit ihr Kontakt hatten, waren gestern auch nicht da. Das Frauenhaus ist nun Quarantäne-Haus für Neuinhaftierte. Die Frauen sind gestern in unser Männerhaus G gezogen, wo extra eine Station geräumt worden ist. Besuche finden nur hinter aufgebauten Plastik-Glas Kabinen statt um körperlichen Kontakt mit Besuchern zu meiden. Ausgänge sind derzeitig nicht möglich, auch keine Verlegungen. Die JVA Stralsund / Waldeck und Neustrelitz sind auch dicht. Einkauf ist auch nicht möglich. Bleibt alle gesund, lasst euch nicht infizieren und beste grüße aus Bützow!“</em></p>
</div>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/corona-buetzow/">Corona-Bericht aus JVA Bützow</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</title>
		<link>https://ggbo.de/brand-tegel-corona/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2020 11:44:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Brand]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Tegel]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Criminals for Freedom haben einen Bericht mit O-Tönen von Gefangenen über den Brand und den Todesfall in der JVA Tegel veröffentlicht, den wir im Folgenden wiedergeben. Mariusz Krischan, ehemaliger Gefangener des Knastes Tegel, ist tot. Während Leitmedien von Suizid sprechen und sich in ihrer Berichterstattung über Sachschäden und Schadenssummen auslassen, wollen wir an...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brand-tegel-corona/">Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Criminals for Freedom haben <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/28/brand-im-knast-tegel-gemeinsam-erinnern-gemeinsam-kaempfen/">einen Bericht mit O-Tönen von Gefangenen</a> über den Brand und den Todesfall in der JVA Tegel veröffentlicht, den wir im Folgenden wiedergeben.</p>
<p id="magicdomid1173">Mariusz Krischan, ehemaliger Gefangener des Knastes Tegel, ist tot. Während Leitmedien von Suizid sprechen und sich in ihrer Berichterstattung über Sachschäden und Schadenssummen auslassen, wollen wir an dieser Stelle an Mariusz erinnern und die tatsächlichen Hintergründe benennen. Denn auch an seinem Tot wird wieder offensichtlich: Es gibt keinen Selbstmord im Knast! Knast macht kaputt und tötet. Allerdings sind Knäste nicht einfach nur Gebäude, sondern betrieben von Menschen, welche da drin oder von außen zuarbeiten, Entscheidungen treffen und damit in der Verantwortung stehen für den Tot von Menschen! Im Gegensatz zu den Leitmedien werden wir nicht zulassen, dass sich diese Verantwortlichen anonym hinter ihren Berufsbezeichnungen verstecken können.</p>
<p id="magicdomid639">Erinnern und trauern wollen wir zunächst an Mariusz. Ein Gefangener spricht von ihm als „einem lieben, herzensguten, sensiblen und hilfsbereiten Menschen – sehr feinsinning, ein Künstler eben.“ Seit 14 Jahren in der JVA Tegel weggesperrt, saß er seit 2017 auf der Station 8, auf welcher er gestern gerstorben ist. Nach Aussagen von Mitgefangenen war es nicht das erste Mal, dass er sein Leben beenden wollte. Allen war klar, dass ihn der Knast kaputt macht – auch der sogenannten „Sozialarbeiterin“ Laura Bechtloff, die ihm kurz vorher noch eine Disziplinarmaßnahme verpasst hatte. Gleichzeitig hatte er seit 10 Jahren keinen Vollzugsplan. Entlassung also niemals in Sicht? Nicht ganz. Mariusz Entlassung wäre eine Abschiebung gewesen. „In den Medien hörst du nichts von den Schicksalen dahinter“ – nichts davon, dass Mariusz nach seinem letzten Jahr im Knast die Abschiebung nach Rumänien erwartet hätte.</p>
<p id="magicdomid1177">Für andere Gefangene der Stationen 7 und 8, die ihn kannten und mochten, gibt es keine Möglichkeit der Trauer: „Der einzige Unterschied zu sonst ist, dass wir erst um 8 Uhr zur Arbeit mussten.“ Brände, die von Gefangenen gelegt werden, werden in den Leitmedien zum einen individualisiert und entpolitisiert und zum anderen als Sachbeschädigung und Verschwendung von Steuergeldern dargestellt. Diese Sichtweise lässt die in der Gesellschaft und im Knast herrschenden Machtverhältnisse vollkommen außer acht. Die Schilderungen der Gefangenen machen außerdem deutlich, dass das Leben von Gefangenen nichts wert ist: „Ich konnte den Feuerwehreinsatz sehen. Die hatten es nicht besonders eilig. Wir zählen hier nichts.“</p>
<p id="magicdomid1451">Dies zeigt auch der Umgang mit Corona im Knast Tegel. Gefangene der Stationen 7 und 8 konfrontierten die Teilanstaltsleiterin Ann-Katrin Flach und die zuständigen Sozialarbeiter*innen mit den nicht vorhandenen Vorkehrungen zum Schutz der Gefangenen. Teilanstaltsleiterin Flach sagt dazu: „Oberste Priorität hat das Wohlergehen der Bediensteten.“</p>
<p id="magicdomid1639">Das wundert uns natürlich nicht ist auch kein Geheimnis. Aber es macht uns wütend, dass Menschen in den Knästen regelrecht wegsterben, weil das Systems sie ermordet. „Die Situation hier tötet Menschen und macht sie krank. Das geht hier mindestens 2 Leuten auf jeder Station so. Das ist allen klar.“</p>
<p id="magicdomid1919">Wir erinnern an Mariusz Krischan und sind im Herzen bei den Angehörigen und Mitgefangenen.</p>
<p id="magicdomid2053" class="ace-line"><strong><span class="author-a-z122zafz89zmz76zz75zwiz66zmz74zlz67zz70z5">Aus der Erinnerung wird Wut, diese gilt den gesamten Apparat und damit Menschen, welche die Knäste immer noch aufrechterhalten.  </span></strong><strong><span class="author-a-z122zafz89zmz76zz75zwiz66zmz74zlz67zz70z5">An alle da draußen: seit auch wütend, wehrt euch gegen diesen Drecks-Apparat! </span></strong></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brand-tegel-corona/">Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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