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	<title>Suizid Archive - Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</title>
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	<description>Volle Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern.</description>
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	<title>Suizid Archive - Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</title>
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		<title>Gerechtigkeit für Sophie Kutscher– es gibt keinen „Selbstmord“ im Knast!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Manuel Matzke]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Nov 2021 11:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[Gerechtigkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 2. August 2021 wurde in der JVA Chemnitz die erst seit zwei Tagen inhaftierte Sophie Kutscher tot aufgefunden – stranguliert, wie die Anstaltsleiterin mitteilte. Wir sprechen der hinterbliebenen Familie unser ganzes Beileid aus und wünschen viel Kraft und Mut für die Trauer und den Kampf um Gerechtigkeit. Auch möchten wir klarstellen, dass es unter den...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gerechtigkeit-fuer-sophie-kutscher-es-gibt-keinen-selbstmord-im-knast/">Gerechtigkeit für Sophie Kutscher– es gibt keinen „Selbstmord“ im Knast!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 2. August 2021 wurde in der JVA Chemnitz die erst seit zwei Tagen inhaftierte Sophie Kutscher tot aufgefunden – stranguliert, <a href="https://www.saechsische.de/kriminalitaet/hartha-chemnitz-jva-justizvollzugsanstalt-dresden-tod-drogen-polizei-justiz-5498404-plus.html">wie die Anstaltsleiterin mitteilte</a>. Wir sprechen der hinterbliebenen Familie unser ganzes Beileid aus und wünschen viel Kraft und Mut für die Trauer und den Kampf um Gerechtigkeit. Auch möchten wir klarstellen, dass es unter den Zwangsbedingungen der Haft keinen selbstgewählten „Freitod“ geben kann. Egal, ob Inhaftierte von Beamten ermordet werden oder ihrem Leben selbst ein Ende setzen: Ihr Tod geht auf Rechnung des Gefängnissystems.</p>
<p>Eine Mitgefangene informierte uns am 14. August in einem Brief über den Vorfall:</p>
<p>„Hier hat sich eine Gefangene am Montag, den 2. August 2021, das Leben genommen. Das ist sehr traurig. Sie war erst am Freitag verhaftet worden, übers Wochenende war sie in der Sitzwachenzelle, am Montag kam sie dann in eine Einzelzelle auf der Quarantänestation mit halbstündigen Lebendkontrollen und mittags wurde sie stranguliert aufgefunden.</p>
<p>Auch wenn die meisten hier sie nicht kannten, geht es schon nahe. Eine meiner Besten hier hatte an dem Wochenende noch mit einer ehemaligen Gefangenen telefoniert, die zu ihr meinte, eine Freundin von ihr sei verhaftet worden, ob sie sich bitte um die kümmern könnte, wenn sie aus der Quarantäne raus ist. Traurig, diese Mauern nicht mehr lebendig verlassen zu können.“</p>
<p>In der Sächsischen Zeitung (SZ) wurden seitdem mehrere Artikel zu dem Fall veröffentlicht. <a href="https://www.saechsische.de/doebeln/lokales/suizid-sophie-kutscher-hartha-jva-chemnitz-saalbach-selbstmord-drogen-crystal-5530692-plus.html">Im Artikel vom 23. September 2021</a> wird berichtet, dass der Vater Jörg Kutscher sich um Aufklärung bemüht. Sein Anwalt hat Strafantrag gegen den Anstaltspsychologen und weitere unbekannte JVA-Beamte wegen fahrlässiger Tötung gestellt. Diese sollen Sophie Kutscher nach dem Erstgespräch nicht im ausreichendem Maße zur Verhinderung eines Suizids überwacht haben.</p>
<p>Es ist zu befürchten, dass niemand die Verantwortung wird übernehmen müssen. Bei Misshandlung, Folter, Tod und Mord in Polizeigewahrsam oder Haft gehen die Beamten in der Regel straffrei aus, so beispielsweise nach dem <a href="https://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2019/07/14/gg-bo-soligruppe-jena-fordert-aufarbeitung-der-totung-eines-gefangenen-durch-beamte-in-der-jva-tonna-im-juli-2010/">Mord an einem polnischen Untersuchungshäftling in der JVA Tonna 2010</a>. Dieser wurde nach einer Krise bei einer Außentemperatur von 35 °C über 12 Stunden im besonders gesicherten Haftraum fixiert – ohne Kühlung, ohne Getränke, ohne Versorgung. Der Gefangene starb am selben Tag im Krankenhaus in Bad Langensalza. Gegen neun Beamte wurden die Verfahren mangels hinreichenden Tatverdachts und gegen einen Sanitäter gegen die Zahlung von 3000 € eingestellt.</p>
<p>Nur wenn engagierte Angehörige und Initiativen Druck ausüben, wenn eine kritische Öffentlichkeit die Vorgänge begleitet, besteht überhaupt eine Chance, Aufklärung und Gerechtigkeit für die Toten und ihre Hinterbliebenen zu erreichen. Wir erklären deswegen unsere Solidarität mit der Familie von Sophie Kutscher. Volle Aufklärung der Todesumstände und Gerechtigkeit für Sophie Kutscher!</p>
<p>GG/BO-Soligruppe Jena, 16. Oktober 2021</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gerechtigkeit-fuer-sophie-kutscher-es-gibt-keinen-selbstmord-im-knast/">Gerechtigkeit für Sophie Kutscher– es gibt keinen „Selbstmord“ im Knast!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2020 11:44:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Brand]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Tegel]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Criminals for Freedom haben einen Bericht mit O-Tönen von Gefangenen über den Brand und den Todesfall in der JVA Tegel veröffentlicht, den wir im Folgenden wiedergeben. Mariusz Krischan, ehemaliger Gefangener des Knastes Tegel, ist tot. Während Leitmedien von Suizid sprechen und sich in ihrer Berichterstattung über Sachschäden und Schadenssummen auslassen, wollen wir an...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brand-tegel-corona/">Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Criminals for Freedom haben <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/28/brand-im-knast-tegel-gemeinsam-erinnern-gemeinsam-kaempfen/">einen Bericht mit O-Tönen von Gefangenen</a> über den Brand und den Todesfall in der JVA Tegel veröffentlicht, den wir im Folgenden wiedergeben.</p>
<p id="magicdomid1173">Mariusz Krischan, ehemaliger Gefangener des Knastes Tegel, ist tot. Während Leitmedien von Suizid sprechen und sich in ihrer Berichterstattung über Sachschäden und Schadenssummen auslassen, wollen wir an dieser Stelle an Mariusz erinnern und die tatsächlichen Hintergründe benennen. Denn auch an seinem Tot wird wieder offensichtlich: Es gibt keinen Selbstmord im Knast! Knast macht kaputt und tötet. Allerdings sind Knäste nicht einfach nur Gebäude, sondern betrieben von Menschen, welche da drin oder von außen zuarbeiten, Entscheidungen treffen und damit in der Verantwortung stehen für den Tot von Menschen! Im Gegensatz zu den Leitmedien werden wir nicht zulassen, dass sich diese Verantwortlichen anonym hinter ihren Berufsbezeichnungen verstecken können.</p>
<p id="magicdomid639">Erinnern und trauern wollen wir zunächst an Mariusz. Ein Gefangener spricht von ihm als „einem lieben, herzensguten, sensiblen und hilfsbereiten Menschen – sehr feinsinning, ein Künstler eben.“ Seit 14 Jahren in der JVA Tegel weggesperrt, saß er seit 2017 auf der Station 8, auf welcher er gestern gerstorben ist. Nach Aussagen von Mitgefangenen war es nicht das erste Mal, dass er sein Leben beenden wollte. Allen war klar, dass ihn der Knast kaputt macht – auch der sogenannten „Sozialarbeiterin“ Laura Bechtloff, die ihm kurz vorher noch eine Disziplinarmaßnahme verpasst hatte. Gleichzeitig hatte er seit 10 Jahren keinen Vollzugsplan. Entlassung also niemals in Sicht? Nicht ganz. Mariusz Entlassung wäre eine Abschiebung gewesen. „In den Medien hörst du nichts von den Schicksalen dahinter“ – nichts davon, dass Mariusz nach seinem letzten Jahr im Knast die Abschiebung nach Rumänien erwartet hätte.</p>
<p id="magicdomid1177">Für andere Gefangene der Stationen 7 und 8, die ihn kannten und mochten, gibt es keine Möglichkeit der Trauer: „Der einzige Unterschied zu sonst ist, dass wir erst um 8 Uhr zur Arbeit mussten.“ Brände, die von Gefangenen gelegt werden, werden in den Leitmedien zum einen individualisiert und entpolitisiert und zum anderen als Sachbeschädigung und Verschwendung von Steuergeldern dargestellt. Diese Sichtweise lässt die in der Gesellschaft und im Knast herrschenden Machtverhältnisse vollkommen außer acht. Die Schilderungen der Gefangenen machen außerdem deutlich, dass das Leben von Gefangenen nichts wert ist: „Ich konnte den Feuerwehreinsatz sehen. Die hatten es nicht besonders eilig. Wir zählen hier nichts.“</p>
<p id="magicdomid1451">Dies zeigt auch der Umgang mit Corona im Knast Tegel. Gefangene der Stationen 7 und 8 konfrontierten die Teilanstaltsleiterin Ann-Katrin Flach und die zuständigen Sozialarbeiter*innen mit den nicht vorhandenen Vorkehrungen zum Schutz der Gefangenen. Teilanstaltsleiterin Flach sagt dazu: „Oberste Priorität hat das Wohlergehen der Bediensteten.“</p>
<p id="magicdomid1639">Das wundert uns natürlich nicht ist auch kein Geheimnis. Aber es macht uns wütend, dass Menschen in den Knästen regelrecht wegsterben, weil das Systems sie ermordet. „Die Situation hier tötet Menschen und macht sie krank. Das geht hier mindestens 2 Leuten auf jeder Station so. Das ist allen klar.“</p>
<p id="magicdomid1919">Wir erinnern an Mariusz Krischan und sind im Herzen bei den Angehörigen und Mitgefangenen.</p>
<p id="magicdomid2053" class="ace-line"><strong><span class="author-a-z122zafz89zmz76zz75zwiz66zmz74zlz67zz70z5">Aus der Erinnerung wird Wut, diese gilt den gesamten Apparat und damit Menschen, welche die Knäste immer noch aufrechterhalten.  </span></strong><strong><span class="author-a-z122zafz89zmz76zz75zwiz66zmz74zlz67zz70z5">An alle da draußen: seit auch wütend, wehrt euch gegen diesen Drecks-Apparat! </span></strong></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brand-tegel-corona/">Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Coronakrise und erste Hungerstreiks, Selbstverletzungen und Selbstmorde unter Gefangenen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Mar 2020 16:49:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bundesweite Organisation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: In der JVA Köln-Ossdendorf hat eine Gefangene einen Hungerstreik begonnen, in der thüringischen JVA Untermaßfeld ist es zu ersten Selbstverletzungen von Häftlingen gekommen und in der baden-württembergischen JVA Bruchsal hat sich ein junger Gefangener das Leben genommen. Laut der Bruchsaler Rundschau sehe der Anstaltsleiter der JVA Bruchsal keinen Zusammenhang zwischen dem tags zuvor durchgesetzten...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/corona-selbstmorde/">Coronakrise und erste Hungerstreiks, Selbstverletzungen und Selbstmorde unter Gefangenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2020/03/25/coronakrise-und-erste-hungerstreiks-selbstverletzungen-und-selbstmorde-unter-gefangenen/">GG/BO-Soligruppe Jena:</a> In der JVA Köln-Ossdendorf hat eine Gefangene <a href="https://ggbo.de/gefangene-in-jva-koeln-ossendorf-in-hungerstreik-wegen-coronakrise/">einen Hungerstreik begonnen</a>, in der thüringischen JVA Untermaßfeld ist es zu ersten <a href="https://ggbo.de/ufeld-kein-lohn/">Selbstverletzungen von Häftlingen</a> gekommen und in der baden-württembergischen JVA Bruchsal hat sich ein junger Gefangener <a href="https://ggbo.de/erster-toter-covid-jva/">das Leben genommen</a>.</p>
<div class="entry-content">
<p><a href="https://ggbo.de/gefangene-in-jva-koeln-ossendorf-in-hungerstreik-wegen-coronakrise/">Laut der Bruchsaler Rundschau</a> sehe der Anstaltsleiter der JVA Bruchsal keinen Zusammenhang zwischen dem tags zuvor durchgesetzten Besuchsverbot und dem Suizid. Aus der JVA Untermaßfeld ist uns keine Stellungnahme bekannt. Auch wir können nur spekulieren. Prinzipiell dürfen wir aber in dieser Zeit bei allen Verzweiflungstaten und radikalen Widerstandsformen von Gefangenen einen Zusammenhang mit der Coronakrise nicht ausschließen.</p>
<p>Die <a href="https://ggbo.de/chemnitz-transparenz/">fehlenden Informationen, die mangelnde Transparenz und die Gerüchte</a> in den Haftanstalten, die Ausgangs- und <a href="https://ggbo.de/angehoerige-forderungen/">Besuchsverbote</a>, die Angst vor dem Eindringen des Virus in den <a href="https://ggbo.de/skandal-minister-sebastian-gemkow/">Infektionsherd Knast</a>, das Wissen um die vollkommen unzureichende medizinische Versorgung, der <a href="https://ggbo.de/ufeld-kein-lohn/">Wegfall des Einkommens</a> aus der Knastarbeit, die Folgen des Personalmangels unter den Beamten – all das belastet die Psyche der Gefangenen noch viel mehr als ohnehin schon.</p>
<p>Wir werden in den kommenden Wochen alle Proteste, alle Fälle von Selbstverletzung und Selbstmord unter Gefangenen dokumentieren. Für das Leiden und Sterben werden wir die Ministerien und Anstaltsleitungen, die eine massenhafte Entlassung von Häftlingen noch immer verhindern, zur Verantwortung ziehen!</p>
<p>Jena, 25. März 2020</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/corona-selbstmorde/">Coronakrise und erste Hungerstreiks, Selbstverletzungen und Selbstmorde unter Gefangenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Nachruf auf Gefangenen aus der JVA Rosdorf – erhängt und totgeschwiegen</title>
		<link>https://ggbo.de/nachruf-rosdorf/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2020 11:54:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Rosdorf]]></category>
		<category><![CDATA[psychisch krank]]></category>
		<category><![CDATA[Suizid]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Zu Silvester 2019 hat sich ein Gefangener aus der JVA Rosdorf das Leben genommen. Er hat sich in seiner Zelle erhängt. In den Medien fand sein Tod keine Erwähnung. Dieser sinnlose Tod hätte durch Entlassung und eine entsprechende Therapie verhindert werden können – wie der Tod so vieler psychisch belasteter Gefangener! Jans Selbstmord...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/nachruf-rosdorf/">Nachruf auf Gefangenen aus der JVA Rosdorf – erhängt und totgeschwiegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2020/03/23/nachruf-auf-gefangenen-aus-der-jva-rosdorf-erhangt-und-totgeschwiegen/">GG/BO-Soligruppe Jena:</a> Zu Silvester 2019 hat sich ein Gefangener aus der JVA Rosdorf das Leben genommen. Er hat sich in seiner Zelle erhängt. In den Medien fand sein Tod keine Erwähnung.</p>
<div class="entry-content">
<p>Dieser sinnlose Tod hätte durch Entlassung und eine entsprechende Therapie verhindert werden können – wie der Tod so vieler psychisch belasteter Gefangener! Jans Selbstmord ist nicht vergessen und wir werden uns auch in seinem Andenken für die Freilassung und Behandlung der Gefangenen einsetzen.</p>
<p>Und machen wir uns nichts vor: Es ist zu erwarten, dass bei der anstehenden corona-bedingten Gesundheitskatastrophe im Strafvollzug und bei der verschärften Isolation durch die verhängten Besuchseinschränkungen und -verbote noch viel mehr Gefangene an ihren Krankheiten oder durch Suizid sterben müssen. Deswegen setzt sich die GG/BO derzeit für die massenhafte Freilassung der Gefangenen ein. Retten wir Leben!</p>
<p>Als Nachruf geben wir den Bericht eines Mitgefangenen wieder:</p>
<p><em>„Was die Suizide betrifft, kann ich dir von einem Suizid berichten, der tatsächlich in einer nahegelegenen Zelle vom 31.12.2019 auf den 1.1.2020 durch Erhängen stattfand.</em></p>
<p><em>Der Mann wurde, obwohl nachweislich (wirklich nachweislich! Kein Gerücht o.ä.) depressiv, einige Tage vor Heiligabend 2019 auf eine Einzelzelle verlegt. Davor befand er sich in monatelang auf einer sog. „Kamerazelle“, da er als massiv suizidal, s.o., eingestuft wurde. Erstaunlich, nicht wahr? Genauso erstaunlich, dass es, meines Wissens nach, in KEINER der Medien mit auch nur einem Wort erwähnt wurde. Jan […] hieß der Junge, Zelle 33/4/JVA Rosdorf. Vielleicht kannst du ja eventuell sowas wie einen Nachruf, möglichst vor breiter Öffentlichkeit für ihn formulieren?“</em></p>
<p>Jena, 23. März 2020</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/nachruf-rosdorf/">Nachruf auf Gefangenen aus der JVA Rosdorf – erhängt und totgeschwiegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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