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	<title>Frauenvollzug Archive - Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</title>
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		<title>Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 12:57:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Luckau-Duben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe Criminals for Freedom über die Erfahrungen inhaftierter Frauen. Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen Posted on 2020/04/08 Die vielen Berichte von Gefangenen zum Umgang mit Corona in Knästen zeigen, dass die dortigen Verhältnisse noch zugespitzer, autoritärer und diskriminierender sind als draußen – allerdings ist das nicht erst seit Corona-Zeiten der Fall, sondern...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gedanken-frauenvollzug/">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/08/frauenknast-unterdrueckung-auf-mehreren-ebenen/">Criminals for Freedom</a> über die Erfahrungen inhaftierter Frauen.</p>
<h1 class="entry-title">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="11:05" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/08/frauenknast-unterdrueckung-auf-mehreren-ebenen/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-04-08T11:05:50+02:00">2020/04/08</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p id="magicdomid87" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Die vielen Berichte von Gefangenen zum Umgang mit Corona in Knästen zeigen, dass d</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">ie dortigen Verhältnisse noch zugespitzer, autoritärer und diskriminierender sind als draußen </span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">– a</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">llerdings ist das nicht erst seit Corona-Zeiten der Fall, sondern war schon immer so</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">.</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> Die Krise macht die Tatsache, dass Knast eine faschistische autoritäre Überwachungsinstitution ist, nur deutlicher.</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z"> Die folgenden Berichte von Christine Schwenke zeigen wieder einmal, wie schikanös</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> und rigoros</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z"> der Knast-Alltag auch ohne Corona aussieht</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> und wie Menschen dadurch gänzlich beherrscht werden. </span></p>
<p id="magicdomid89" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">So berichtet Christine, wie am Montag, den 02. März 2020 die Kamera vor ihrem Fenster ausgewechselt wurde. „</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Jetzt kann man mir uneingeschränkt in den Haftraum sehen. Diese Kameras besitzen einen Zoom, sodass selbst der Kaffeestand in meiner Tasse erkennbar ist. Totale Überwachung. Ich möchte Tageslicht und nicht mit geschlossenen Gardinen leben nur um einen Funken Privatsphäre zu haben. </i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">[…] </span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Warum können Innenbereiche der inhaftierten Frauen beobachtet werden? Werden die Bilder vielleicht sogar illegal in den Netzwerken veröffentlicht? Warum wurden 360° Kameras eingebaut?</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“</span></p>
<p id="magicdomid90" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Selbstverständlich wurden ihr diese Fragen nicht beantwortet. Dass die Körper der gefangenen Frauen und ihre Zellen vollumfassend überwacht werden, ist nicht nur ein Angriff auf die Privatsphäre (sofern es so etwas im Knast überhaupt gibt), es ist auch ein patriarchaler Angriff, nämlich auf die gesamte Sicherheit der Frauen und ihrer Körper. </span></p>
<p id="magicdomid92" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Dieser wird fortgesetzt, indem ihr die Selbstbestimmung, in diesem Beispiel über ihre Versorgung, gänzlich genommen wird. </span></p>
<p id="magicdomid94" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">„</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Bereits im November 2018 stellte ich den Antrag auf Selbstverpflegung, ein Vielzahl weiterer Anträge folgte. Ebenfalls eine Erklärung wonach ich die Anstalt aus der Verpflichtung nahm mich mit Nahrung zu versorgen. Vor dem 1. Mai 2019 gingen nochmals Anträge an die JVA. Eine Antwort in schriftlicher Form erhielt ich nie. Mündlich beim Einkauf warf mir der Leiter für Arbeit und Versorgung nur ein knappes „Nein!“ zu auf meine Frage zur Klärung der Selbstverpflegung.</i></span><i> </i><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Ab dem 1. Mai 2019 nehme ich kein JVA-Essen mehr.</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>„</i></span></p>
<p id="magicdomid96" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Ihre Entscheidung, Anstaltsessen nicht mehr zu sich zu nehmen, missachtet der Knast bewusst. Die Konsequenz: ihr wird trotzdem Essen zubereitet, welches dann weggeschmissen wird. In der Absurdität bestehend aus entzogener Selbstbestimmung, Missachtung von Christines Interessen (=kein Anstaltsessen) und gleichzeitiger Produktion von Selbigem zeigt der Kapitalismus mal wieder seine bekloppte Fratze. Christine ist darüber verärgert.<br />
</span></p>
<p class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>„</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. gab die Weisung, mich bei jeder Essensausgabe zu fragen. Das komplette Essen geht somit täglich zurück an die Küche und wird dort vernichtet. </i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>(…)</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>. Hier werden total sinnlos Lebensmittel vernichtet.</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“ </span></p>
<p id="magicdomid98" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Aber nicht nur bezüglich der „Essensversorgung“ ist Christine wütend. Vor allem einschneidend für sie ist die Art und Weise, wie sie weggesperrt wird</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">: „</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Warum befinde ich mich nach 4 ½ Jahren Haft noch immer auf der Durchgangsstation in reiner ‚Käfighaltung‘ ohne Beschäftigung, ohne regelmäßige Freiluftangebote (außer Sport). Warum werden Fernstudium und notwendige Materialien zur „Eigenbeschäftigung“ im Haftraum untersagt? Warum ist mir die Einbringung einer Schreibmaschine durch Dritte untersagt? Warum muss ich 6 bis 8 Monate auf eine Besuchsüberstellung zu meinem Sohn in der JVA Berlin-Tegel warten, obwohl diese alle 3 Monate vorgesehen sind? Mein letzter Besuch bei meinem Sohn in der JVA Berlin Tegel war am 06.08.2019. Die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. steht auf dem Standpunkt, dass Besuchsüberstellungen nur im Wechsel erfolgen, laut ‚eigenem JVA Luckau-Duben Gesetz‘ […] Mein Sohn hätte ca. 1 Woche Arbeits- und Studiumsausfall – ich bin Rentner in ‚Käfighaltung‘ ohne Arbeit, ohne jegliche Beschäftigung. Im Zoo weiß man wie schädlich Langeweile ist, in der JVA nicht.</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i> (…)</i></span></p>
<p id="magicdomid100" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Nach fast 5 Jahren Haft sollen 2 Ausführungen zur Erhaltung meiner ‚Lebenstüchtigkeit außerhalb der JVA‘ </i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">[Anmerk. C4F: Zitat aus Christines Vollzugsplan]</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i> dienen. Die stellvertretende Vollzugsabteilungsleiterin Kornelia Sch. sagt: ‚Wir wollen sehen, wie sie sich draußen benehmen.‘ Ups, bin ich im falschen Film?</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i> (…)</i></span></p>
<p id="magicdomid102" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Gravierend auch wohin die Ausführungen nur erfolgen dürfen. Also zu meinem inhaftierten Sohn schon mal verboten. Mir wurden 2 Möglichkeiten durch die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. und Stellvertreterin Kornelia Sch. eröffnet. ‚Entweder zu ihrer Tochter oder eine Stunde in ein Café in Luckau.‘ Meine Tochter brach im November 2018 den Kontakt zu mir ab – scheidet somit aus. </i></span></p>
<p id="magicdomid103" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Malen wir uns doch mal die einzigste noch verbleibende Möglichkeit mal aus. Ich in voller JVA-Kleidung (freiwillig), dann entweder Simone Sch. oder Kornelia Sch. und ein anderer Bediensteter in Privatkleidung gehen mit mir in ein Café in Luckau. Am Tisch vor meinen beiden Bodyguards sitze ich eine Stunde bei einer Tasse Kaffee, dann geht es zurück.</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“</span></p>
<p id="magicdomid105" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Ein „Ausflug“, bei dem Christine also weder Angehörige treffen, noch die Zeit draußen alleine ohne Staatdiener an der Backe verbringen kann, dient offensichtlich dem Zweck, sie vorzuführen, zu erniedrigen und nochmal da raufzutreten, wo Knast ohnehin jedes mal rauftritt: auf ihren Körper, ihre Seele, auf sie als gesamte Person der gefangenen Frau. </span></p>
<p id="magicdomid107" class="ace-line"><strong><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z b">Wir geben solche Berichte aber nicht wieder, damit nun der Kopf in den Sand gesteckt und Knast als unüberwindbares Problem betrachtet wird. Christine kämpft, indem sie berichtet und veröffentlicht. Sie lässt sich die Schikanen und Angriffe nicht gefallen. Wir hier draußen können ihr bei ihrer Selbstverteidigung durch Berichterstattung insofern unterstützen, als dass wir Verantwortlichen für Knast, Patriarchat und Staat in die Mängel nehmen, uns mit Gefangenen und ihren Kämpfen praktisch solidarisch zeigen und Kämpfe verbinden, drinnen wir draußen. Zeigt ihr also</span><span class="author-a-z76zvyz68zz65zz72z71z74z7z79zz89zuz75zz69zz86z b">, dass sie nicht allein ist.</span></strong></p>
<div id="magicdomid108" class="ace-line"></div>
<div id="magicdomid109" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Kontakt:</span></div>
<div id="magicdomid110" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Christine Schwenke</span></div>
<div id="magicdomid111" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Lehmkietenweg 1</span></div>
<div id="magicdomid112" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">15926 Luckau</span></div>
<div id="magicdomid113" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">schwenke52@gmx.de</span></div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gedanken-frauenvollzug/">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Gedanken, Gefühle und Ängste einer Gefangenen zur Corona-Krise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 12:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Luckau-Duben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Bei Criminals for Freedom findet sich der Brief einer Gefangenen aus der Frauen-JVA Luckau-Duben, hier weiterveröffentlicht. Gedanken, Gefühle und Ängste zur Corona-Krise Posted on 2020/04/07 Im Folgenden ein Brief, zuerst erschienen bei dem Twitter Kanal von Gefangenen aus der JVA Luckau-Duben, vom 27. März 2020 von der Gefangenen Christine Schwenke, 67 Jahre alt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brief-luckau-gedanken/">Gedanken, Gefühle und Ängste einer Gefangenen zur Corona-Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">GG/BO-Soligruppe Jena: Bei <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/07/gedanken-gefuehle-und-aengste-zur-corona-krise/">Criminals for Freedom</a> findet sich der Brief einer Gefangenen aus der Frauen-JVA Luckau-Duben, hier weiterveröffentlicht.</p>
<h1 class="entry-title">Gedanken, Gefühle und Ängste zur Corona-Krise</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="10:24" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/07/gedanken-gefuehle-und-aengste-zur-corona-krise/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-04-07T10:24:49+02:00">2020/04/07</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p>Im Folgenden ein Brief, <a href="https://twitter.com/jvaluckauduben" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zuerst erschienen bei dem Twitter Kanal von Gefangenen aus der JVA Luckau-Duben</a>, vom 27. März 2020 von der Gefangenen Christine Schwenke, 67 Jahre alt und seit Mai 2015 im Knast Luckau-Duben inhaftiert. Wir teilen nicht gänzlich die dort beschriebene Meinung, allerdings gibt der Brief Gefühle der Gefangenen aber auch Zustände im Knast sehr gut wieder.</p>
<p id="magicdomid12" class="ace-line"><em><span class="">Was kommt hinter den Mauern von den Maßnahmen zur Corona-Krise an? </span><span class="">Das ist ein ganz aktuelles brandwichtiges Thema und zwar für ALLE – „draußen“ und „drinnen“. Nur ein Infizierter egal ob Mitarbeiter des Vollzugs oder Gefangener hätte zur Folge, dass die gesamte JVA Luckau-Duben mit 297 Gefangenen und 173 Mitarbeitern zur Quarantäne-Einrichtung zählen würde.</span></em></p>
<p id="magicdomid17" class="ace-line"><em><span class="">Was für Maßnahmen werden bislang umgesetzt?</span></em></p>
<p id="magicdomid19" class="ace-line"><em><span class="u"><u>10. + . 13. März</u></span><span class=""> stationsweise eine oberflächliche ca. 10 minütige Info für die Gefangenen. Dazu wurden alle in den Gemeinschaftsraum gebeten – gesamt mit Vollzugsabteilungsleiterin (VAL‘ in) Simone Sch. 17 Personen. Nichts neues oder gar für den Vollzug zutreffendes hörten wir nur „Hände mit Seife waschen“. Abstandhalten wurde als Verhöhnung aufgefasst. Wie kann die VAL‘in Simone Sch. davon reden, wenn sie sich sogar selbst dicht an dicht mit 16 Gefangenen. In einem ca. 12m² großen Bereich aufhält. Am 13. März kündigte sie an die nächsten Wochen nicht anwesend zu sein. Extra Betonung lag auf „Bin nicht infiziert“. Was dann? Das bleibt offen. Gefangene grübeln um Urlaub, Weiterbildung ist gesperrt, auch nur noch Not OP? Angst macht sich breit, könnte doch nur Quarantäne sein. Was anderes fällt keinem ein. VAL‘in Simone Sch. ging aber in alle 4 Stationen und sprach mit den Gefangenen auf engstem Raum. Keiner möchte ihr etwas unterstellen, aber Unverständnis und Angst beherrschen viele. Gestern fragte ich die Bedienstete Fr. G. welche Hygienemaßnahmen für ankommende Bedienstete bestehen. Antwort: “Darf ich Ihnen nicht sagen.“ Was empfinde ich bei dieser Antwort? Wenn alles ok wäre, hätte es die unverfängliche Antwort geben können, wie z.B. „Genau so viele und sorgfältige, wie „draußen“. Ich wäre beruhigt. Aber diese Antwort – darf es nicht sagen – deute ich als mangelhafte, unzureichende, kaum Hygienemaßnahmen, das macht Angst. Es ist übrigens der allgemein übliche Umgang mit Gefangenen, nur in der großen Sorge um die eigene Gesundheit sollten Gefangene Infos erhalten.</span></em></p>
<p><em><span class="">Was macht VAL‘in Simone Sch.? Welche Hygienemaßnahmen gibt es für Bedienstete?</span></em></p>
<p id="magicdomid22" class="ace-line"><em><span class="u"><u>15. März, Sonntag</u></span><span class=""> Gottesdienst bis auf weiteres gesperrt. Wo ist der Pfarrer? Die katholische Seelsorge verhängte ein Arbeitsstopp für Pfarrer. Wird da die Seelsorge falsch interpretiert? Schon zu „Pest-Zeiten“ halfen die Seelsorger wo sie nur konnten. Kann man Hilfe und Nächstenliebe predigen, aber sich selbst ausschließen? Nein das ist mehr eine Religions- eine Glaubensfrage. Seelsorge nicht da, Sozialarbeiterin krank, Psychologe wird auch nicht gesehen. Keiner der Bediensteten fragt, wie es den Frauen mit ihren berechtigt, großen Sorgen um ihre Kinder, ihre Familienangehörigen geht. Nichts, die „Käfighaltung“ der Gefangenen wird einfach wort- und interesselos weitergeführt.</span></em></p>
<p id="magicdomid24" class="ace-line"><em><span class="u"><u>17. März</u></span><span class=""> alle Gefangenen aus den Zellen auf den Flur treten. Stellvertretende VAL‘in Kornelia Sch. Gibt die Info Besuchssperre auf unbestimmte Zeit. Es blieb seitens der Gefangenen absolut ruhig – Gefangene sind einsichtig. Gefangene sehen sich die Aufrufe im TV an, der einzigsten Info-Quelle überhaupt.</span></em></p>
<p id="magicdomid26" class="ace-line"><em><span class="u"><u>19. März</u></span><span class=""> der Bildungsbereich für männliche + weibliche Gefangene wird geschlossen – Einsicht. Von Station 31 rücken noch 2 Gefangene zur Arbeit aus – Wäscherei und „Luxus-Kantine“. Alle anderen Gefangenen bleiben auf Station, die normalen Aufschlusszeiten bleiben erhalten 6:20 – 7:00, 11:30 – 12:30, 17:00 – 20:00. Kontakt zu diesen Zeiten ist nur auf der jeweiligen Station möglich. Die einzelnen Stationen sind somit konsequent voneinander getrennt. Wenn da nicht die Freistunde und der Sport wären. Dort nehmen Gefangene gemischt von den anderen Stationen teil. Das Freizeitszenario beginnt mit dem Sammeln der Gefangenen vor dem Eingang Freistundenplatz. Dicht gedrängt stehen die Frauen, drücken und kuscheln sich untereinander, gleiches am Ende der Freistunde. Verteilung eines Virus auf allen Stationen ist damit 100%ig gesichert. Gleiches wenn es zum Sport geht, dort kommt noch hinzu, dass man an Geräten trainiert, die zuvor von mehreren Männergruppen genutzt wurden. Verteilung auf andere Haftbereiche 100%-ig gesichert – Männer- und Frauenbereich.</span></em></p>
<p id="magicdomid28" class="ace-line"><em><span class="u"><u>25. März</u></span><span class=""> Maßnahme, die Ausgabe des Gefangenen-Einkaufs findet getrennt auf den Stationen statt. Gute Idee, aber sinnlos, solange die Virenwege offen sind – Sport und Freistunde.</span></em></p>
<p id="magicdomid30" class="ace-line"><em><span class="u"><u>27. März </u></span><span class="">keine Maßnahme – Bediensteten-Kantine weiterhin geöffnet. Ca. 8 weibliche + männliche Gefangene arbeiten dort im Küchen- und Servicebereich. Das macht nachdenklich! „Draußen“ sind schon lange Gaststätten geschlossen und hier gönnt sich der Anstaltsleiter Hoffe weiterhin im Kreise seiner Mitarbeiter den 50 Cent Kaffee. Luxus hinter Mauern? Diese Ignoranz zeigt die Gesamteinstellung des Anstaltsleiters Hoff. Was lese ich daraus ab? Der Mensch Gefangener ist für ihn nicht schützenswert. Egal ob es da „draußen“ Empfehlungen, Anordnungen, Vorschriften, Verordnungen gibt, die teils mit Strafen bei Verstoß geahndet werden. Hinter den Mauern ist das Gesetz des Anstaltsleiters Hoff gültig. Schon 2016 erhielt ich schriftlich eine brisante richtungweisende Äußerung, dass es nicht erheblich ist, auch wenn das Gesetz es vorschreibt. Das erkenne ich in der Ignoranz aller vorgeschriebenen Maßnahmen und des Luxus der Weiterbetreibung der Bediensteten-Kantine. </span></em></p>
<p id="magicdomid32" class="ace-line"><em><span class="u"><u>23. März</u></span><span class=""> ich stellte den Antrag auf Isolation, da ich zur Risikogruppe mit 67 Jahren gehöre. Statt der üblichen Aufschlusszeit beantragte ich nur von 12:30 – 16:00 einen Einzelaufschluss. Damit wäre Essenszubereitung und Sport Hometrainernutzung im Gemeinschaftsraum möglich. Auf Freistunde und Sport verzichte ich freiwillig, es sei denn Sport würde im freien auf den „zahlreichen Sportanlagen“ laut Homepage der JVA Luckau-Duben, stattfinden. Allerdings kennt kein Gefangener außer der Sporthalle diese zahlreichen Sportanlagen. Vielleicht ließen sie sich unter der Unkrautdecke wiederfinden. Am 26. März erhielt ich von der Bediensteten Fr. Sch. auf meine Anfrage, wann die Bearbeitung des Antrags erfolgt, die lapidare Antwort – „Wir haben 14 Tage Zeit dazu.“ Ist die Corona-Krise bei Bediensteten noch nicht angekommen? Auch das spiegelt die Einstellung wieder: Mensch – Gefangener unwichtig!</span></em></p>
<p id="magicdomid34" class="ace-line"><em><span class="">Nach §77 (1) BbgJVollzG „Die Gefangenen haben die notwendigen Anordnungen zum Gesundheitsschutz und zur Hygiene zu befolgen.“ Na dann bitte – mehr will ich doch nicht!</span></em></p>
<p id="magicdomid36" class="ace-line"><em><span class="">§79 BbgJVollzG „Zwangsmaßnahmen auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge“, das ist die Überschrift. Warum muss ich als Gefangene meinen Gesundheitsschutz einfordern, der mir von Gesetzeswegen zusteht?</span></em></p>
<p id="magicdomid37" class="ace-line"><em><span class="">In der Begründung §77 steht „Die Gefangenen haben sich ebenso, wie in Freiheit eigenverantwortlich um ihr körperliches Wohl zu kümmern. Diese Verantwortung soll ihnen die Anstalt nicht abnehmen.“ Kein Wort zu finden – Anstalt soll Gesundheitsschutz, Eigenverantwortung </span><span class="i">verhindern</span><span class="">. </span></em></p>
<p id="magicdomid38" class="ace-line"><em><span class="">Meine bereits 2018 beantragte Selbstverpflegung ignoriert, obwohl sich die Gesundheitswerte verbesserten, seit 1. Mai 2019 enthob ich die Anstalt von der Verpflichtung der Ernährung durch Anstaltsessen. Diese Ignoranz meiner Eigenverantwortung wird demnächst sogar vor Gericht landen. Jetzt werden nur alle allgemein herrschenden Maßnahmen z.B. für die Risikogruppe verwehrt.</span></em></p>
<p id="magicdomid39" class="ace-line"><em><span class="">Was ist das BbgJVollzG hinter den Mauern der JVA Luckau-Duben wert? Warum herrschen die Eigengesetze des Anstaltsleiters Hoff? Warum gibt es in der JVA Luckau-Duben keine Vorbilder? </span></em></p>
<div id="magicdomid40" class="ace-line"></div>
<div id="magicdomid41" class="ace-line"><em><span class="">Hilfe ich habe Angst!</span></em></div>
<div id="magicdomid42" class="ace-line"></div>
<div id="magicdomid43" class="ace-line"><span class=""> </span></div>
<div id="magicdomid44" class="ace-line"><span class="">Christine Schwenke</span></div>
<div id="magicdomid45" class="ace-line"><span class="">Lehmkietenweg 1</span></div>
<div id="magicdomid46" class="ace-line"><span class="">15926 Luckau</span></div>
<div id="magicdomid47" class="ace-line"><span class="">schwenke52@gmx.de</span></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Außerdem: Gefangene aus dem Knast Luckau-Duben haben sich in einem Brief an das Gesundheitsamt gewandt, <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/04/EUd2q12XYAItlcQ-scaled.jpeg">siehe hier</a>.</p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brief-luckau-gedanken/">Gedanken, Gefühle und Ängste einer Gefangenen zur Corona-Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Ausbilder in JVA Chemnitz hat angeblich Coronavirus – keine konkreten Schutzmaßnahmen für Inhaftierte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2020 14:06:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
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		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Chemnitz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ergänzung vom 14. April: Laut Angaben des stellvertretenden Anstaltsleiters habe sich das Gerücht über die Infektion des Anstaltsleiters nicht bestätigt. GG/BO-Soligruppe Jena:  Unter Gefangenen in der JVA Chemnitz hat sich herumgesprochen, dass der Ausbilder für Holzverarbeitung aus den Ausbildungsbetrieben für Inhaftierte positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Seit Montag falle die Ausbildung aus, aber...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/corona-in-chemnitz/">Ausbilder in JVA Chemnitz hat angeblich Coronavirus – keine konkreten Schutzmaßnahmen für Inhaftierte</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #ff0000;">Ergänzung vom 14. April: Laut Angaben des stellvertretenden Anstaltsleiters habe sich das Gerücht über die Infektion des Anstaltsleiters nicht bestätigt.</span></p>
<p><a href="https://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2020/04/03/ausbilder-in-jva-chemnitz-hat-coronavirus-keine-konkreten-schutzmasnahmen-fur-inhaftierte/">GG/BO-Soligruppe Jena: </a> Unter Gefangenen in der JVA Chemnitz hat sich herumgesprochen, dass der Ausbilder für Holzverarbeitung aus den Ausbildungsbetrieben für Inhaftierte positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Seit Montag falle die Ausbildung aus, aber über die Hintergründe seien die Gefangenen nicht informiert worden.</p>
<div class="entry-content">
<p>Die Ausbilder haben untereinander und mit den Inhaftierten viel Kontakt. Normalerweise versammeln sich jeden Morgen alle 50 Gefangene aus den Ausbildungsbetrieben und ihre 5 Ausbilder in der Sammelstelle zur Kontrolle. Anschließend gehen sie zu ihren jeweiligen Ausbildungsbetrieben. Trotz dieses Risikos laufen einige Ausbildungen weiter und die Gefangenen aus der Ausbildung zur Holzverarbeitung seien weder getestet noch unter Quarantäne gestellt worden.</p>
<p>Die intransparente Informationspolitik gegenüber den Gefangenen und die mangelnde Vorsichtsmaßnahmen schüren Angst und Unsicherheit unter den Häftlingen.</p>
<p>Insofern machen wir die Forderung der Gefangenen nach transparenten Informationen, nach Vorsorgemaßnahmen und einer Entlassung der Gefangenen stark.</p>
<p>3. April 2020</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/corona-in-chemnitz/">Ausbilder in JVA Chemnitz hat angeblich Coronavirus – keine konkreten Schutzmaßnahmen für Inhaftierte</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Forderungsbrief von Gefangenen aus der JVA Chemnitz bringt ersten Erfolg</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2020 14:55:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Am 19. März 2020 unterzeichneten 70 Inhaftierte aus der Frauen-JVA Chemnitz einen Forderungsbrief an die Anstaltsleiterin. Sie stellen darin zahlreiche Fragen in Bezug auf Kommunikation mit Verwandten, medizinische Versorgung, Hygienemaßnahmen in der Anstalt und Kompensation für Lohnausfall für die Gefangenen. Heute haben wir erfahren, dass es zu ersten Verbesserungen für die Gefangenen gekommen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/forderungsbrief-von-gefangenen-aus-der-jva-chemnitz-bringt-ersten-erfolg/">Forderungsbrief von Gefangenen aus der JVA Chemnitz bringt ersten Erfolg</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://gefangenensolijena.noblogs.org/post/2020/04/02/forderungsbrief-von-gefangenen-aus-der-jva-chemnitz-bringt-ersten-erfolg/">GG/BO-Soligruppe Jena:</a> Am 19. März 2020 unterzeichneten 70 Inhaftierte aus der Frauen-JVA Chemnitz einen Forderungsbrief an die Anstaltsleiterin. Sie stellen darin zahlreiche Fragen in Bezug auf Kommunikation mit Verwandten, medizinische Versorgung, Hygienemaßnahmen in der Anstalt und Kompensation für Lohnausfall für die Gefangenen.</p>
<div class="entry-content">
<p>Heute haben wir erfahren, dass es zu ersten Verbesserungen für die Gefangenen gekommen ist. Die Firma Telio, welche die Telefone für die Gefangenen betreibt, wird ab sofort 120 Freiminuten monatlich ins Festnetz ermöglichen. Außerdem bekommen die Gefangenen Atemschutzmasken ausgehändigt. Die inhaftierte Gewerkschafterin Sandra aus der JVA Chemnitz wertet dies als einen Teilerfolg. Klar ist, dass die Maßnahmen noch viel weiter gehen müssen.</p>
<p><span style="color: #ff0000;">Ergänzung vom 3. April 2020: Die 120 Freiminuten gelten nicht monatlich, sondern nur einmalig.</span></p>
<p>Wir geben im Folgenden den Forderungsbrief vom 19. März wieder:</p>
<p><em>Sehr geehrte Frau König-Bender,</em></p>
<p><em>ich wende mich nun an Sie, da ich so wie alle Gefangenen Angst und Sorge habe, wie es mit uns weiter geht. Daher bitte ich Sie inständig, lassen Sie uns nicht länger im Ungewissen! Dass wir alle zwei Tage mal ein paar Informationen erhalten z.B. in Hinsicht auf Besuchseinschränkungen, entspannt die Situation nicht im Geringsten. Auch die Tatsache, dass man lediglich informiert wird, wenn es einen selbst betrifft und auch nur dann, ist wenig beruhigend. Denn wir alle haben indirekt oder direkt irgendwie/irgendwo mit jedem Gefangenen zu tun. Also betrifft und geht es auch uns alle an! Wir verstehen, dass es auch für Sie eine Herausforderung ist, dem Ganzen Herr zu werden. Aber nicht nur die Bediensteten haben ein Recht auf Information. Auch wir Gefangenen. Denn wir sind es, die dem Ganzen gnadenlos ausgeliefert sind, die darauf hoffen müssen, dass das Justizministerium und auch Sie als Anstaltsleiterin die richtigen Entscheidungen für uns treffen.</em></p>
<p><em>Dass Bedienstete lediglich Fieber gemessen bekommen, weiterhin ohne Mundschutz und Handschuhe arbeiten, weckt absolutes Unverständnis. Wir wissen, dass es einen Pandemieplan gibt, doch was beinhaltet dieser? Gibt es eine Quarantänestation? Wie wird im Fall eines positiven Falles reagiert? Werden wir informiert? Sind weiterhin Einkäufe durch Massak (Anmerk. der Abtippenden: Die Firma Massak Logistik GmbH http://www.massak.de/ beliefert über 70 Knäste in Deutschland) gewährleistet?</em></p>
<p><em>Ist es wie in Schleswig-Holstein geplant, aufgrund der eingeschränkten sozialen Kontakte Telefonentgelte auszusetzen, eventuell Skype-anrufe tätigen zu können? Viele haben Angst um ihre Angehörigen und sich, sind aber finanziell nicht in der Lage etwaige Telefonkosten zu stemmen oder stemmen zu lassen. Hinzu kommt, dass gerade auch im Fall einer kompletten Quarantäne es für die Psyche eines Jeden förderlich wäre, gerade dann derart soziale Kontakte aufrechterhalten zu können.</em></p>
<p><em>Wir haben viele Fragen v.a. auch wie es sich mit der medizinischen Versorgung verhält. Denn diese ist ohnehin schon in der Vergangenheit kaum gegeben. Ist geplant, etwas am Arbeitsablauf zu ändern? Denn jeden Morgen treffen sich alleine beim Ausbildungsablauf allein rund 55 Gefangene in der 53. Für den Fall, dass die Ausbildung und Arbeit ausfallen werden, gibt es da dennoch Entlohnung? Und seien es nur 60% der eigentlichen Entlohnung. Ist geplant, erstmal für jeden Haftraum unentgeltlich ein TV Gerät zu stellen? Wir haben Fragen über Fragen. Doch bekommen keinerlei Antworten. Wir bitten Sie inständig, uns Antworten und das Gefühl der Sicherheit zurück zu geben. Dies ist nun wichtiger denn je!</em></p>
<p><em>Mit freundlichen Grüßen</em></p>
<p><em>Sunny W.</em></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/forderungsbrief-von-gefangenen-aus-der-jva-chemnitz-bringt-ersten-erfolg/">Forderungsbrief von Gefangenen aus der JVA Chemnitz bringt ersten Erfolg</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Christine aus der JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen</title>
		<link>https://ggbo.de/schikanen-luckau/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 11:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Luckau-Duben]]></category>
		<category><![CDATA[Schikanen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Im Folgenden der Bericht der Gefangenen Christine aus der Frauen-JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen, erstveröffentlicht bei Criminals for Freedom. Fluchtgefahr!? Posted on 2020/03/28 Christine Schwenke ist eine engagierte Gefangene, welche Zustände im Knast nicht einfach hinnimmt, sondern sich stetig, vor allem durch Alltagskämpfe, versucht zu wehren. Dass sie dem Knast Luckau-Duben deswegen ein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/schikanen-luckau/">Christine aus der JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Im Folgenden der Bericht der Gefangenen Christine aus der Frauen-JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen, erstveröffentlicht bei <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/28/fluchtgefahr/">Criminals for Freedom</a>.</p>
<header class="entry-header">
<h1 class="entry-title">Fluchtgefahr!?</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="12:35" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/28/fluchtgefahr/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-03-28T12:35:16+01:00">2020/03/28</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p>Christine Schwenke ist eine engagierte Gefangene, welche Zustände im Knast nicht einfach hinnimmt, sondern sich stetig, vor allem durch Alltagskämpfe, versucht zu wehren. Dass sie dem Knast Luckau-Duben deswegen ein Dorn im Auge ist, liegt auf der Hand. Im folgenden Bericht beschreibt sie, mit welchen perfiden Mitteln der Knast schon den kleinsten Widerstand brechen will. <a href="https://www.zeit.de/2018/44/ungeklaerte-kriminalfaelle-mord-maike-t-urteil-gericht-ermittlungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wichtig anzumerken ist, dass Christine „Anstiftung zum Mord“ vorgeworfen wird und sie deswegen lebenslänglich bekommen hat</a>. Sie plädiert sehr auf ihre Unschuld – keine Frage, dass kann diskutiert werden, ist aber unserer Meinung nach in Anbetracht einer lebenslangen Haftverurteilung mitunter nachvollziehbar.</p>
<p>„Am 9. Juli 2014 wurde ich, Christine Schwenke, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, angebliche ‚Anlass-Tat‘ am 3. Juni 1997. Nach diesem Urteil bekam ich Haftverschonung, da eine Fluchtgefahr weder vom Staatsanwalt noch vom Richter angenommen wurde. Die Revision wurde abgelehnt und so ging ich noch am gleichen Tag, den 20. Mai 2015 als sogenannte Selbststellerin in die JVA Luckau-Duben – den einzigen Frauenvollzug im Land Brandenburg. Was bedeutet es eine Selbststellerin zu sein? Für den Anstaltsleiter Hoff der JVA Luckau-Duben bedeutet es – Achtung Fluchtgefahr!</p>
<p>Begründet wird die Fluchtgefahr durch folgende Faktoren: Schwerwiegendster Faktor, der auch zur Einschätzung als ‚schlimmste Gefangene‘ zählt, ist die nachdrückliche Tatleugnung. Weitere Faktoren sind im VZ-Plan [Anmerkung C4F: Vollzugsplan] benannt – mangelhafte Akzeptanz vollzuglicher Regelungen und grenzüberschreitendes Verhalten.</p>
<p>Aber was bedeutet das und wie begründet das Anstaltsleiter Hoff? Welche mangelnde Akzeptanz und welche schwerwiegenden Grenzüberschreitungen führen zur Annahme Fluchtgefahr?</p>
<p>Im 2. VZ-Plan vom 19. Dezember 2017 wurde Folgendes angeführt:</p>
<p>1. Eine Beschwerde bezüglich des Mittagessens ging am 30. Mai 2017 direkt an die Küche ohne den Weg über die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. einzuhalten, was unter anderem daran liegt, dass Anträge von dieser teilweise erst einen Monat später weitergegeben werden.</p>
<p>2. Am 21. September 2017 wollte ich meinen VZ-Plan mit zum Sport nehmen – ideal auf dem Home-Trainer zu lesen. Verboten – schwere Grenzüberschreitung.</p>
<p>3. Am 17. November 2017 schaute eine zielstrebige Bedienstete [Anmerkung C4F: <a href="https://ggboberlin.blackblogs.org/von-gefaehrlichen-gummitieren-und-gewuerzen-razzia-in-der-jva-luckau-duben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beteiligte an der Gummibär-Razzia</a>] in meinen Schrank und stellte 2 BH‘s fest, obwohl ich einen Mangel angemeldet hatte – schwere Grenzüberschreitung.</p>
<p>4. Am 23. November 2017 half ich einer Mitgefangenen bei Anträgen. Diese sollten durch eine weitere Gefangene übergeben werden – schwere Grenzüberschreitung: Noch vorhandenes Syndrom der Hilfsbereitschaft und Schmuggeln von Anträgen.</p>
<p>Fazit: Tatleugnung, falsche Antragsstellung, „Schmuggel“ von und Hilfen bei Anträgen, 1 BH zu wenig im Schrank werden als Grenzüberschreitungen deklariert und gelten als Fluchtgefahr.</p>
<p>Anfragen meinerseits nach schriftlichen Erklärungen und Begründungen bleiben unbeantwortet. Es bleibt daher unklar, inwiefern diese angeblich grenzüberschreitenden Verhaltensweisen Fluchtgefahr befürchten lassen. Andererseits geht die JVA Luckau-Duben mit ihren eigenen Regeln sehr lax um: Mein erster Vollzugsplan kam mit einer Verspätung von 79 Wochen, statt in den ersten 8 Wochen, wie im <a href="https://bravors.brandenburg.de/gesetze/bbgjvollzg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brandenburger Justizvollzugsgesetz</a> (BbgJVllzG) festgelegt. Das ist eine Verspätung von ca. 1 ½ Jahren. Von Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. selbst wird die Einhaltung dieses Gesetzes als unerheblich eingestuft. Es ist an der Zeit, dass ‚Draußenleute‘ bewusster, kritischer hinschauen.“</p>
<p>Dieser Aufforderung sollten wir alle ernst nehmen! Mit geschärftem Blick Knäste und das System, welches sie braucht, nicht nur jederzeit kritisch hinterfragen sondern auch Taten entspringen lassen! Schreibt Christine, folgt den Infos aus dem Knast <a href="https://twitter.com/jvaluckauduben" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luckau-Duben auf Twitter</a> und <a href="http://www.frauenknast-live.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">informiert euch auf ihrer Homepage</a> (geht nicht über Tor zu öffnen). Seid außerdem kreativ, offensiv und widerständig im Kampf gegen Knäste und Staat! Christine benennt die Verantwortlichen für ihre Situation – macht was draus!</p>
<p>Kontakt:</p>
<p>Christine Schwenke<br />
Lehmkietenweg 1<br />
15926 Luckau</p>
<p>schwenke52@gmx.de</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/schikanen-luckau/">Christine aus der JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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