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	<title>Brandenburg Archive - Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</title>
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	<description>Volle Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern.</description>
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		<title>Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 12:57:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Luckau-Duben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe Criminals for Freedom über die Erfahrungen inhaftierter Frauen. Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen Posted on 2020/04/08 Die vielen Berichte von Gefangenen zum Umgang mit Corona in Knästen zeigen, dass die dortigen Verhältnisse noch zugespitzer, autoritärer und diskriminierender sind als draußen – allerdings ist das nicht erst seit Corona-Zeiten der Fall, sondern...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gedanken-frauenvollzug/">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/08/frauenknast-unterdrueckung-auf-mehreren-ebenen/">Criminals for Freedom</a> über die Erfahrungen inhaftierter Frauen.</p>
<h1 class="entry-title">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="11:05" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/08/frauenknast-unterdrueckung-auf-mehreren-ebenen/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-04-08T11:05:50+02:00">2020/04/08</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p id="magicdomid87" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Die vielen Berichte von Gefangenen zum Umgang mit Corona in Knästen zeigen, dass d</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">ie dortigen Verhältnisse noch zugespitzer, autoritärer und diskriminierender sind als draußen </span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">– a</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">llerdings ist das nicht erst seit Corona-Zeiten der Fall, sondern war schon immer so</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">.</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> Die Krise macht die Tatsache, dass Knast eine faschistische autoritäre Überwachungsinstitution ist, nur deutlicher.</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z"> Die folgenden Berichte von Christine Schwenke zeigen wieder einmal, wie schikanös</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> und rigoros</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z"> der Knast-Alltag auch ohne Corona aussieht</span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z"> und wie Menschen dadurch gänzlich beherrscht werden. </span></p>
<p id="magicdomid89" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">So berichtet Christine, wie am Montag, den 02. März 2020 die Kamera vor ihrem Fenster ausgewechselt wurde. „</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Jetzt kann man mir uneingeschränkt in den Haftraum sehen. Diese Kameras besitzen einen Zoom, sodass selbst der Kaffeestand in meiner Tasse erkennbar ist. Totale Überwachung. Ich möchte Tageslicht und nicht mit geschlossenen Gardinen leben nur um einen Funken Privatsphäre zu haben. </i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">[…] </span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Warum können Innenbereiche der inhaftierten Frauen beobachtet werden? Werden die Bilder vielleicht sogar illegal in den Netzwerken veröffentlicht? Warum wurden 360° Kameras eingebaut?</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“</span></p>
<p id="magicdomid90" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Selbstverständlich wurden ihr diese Fragen nicht beantwortet. Dass die Körper der gefangenen Frauen und ihre Zellen vollumfassend überwacht werden, ist nicht nur ein Angriff auf die Privatsphäre (sofern es so etwas im Knast überhaupt gibt), es ist auch ein patriarchaler Angriff, nämlich auf die gesamte Sicherheit der Frauen und ihrer Körper. </span></p>
<p id="magicdomid92" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Dieser wird fortgesetzt, indem ihr die Selbstbestimmung, in diesem Beispiel über ihre Versorgung, gänzlich genommen wird. </span></p>
<p id="magicdomid94" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">„</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Bereits im November 2018 stellte ich den Antrag auf Selbstverpflegung, ein Vielzahl weiterer Anträge folgte. Ebenfalls eine Erklärung wonach ich die Anstalt aus der Verpflichtung nahm mich mit Nahrung zu versorgen. Vor dem 1. Mai 2019 gingen nochmals Anträge an die JVA. Eine Antwort in schriftlicher Form erhielt ich nie. Mündlich beim Einkauf warf mir der Leiter für Arbeit und Versorgung nur ein knappes „Nein!“ zu auf meine Frage zur Klärung der Selbstverpflegung.</i></span><i> </i><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Ab dem 1. Mai 2019 nehme ich kein JVA-Essen mehr.</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>„</i></span></p>
<p id="magicdomid96" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Ihre Entscheidung, Anstaltsessen nicht mehr zu sich zu nehmen, missachtet der Knast bewusst. Die Konsequenz: ihr wird trotzdem Essen zubereitet, welches dann weggeschmissen wird. In der Absurdität bestehend aus entzogener Selbstbestimmung, Missachtung von Christines Interessen (=kein Anstaltsessen) und gleichzeitiger Produktion von Selbigem zeigt der Kapitalismus mal wieder seine bekloppte Fratze. Christine ist darüber verärgert.<br />
</span></p>
<p class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>„</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. gab die Weisung, mich bei jeder Essensausgabe zu fragen. Das komplette Essen geht somit täglich zurück an die Küche und wird dort vernichtet. </i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i>(…)</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>. Hier werden total sinnlos Lebensmittel vernichtet.</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“ </span></p>
<p id="magicdomid98" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Aber nicht nur bezüglich der „Essensversorgung“ ist Christine wütend. Vor allem einschneidend für sie ist die Art und Weise, wie sie weggesperrt wird</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">: „</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Warum befinde ich mich nach 4 ½ Jahren Haft noch immer auf der Durchgangsstation in reiner ‚Käfighaltung‘ ohne Beschäftigung, ohne regelmäßige Freiluftangebote (außer Sport). Warum werden Fernstudium und notwendige Materialien zur „Eigenbeschäftigung“ im Haftraum untersagt? Warum ist mir die Einbringung einer Schreibmaschine durch Dritte untersagt? Warum muss ich 6 bis 8 Monate auf eine Besuchsüberstellung zu meinem Sohn in der JVA Berlin-Tegel warten, obwohl diese alle 3 Monate vorgesehen sind? Mein letzter Besuch bei meinem Sohn in der JVA Berlin Tegel war am 06.08.2019. Die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. steht auf dem Standpunkt, dass Besuchsüberstellungen nur im Wechsel erfolgen, laut ‚eigenem JVA Luckau-Duben Gesetz‘ […] Mein Sohn hätte ca. 1 Woche Arbeits- und Studiumsausfall – ich bin Rentner in ‚Käfighaltung‘ ohne Arbeit, ohne jegliche Beschäftigung. Im Zoo weiß man wie schädlich Langeweile ist, in der JVA nicht.</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i> (…)</i></span></p>
<p id="magicdomid100" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Nach fast 5 Jahren Haft sollen 2 Ausführungen zur Erhaltung meiner ‚Lebenstüchtigkeit außerhalb der JVA‘ </i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">[Anmerk. C4F: Zitat aus Christines Vollzugsplan]</span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i> dienen. Die stellvertretende Vollzugsabteilungsleiterin Kornelia Sch. sagt: ‚Wir wollen sehen, wie sie sich draußen benehmen.‘ Ups, bin ich im falschen Film?</i></span><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z i"><i> (…)</i></span></p>
<p id="magicdomid102" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Gravierend auch wohin die Ausführungen nur erfolgen dürfen. Also zu meinem inhaftierten Sohn schon mal verboten. Mir wurden 2 Möglichkeiten durch die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. und Stellvertreterin Kornelia Sch. eröffnet. ‚Entweder zu ihrer Tochter oder eine Stunde in ein Café in Luckau.‘ Meine Tochter brach im November 2018 den Kontakt zu mir ab – scheidet somit aus. </i></span></p>
<p id="magicdomid103" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z i"><i>Malen wir uns doch mal die einzigste noch verbleibende Möglichkeit mal aus. Ich in voller JVA-Kleidung (freiwillig), dann entweder Simone Sch. oder Kornelia Sch. und ein anderer Bediensteter in Privatkleidung gehen mit mir in ein Café in Luckau. Am Tisch vor meinen beiden Bodyguards sitze ich eine Stunde bei einer Tasse Kaffee, dann geht es zurück.</i></span><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">“</span></p>
<p id="magicdomid105" class="ace-line"><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z">Ein „Ausflug“, bei dem Christine also weder Angehörige treffen, noch die Zeit draußen alleine ohne Staatdiener an der Backe verbringen kann, dient offensichtlich dem Zweck, sie vorzuführen, zu erniedrigen und nochmal da raufzutreten, wo Knast ohnehin jedes mal rauftritt: auf ihren Körper, ihre Seele, auf sie als gesamte Person der gefangenen Frau. </span></p>
<p id="magicdomid107" class="ace-line"><strong><span class="author-a-roez90zz87z4hz77ziz87zz85z7hz89zbz73z b">Wir geben solche Berichte aber nicht wieder, damit nun der Kopf in den Sand gesteckt und Knast als unüberwindbares Problem betrachtet wird. Christine kämpft, indem sie berichtet und veröffentlicht. Sie lässt sich die Schikanen und Angriffe nicht gefallen. Wir hier draußen können ihr bei ihrer Selbstverteidigung durch Berichterstattung insofern unterstützen, als dass wir Verantwortlichen für Knast, Patriarchat und Staat in die Mängel nehmen, uns mit Gefangenen und ihren Kämpfen praktisch solidarisch zeigen und Kämpfe verbinden, drinnen wir draußen. Zeigt ihr also</span><span class="author-a-z76zvyz68zz65zz72z71z74z7z79zz89zuz75zz69zz86z b">, dass sie nicht allein ist.</span></strong></p>
<div id="magicdomid108" class="ace-line"></div>
<div id="magicdomid109" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Kontakt:</span></div>
<div id="magicdomid110" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Christine Schwenke</span></div>
<div id="magicdomid111" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">Lehmkietenweg 1</span></div>
<div id="magicdomid112" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">15926 Luckau</span></div>
<div id="magicdomid113" class="ace-line"><span class="author-a-az80ztz70ztz73zz68ziz66z32z82z4q9z81z">schwenke52@gmx.de</span></div>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/gedanken-frauenvollzug/">Frauenknast: Unterdrückung auf mehreren Ebenen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Gedanken, Gefühle und Ängste einer Gefangenen zur Corona-Krise</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Apr 2020 12:55:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Luckau-Duben]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Bei Criminals for Freedom findet sich der Brief einer Gefangenen aus der Frauen-JVA Luckau-Duben, hier weiterveröffentlicht. Gedanken, Gefühle und Ängste zur Corona-Krise Posted on 2020/04/07 Im Folgenden ein Brief, zuerst erschienen bei dem Twitter Kanal von Gefangenen aus der JVA Luckau-Duben, vom 27. März 2020 von der Gefangenen Christine Schwenke, 67 Jahre alt...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brief-luckau-gedanken/">Gedanken, Gefühle und Ängste einer Gefangenen zur Corona-Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">GG/BO-Soligruppe Jena: Bei <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/07/gedanken-gefuehle-und-aengste-zur-corona-krise/">Criminals for Freedom</a> findet sich der Brief einer Gefangenen aus der Frauen-JVA Luckau-Duben, hier weiterveröffentlicht.</p>
<h1 class="entry-title">Gedanken, Gefühle und Ängste zur Corona-Krise</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="10:24" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/07/gedanken-gefuehle-und-aengste-zur-corona-krise/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-04-07T10:24:49+02:00">2020/04/07</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p>Im Folgenden ein Brief, <a href="https://twitter.com/jvaluckauduben" target="_blank" rel="noopener noreferrer">zuerst erschienen bei dem Twitter Kanal von Gefangenen aus der JVA Luckau-Duben</a>, vom 27. März 2020 von der Gefangenen Christine Schwenke, 67 Jahre alt und seit Mai 2015 im Knast Luckau-Duben inhaftiert. Wir teilen nicht gänzlich die dort beschriebene Meinung, allerdings gibt der Brief Gefühle der Gefangenen aber auch Zustände im Knast sehr gut wieder.</p>
<p id="magicdomid12" class="ace-line"><em><span class="">Was kommt hinter den Mauern von den Maßnahmen zur Corona-Krise an? </span><span class="">Das ist ein ganz aktuelles brandwichtiges Thema und zwar für ALLE – „draußen“ und „drinnen“. Nur ein Infizierter egal ob Mitarbeiter des Vollzugs oder Gefangener hätte zur Folge, dass die gesamte JVA Luckau-Duben mit 297 Gefangenen und 173 Mitarbeitern zur Quarantäne-Einrichtung zählen würde.</span></em></p>
<p id="magicdomid17" class="ace-line"><em><span class="">Was für Maßnahmen werden bislang umgesetzt?</span></em></p>
<p id="magicdomid19" class="ace-line"><em><span class="u"><u>10. + . 13. März</u></span><span class=""> stationsweise eine oberflächliche ca. 10 minütige Info für die Gefangenen. Dazu wurden alle in den Gemeinschaftsraum gebeten – gesamt mit Vollzugsabteilungsleiterin (VAL‘ in) Simone Sch. 17 Personen. Nichts neues oder gar für den Vollzug zutreffendes hörten wir nur „Hände mit Seife waschen“. Abstandhalten wurde als Verhöhnung aufgefasst. Wie kann die VAL‘in Simone Sch. davon reden, wenn sie sich sogar selbst dicht an dicht mit 16 Gefangenen. In einem ca. 12m² großen Bereich aufhält. Am 13. März kündigte sie an die nächsten Wochen nicht anwesend zu sein. Extra Betonung lag auf „Bin nicht infiziert“. Was dann? Das bleibt offen. Gefangene grübeln um Urlaub, Weiterbildung ist gesperrt, auch nur noch Not OP? Angst macht sich breit, könnte doch nur Quarantäne sein. Was anderes fällt keinem ein. VAL‘in Simone Sch. ging aber in alle 4 Stationen und sprach mit den Gefangenen auf engstem Raum. Keiner möchte ihr etwas unterstellen, aber Unverständnis und Angst beherrschen viele. Gestern fragte ich die Bedienstete Fr. G. welche Hygienemaßnahmen für ankommende Bedienstete bestehen. Antwort: “Darf ich Ihnen nicht sagen.“ Was empfinde ich bei dieser Antwort? Wenn alles ok wäre, hätte es die unverfängliche Antwort geben können, wie z.B. „Genau so viele und sorgfältige, wie „draußen“. Ich wäre beruhigt. Aber diese Antwort – darf es nicht sagen – deute ich als mangelhafte, unzureichende, kaum Hygienemaßnahmen, das macht Angst. Es ist übrigens der allgemein übliche Umgang mit Gefangenen, nur in der großen Sorge um die eigene Gesundheit sollten Gefangene Infos erhalten.</span></em></p>
<p><em><span class="">Was macht VAL‘in Simone Sch.? Welche Hygienemaßnahmen gibt es für Bedienstete?</span></em></p>
<p id="magicdomid22" class="ace-line"><em><span class="u"><u>15. März, Sonntag</u></span><span class=""> Gottesdienst bis auf weiteres gesperrt. Wo ist der Pfarrer? Die katholische Seelsorge verhängte ein Arbeitsstopp für Pfarrer. Wird da die Seelsorge falsch interpretiert? Schon zu „Pest-Zeiten“ halfen die Seelsorger wo sie nur konnten. Kann man Hilfe und Nächstenliebe predigen, aber sich selbst ausschließen? Nein das ist mehr eine Religions- eine Glaubensfrage. Seelsorge nicht da, Sozialarbeiterin krank, Psychologe wird auch nicht gesehen. Keiner der Bediensteten fragt, wie es den Frauen mit ihren berechtigt, großen Sorgen um ihre Kinder, ihre Familienangehörigen geht. Nichts, die „Käfighaltung“ der Gefangenen wird einfach wort- und interesselos weitergeführt.</span></em></p>
<p id="magicdomid24" class="ace-line"><em><span class="u"><u>17. März</u></span><span class=""> alle Gefangenen aus den Zellen auf den Flur treten. Stellvertretende VAL‘in Kornelia Sch. Gibt die Info Besuchssperre auf unbestimmte Zeit. Es blieb seitens der Gefangenen absolut ruhig – Gefangene sind einsichtig. Gefangene sehen sich die Aufrufe im TV an, der einzigsten Info-Quelle überhaupt.</span></em></p>
<p id="magicdomid26" class="ace-line"><em><span class="u"><u>19. März</u></span><span class=""> der Bildungsbereich für männliche + weibliche Gefangene wird geschlossen – Einsicht. Von Station 31 rücken noch 2 Gefangene zur Arbeit aus – Wäscherei und „Luxus-Kantine“. Alle anderen Gefangenen bleiben auf Station, die normalen Aufschlusszeiten bleiben erhalten 6:20 – 7:00, 11:30 – 12:30, 17:00 – 20:00. Kontakt zu diesen Zeiten ist nur auf der jeweiligen Station möglich. Die einzelnen Stationen sind somit konsequent voneinander getrennt. Wenn da nicht die Freistunde und der Sport wären. Dort nehmen Gefangene gemischt von den anderen Stationen teil. Das Freizeitszenario beginnt mit dem Sammeln der Gefangenen vor dem Eingang Freistundenplatz. Dicht gedrängt stehen die Frauen, drücken und kuscheln sich untereinander, gleiches am Ende der Freistunde. Verteilung eines Virus auf allen Stationen ist damit 100%ig gesichert. Gleiches wenn es zum Sport geht, dort kommt noch hinzu, dass man an Geräten trainiert, die zuvor von mehreren Männergruppen genutzt wurden. Verteilung auf andere Haftbereiche 100%-ig gesichert – Männer- und Frauenbereich.</span></em></p>
<p id="magicdomid28" class="ace-line"><em><span class="u"><u>25. März</u></span><span class=""> Maßnahme, die Ausgabe des Gefangenen-Einkaufs findet getrennt auf den Stationen statt. Gute Idee, aber sinnlos, solange die Virenwege offen sind – Sport und Freistunde.</span></em></p>
<p id="magicdomid30" class="ace-line"><em><span class="u"><u>27. März </u></span><span class="">keine Maßnahme – Bediensteten-Kantine weiterhin geöffnet. Ca. 8 weibliche + männliche Gefangene arbeiten dort im Küchen- und Servicebereich. Das macht nachdenklich! „Draußen“ sind schon lange Gaststätten geschlossen und hier gönnt sich der Anstaltsleiter Hoffe weiterhin im Kreise seiner Mitarbeiter den 50 Cent Kaffee. Luxus hinter Mauern? Diese Ignoranz zeigt die Gesamteinstellung des Anstaltsleiters Hoff. Was lese ich daraus ab? Der Mensch Gefangener ist für ihn nicht schützenswert. Egal ob es da „draußen“ Empfehlungen, Anordnungen, Vorschriften, Verordnungen gibt, die teils mit Strafen bei Verstoß geahndet werden. Hinter den Mauern ist das Gesetz des Anstaltsleiters Hoff gültig. Schon 2016 erhielt ich schriftlich eine brisante richtungweisende Äußerung, dass es nicht erheblich ist, auch wenn das Gesetz es vorschreibt. Das erkenne ich in der Ignoranz aller vorgeschriebenen Maßnahmen und des Luxus der Weiterbetreibung der Bediensteten-Kantine. </span></em></p>
<p id="magicdomid32" class="ace-line"><em><span class="u"><u>23. März</u></span><span class=""> ich stellte den Antrag auf Isolation, da ich zur Risikogruppe mit 67 Jahren gehöre. Statt der üblichen Aufschlusszeit beantragte ich nur von 12:30 – 16:00 einen Einzelaufschluss. Damit wäre Essenszubereitung und Sport Hometrainernutzung im Gemeinschaftsraum möglich. Auf Freistunde und Sport verzichte ich freiwillig, es sei denn Sport würde im freien auf den „zahlreichen Sportanlagen“ laut Homepage der JVA Luckau-Duben, stattfinden. Allerdings kennt kein Gefangener außer der Sporthalle diese zahlreichen Sportanlagen. Vielleicht ließen sie sich unter der Unkrautdecke wiederfinden. Am 26. März erhielt ich von der Bediensteten Fr. Sch. auf meine Anfrage, wann die Bearbeitung des Antrags erfolgt, die lapidare Antwort – „Wir haben 14 Tage Zeit dazu.“ Ist die Corona-Krise bei Bediensteten noch nicht angekommen? Auch das spiegelt die Einstellung wieder: Mensch – Gefangener unwichtig!</span></em></p>
<p id="magicdomid34" class="ace-line"><em><span class="">Nach §77 (1) BbgJVollzG „Die Gefangenen haben die notwendigen Anordnungen zum Gesundheitsschutz und zur Hygiene zu befolgen.“ Na dann bitte – mehr will ich doch nicht!</span></em></p>
<p id="magicdomid36" class="ace-line"><em><span class="">§79 BbgJVollzG „Zwangsmaßnahmen auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge“, das ist die Überschrift. Warum muss ich als Gefangene meinen Gesundheitsschutz einfordern, der mir von Gesetzeswegen zusteht?</span></em></p>
<p id="magicdomid37" class="ace-line"><em><span class="">In der Begründung §77 steht „Die Gefangenen haben sich ebenso, wie in Freiheit eigenverantwortlich um ihr körperliches Wohl zu kümmern. Diese Verantwortung soll ihnen die Anstalt nicht abnehmen.“ Kein Wort zu finden – Anstalt soll Gesundheitsschutz, Eigenverantwortung </span><span class="i">verhindern</span><span class="">. </span></em></p>
<p id="magicdomid38" class="ace-line"><em><span class="">Meine bereits 2018 beantragte Selbstverpflegung ignoriert, obwohl sich die Gesundheitswerte verbesserten, seit 1. Mai 2019 enthob ich die Anstalt von der Verpflichtung der Ernährung durch Anstaltsessen. Diese Ignoranz meiner Eigenverantwortung wird demnächst sogar vor Gericht landen. Jetzt werden nur alle allgemein herrschenden Maßnahmen z.B. für die Risikogruppe verwehrt.</span></em></p>
<p id="magicdomid39" class="ace-line"><em><span class="">Was ist das BbgJVollzG hinter den Mauern der JVA Luckau-Duben wert? Warum herrschen die Eigengesetze des Anstaltsleiters Hoff? Warum gibt es in der JVA Luckau-Duben keine Vorbilder? </span></em></p>
<div id="magicdomid40" class="ace-line"></div>
<div id="magicdomid41" class="ace-line"><em><span class="">Hilfe ich habe Angst!</span></em></div>
<div id="magicdomid42" class="ace-line"></div>
<div id="magicdomid43" class="ace-line"><span class=""> </span></div>
<div id="magicdomid44" class="ace-line"><span class="">Christine Schwenke</span></div>
<div id="magicdomid45" class="ace-line"><span class="">Lehmkietenweg 1</span></div>
<div id="magicdomid46" class="ace-line"><span class="">15926 Luckau</span></div>
<div id="magicdomid47" class="ace-line"><span class="">schwenke52@gmx.de</span></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Außerdem: Gefangene aus dem Knast Luckau-Duben haben sich in einem Brief an das Gesundheitsamt gewandt, <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/04/EUd2q12XYAItlcQ-scaled.jpeg">siehe hier</a>.</p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brief-luckau-gedanken/">Gedanken, Gefühle und Ängste einer Gefangenen zur Corona-Krise</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Christine aus der JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2020 11:55:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Frauenvollzug]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Luckau-Duben]]></category>
		<category><![CDATA[Schikanen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Im Folgenden der Bericht der Gefangenen Christine aus der Frauen-JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen, erstveröffentlicht bei Criminals for Freedom. Fluchtgefahr!? Posted on 2020/03/28 Christine Schwenke ist eine engagierte Gefangene, welche Zustände im Knast nicht einfach hinnimmt, sondern sich stetig, vor allem durch Alltagskämpfe, versucht zu wehren. Dass sie dem Knast Luckau-Duben deswegen ein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/schikanen-luckau/">Christine aus der JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Im Folgenden der Bericht der Gefangenen Christine aus der Frauen-JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen, erstveröffentlicht bei <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/28/fluchtgefahr/">Criminals for Freedom</a>.</p>
<header class="entry-header">
<h1 class="entry-title">Fluchtgefahr!?</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="12:35" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/28/fluchtgefahr/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-03-28T12:35:16+01:00">2020/03/28</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p>Christine Schwenke ist eine engagierte Gefangene, welche Zustände im Knast nicht einfach hinnimmt, sondern sich stetig, vor allem durch Alltagskämpfe, versucht zu wehren. Dass sie dem Knast Luckau-Duben deswegen ein Dorn im Auge ist, liegt auf der Hand. Im folgenden Bericht beschreibt sie, mit welchen perfiden Mitteln der Knast schon den kleinsten Widerstand brechen will. <a href="https://www.zeit.de/2018/44/ungeklaerte-kriminalfaelle-mord-maike-t-urteil-gericht-ermittlungen" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Wichtig anzumerken ist, dass Christine „Anstiftung zum Mord“ vorgeworfen wird und sie deswegen lebenslänglich bekommen hat</a>. Sie plädiert sehr auf ihre Unschuld – keine Frage, dass kann diskutiert werden, ist aber unserer Meinung nach in Anbetracht einer lebenslangen Haftverurteilung mitunter nachvollziehbar.</p>
<p>„Am 9. Juli 2014 wurde ich, Christine Schwenke, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, angebliche ‚Anlass-Tat‘ am 3. Juni 1997. Nach diesem Urteil bekam ich Haftverschonung, da eine Fluchtgefahr weder vom Staatsanwalt noch vom Richter angenommen wurde. Die Revision wurde abgelehnt und so ging ich noch am gleichen Tag, den 20. Mai 2015 als sogenannte Selbststellerin in die JVA Luckau-Duben – den einzigen Frauenvollzug im Land Brandenburg. Was bedeutet es eine Selbststellerin zu sein? Für den Anstaltsleiter Hoff der JVA Luckau-Duben bedeutet es – Achtung Fluchtgefahr!</p>
<p>Begründet wird die Fluchtgefahr durch folgende Faktoren: Schwerwiegendster Faktor, der auch zur Einschätzung als ‚schlimmste Gefangene‘ zählt, ist die nachdrückliche Tatleugnung. Weitere Faktoren sind im VZ-Plan [Anmerkung C4F: Vollzugsplan] benannt – mangelhafte Akzeptanz vollzuglicher Regelungen und grenzüberschreitendes Verhalten.</p>
<p>Aber was bedeutet das und wie begründet das Anstaltsleiter Hoff? Welche mangelnde Akzeptanz und welche schwerwiegenden Grenzüberschreitungen führen zur Annahme Fluchtgefahr?</p>
<p>Im 2. VZ-Plan vom 19. Dezember 2017 wurde Folgendes angeführt:</p>
<p>1. Eine Beschwerde bezüglich des Mittagessens ging am 30. Mai 2017 direkt an die Küche ohne den Weg über die Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. einzuhalten, was unter anderem daran liegt, dass Anträge von dieser teilweise erst einen Monat später weitergegeben werden.</p>
<p>2. Am 21. September 2017 wollte ich meinen VZ-Plan mit zum Sport nehmen – ideal auf dem Home-Trainer zu lesen. Verboten – schwere Grenzüberschreitung.</p>
<p>3. Am 17. November 2017 schaute eine zielstrebige Bedienstete [Anmerkung C4F: <a href="https://ggboberlin.blackblogs.org/von-gefaehrlichen-gummitieren-und-gewuerzen-razzia-in-der-jva-luckau-duben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Beteiligte an der Gummibär-Razzia</a>] in meinen Schrank und stellte 2 BH‘s fest, obwohl ich einen Mangel angemeldet hatte – schwere Grenzüberschreitung.</p>
<p>4. Am 23. November 2017 half ich einer Mitgefangenen bei Anträgen. Diese sollten durch eine weitere Gefangene übergeben werden – schwere Grenzüberschreitung: Noch vorhandenes Syndrom der Hilfsbereitschaft und Schmuggeln von Anträgen.</p>
<p>Fazit: Tatleugnung, falsche Antragsstellung, „Schmuggel“ von und Hilfen bei Anträgen, 1 BH zu wenig im Schrank werden als Grenzüberschreitungen deklariert und gelten als Fluchtgefahr.</p>
<p>Anfragen meinerseits nach schriftlichen Erklärungen und Begründungen bleiben unbeantwortet. Es bleibt daher unklar, inwiefern diese angeblich grenzüberschreitenden Verhaltensweisen Fluchtgefahr befürchten lassen. Andererseits geht die JVA Luckau-Duben mit ihren eigenen Regeln sehr lax um: Mein erster Vollzugsplan kam mit einer Verspätung von 79 Wochen, statt in den ersten 8 Wochen, wie im <a href="https://bravors.brandenburg.de/gesetze/bbgjvollzg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Brandenburger Justizvollzugsgesetz</a> (BbgJVllzG) festgelegt. Das ist eine Verspätung von ca. 1 ½ Jahren. Von Vollzugsabteilungsleiterin Simone Sch. selbst wird die Einhaltung dieses Gesetzes als unerheblich eingestuft. Es ist an der Zeit, dass ‚Draußenleute‘ bewusster, kritischer hinschauen.“</p>
<p>Dieser Aufforderung sollten wir alle ernst nehmen! Mit geschärftem Blick Knäste und das System, welches sie braucht, nicht nur jederzeit kritisch hinterfragen sondern auch Taten entspringen lassen! Schreibt Christine, folgt den Infos aus dem Knast <a href="https://twitter.com/jvaluckauduben" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Luckau-Duben auf Twitter</a> und <a href="http://www.frauenknast-live.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">informiert euch auf ihrer Homepage</a> (geht nicht über Tor zu öffnen). Seid außerdem kreativ, offensiv und widerständig im Kampf gegen Knäste und Staat! Christine benennt die Verantwortlichen für ihre Situation – macht was draus!</p>
<p>Kontakt:</p>
<p>Christine Schwenke<br />
Lehmkietenweg 1<br />
15926 Luckau</p>
<p>schwenke52@gmx.de</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/schikanen-luckau/">Christine aus der JVA Luckau-Duben über anstaltsinterne Schikanen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Knast Luckau-Duben: Widerstand und Organisierung im Keim ersticken? Nicht mit Christine, nicht mit uns !</title>
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		<dc:creator><![CDATA[berlin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Nov 2019 11:11:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soligruppe Berlin: Der folgende Bericht von Christine Schwenke zeigt auf, welche Mittel u.a. von Knästen genutzt werden, um widerständige Gefangene zu unterdrücken und eine Organisierung von Gefangenen zu verhindern. Christine, Gefangene der JVA Luckau-Duben, versucht sich auf mehrere Art und Weisen gegen die Verhältnisse im Knast zu wehren. So stellte sie zum Beispiel seit Mai...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/knast-luckau-duben-widerstand-und-organisierung-im-keim-ersticken-nicht-mit-christine-nicht-mit-uns/">Knast Luckau-Duben: Widerstand und Organisierung im Keim ersticken? Nicht mit Christine, nicht mit uns !</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="entry-content">
<p align="left"><a href="https://ggboberlin.blackblogs.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Soligruppe Berlin</a>: Der folgende Bericht von Christine Schwenke zeigt auf, welche Mittel u.a. von Knästen genutzt werden, um widerständige Gefangene zu unterdrücken und eine Organisierung von Gefangenen zu verhindern.</p>
<p align="left">Christine, Gefangene der JVA Luckau-Duben, versucht sich auf mehrere Art und Weisen gegen die Verhältnisse im Knast zu wehren. So stellte sie zum Beispiel seit Mai 2015 3700 Anträge an den Knast (das sind kleine Zettel, welche von Gefangenen ausgefüllt werden und dann durch verschiedene bürokratische Abteilungen im Knast wandern), welche kritische Fragen und Antworten zum Knast(alltag) beinhalten. Ein immer wieder aufkommendes Thema ist dabei die Interessenvertretung von Gefangenen, d.h. eine Gemeinschaft von Gefangenen, welche sich angeblich für die Interessen aller einsetzt. Wichtig anzumerken: Interessenvertretungen werden, wenn sie sich in Knästen überhaupt etablieren, von den Knästen absolut überwacht und kontrolliert. Sie gehören zum Knastsystem und sind nicht unabhängig davon zu betrachten (<a href="https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/parladoku//gvbl/2013/14.pdf" target="_blank" rel="noopener noreferrer">§ 113 BbgJVollzG</a>).</p>
<p align="left">Dazu merkte Christine in ihren Anträgen z.B. an:</p>
<p align="left"><em>„Warum findet seit 4 Jahren keine Interessenvertreterwahl statt? Warum wird eine Interessenvertreterin durch die JVA Luckau-Duben eingesetzt, die keiner kennt? Weder Aushänge noch Sprechzeiten werden angeboten. Interessen der Gefangenen werden somit bewusst und ganz gezielt unterbunden!“</em></p>
<p align="left">Der Knast ließt solche Fragen und Antworten natürlich nicht gerne. Knastverhältnisse zu hinterfragen bedeutet auch das System zu hinterfragen, welches ihn hervorbringt: den Staat. Deswegen ist es Staatsknechten ein dringendes Anliegen, jegliche kritische Stimme zum schweigen zu bringen, selbst, wenn es nur um Anträge geht, die lediglich intern im Knast herumfliegen und die Anstaltstore nicht verlassen. Dafür halten sich Staatsknechte verschiedene Repressalien bereit.</p>
<p align="left">So wurde Christine am <a href="https://ggboberlin.blackblogs.org/von-gefaehrlichen-gummitieren-und-gewuerzen-razzia-in-der-jva-luckau-duben/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">21.März 2019 beispielsweise mit einer Zellen-Razzia</a> konfrontiert, es folgte ein seit August 2018 geltendes „Notiz-Zettel-Verbot“ bei Besuchsterminen. Weiter ging es mir der Nichtgenehmigung einer Schreibmaschine, zusätzlich muss Christine 7,5 Monate auf einen Besuch bei ihrem Sohn im Knast Tegel warten. Ein möglicher Dreimonatsrhythmus wird ebenso abgelehnt, wie ein direkter Telefonkontakt zu ihrem Sohn. Außerdem wird Christine bei der Vorbereitung ihres Wiederaufnahmeverfahrens behindert, indem ihr das Lesen der Verfahrensakten und Gesetzestexte verboten wird: <em>„Seit 4 Jahren wird das Lesen der Verfahrensakten nicht genehmigt. Während der U-Haft in der JVA Luckau-Duben war es am PC möglich, da alle 80 Akten digitalisiert sind. Seit dem 28. Februar 2019 ist mir das Lesen der für Gefangene angeschafften Gesetzbücher ebenso untersagt, wie z.B. die Nutzung von Wikipedia im Bildungsbereich. In Briefen mitgeschickte Infos (Gesetzesauszüge u.ä.) werden mir nicht ausgehändigt! Mir wird jegliche Möglichkeit der Information untersagt!“</em></p>
<p align="left">Christine ist sich bewusst, dass der Knast sie mit alltäglichen Schikanen mundtot machen will. Beugen will sie sich dem aber nicht, im Gegenteil: stetig versucht sie, andere Gefangene zu motivieren, sich dem Knastsystem nicht zu fügen, sondern widerständig zu sein. Allein der Versuch der Organisierung wird allerdings vom Knast durch mehrere Methoden im Keim erstickt:</p>
<p align="left"><em>„Ich habe verzweifelt versucht wenigstens auf der Station 31 eine Einheit zu schaffen. Völlig zwecklos. In vier Jahren auf Station 31 (Durchgangsstation) waren hier über 1300 Gefangene, bei 15 Haftplätzen untergebracht. Der Durchlauf ist zu schnell. Es kommt noch hinzu, dass wir untereinander, damit meine ich zwischen den vier Stationen mit je 16 Plätzen, kaum Kontakt haben, nur die eine Stunde Freigang.“</em> Was das für Gefangene im Alltag bedeutet, erklärt sie ebenfalls: <em>„Eine Gefangene von Station 21 hatte Geburtstag – ein Geschenk muss zur Freistunde geschmuggelt werden. Ein Stück Geburtstagskuchen rüberzugeben wird verboten.“</em></p>
<p align="left">Durch starken Durchlauf und der Isolierung der Gefangenen wird eine Organisierung dementsprechend kaum ermöglicht. Hinzu kommt, dass die Vollzugsabteilungsleiterin anderen Gefangenen droht: wer Kontakt mit Christine hat, würde Nachteile riskieren.</p>
<p align="left"><em>„Mehrfach wurde mir zugetragen, dass die Vollzugsabteilungsleiterin S. andere Mitgefangene vor meiner Person warnt – der Kontakt mit mir könnte sonst Nachteile bringen.“</em></p>
<p align="left">Spaltungsversuche wie diese zeigen die Angst der Staatsknechte auf: zwar geht es nur im mickrige Anträge einer Gefangenen, wenn sich deren Inhalte aber erst einmal im Knast herumsprechen würden und andere Gefangene auch auf die Idee kämen, ähnliche Fragen zu stellen und Antworten zu geben, wäre der Knast mit mehreren kritischen Gefangenen konfrontiert. Wenn diese Gefangenen jetzt auch noch auf die Idee kommen würden, sich zu verbündeln, gemeinsam Kritik zu äußern und sich Gegenstrategien einfallen ließen, käme das einer Organisierung gleich, welche für jeden Knast eine Gefahr darstellt. Jeder Anfang einer Organisierung, folglich einzelne kritische Gefangene, sollen daher, z.B. mittels alltäglicher Schikane, mundtot gemacht werden. Weiterhin werden die Gefangenen voneinander isoliert. Durch Drohungen wie in Christines Fall soll Angst geschürt und damit Spaltung vorangetrieben werden.</p>
<p align="left">Diese Repressalien sind nicht nur Alltag in der JVA Luckau-Duben, sondern gehören zur Logik eines jeden Knastes, eines jeden Staates. So wie herrschaftsfreie Perspektiven und Organisierungen dem Staat ein Dorn im Auge sind, so versuchen auch Knäste jegliche Kritik und Organisierung von Gefangenen zu unterdrücken. So wie wir uns draußen an vorherrschende Regeln halten sollen und bestraft werden, wenn wir bei Missachtung erwischt wurden, so sollen auch Gefangene zu einem angepassten Verhalten gezwungen werden. „Angepasst“ bedeutet dabei immer, vorherrschende Regeln und Machtverhältnisse nicht zu hinterfragen, sondern sich ihnen stillschweigend zu beugen. Wehren sich Gefangene gegen die Logik „Herrschende und Beherrschte“, indem sie Machtverhältnisse z.B. mittels einer Organisierung verschieben wollen, schwingt die Repressionskeule noch stärker, als eh schon. So auch bei Christine.</p>
<p align="left">Entgegen dieser Logik ist es deswegen umso wichtiger, Christine zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Schreibt ihr, folgt den Infos aus dem Knast auf <a href="https://twitter.com/jvaluckau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter</a> (gerade leider gesperrt) und informiert euch auf ihrer <a href="http://www.frauenknast-live.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Homepage</a> (geht nicht über Tor zu öffnen). <strong>Lasst euch vieles einfallen, um ihr zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen und unsere widerständigen Herzen bei ihrem sind.</strong></p>
<p align="left">Christine Schwenke<br />
<span class="LrzXr">Lehmkietenweg 1</span><br />
<span class="LrzXr">15926 Luckau                                                                                            schwenke52@gmx.de</span></p>
</div>
<p align="left"><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p align="left">
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/knast-luckau-duben-widerstand-und-organisierung-im-keim-ersticken-nicht-mit-christine-nicht-mit-uns/">Knast Luckau-Duben: Widerstand und Organisierung im Keim ersticken? Nicht mit Christine, nicht mit uns !</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Von gefährlichen Gummitieren und Gewürzen – Razzia in der JVA Luckau-Duben</title>
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		<dc:creator><![CDATA[GG/BO]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Aug 2019 12:25:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Berlin: „Was die JVA Luckau-Duben betrifft, so bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich massive Angst habe – was macht man hier als nächstes mit mir? In 2019 spitzte es sich sehr zu. Zu den Ängstlichen gehöre ich eigentlich nicht, aber mittlerweile schon.“ Mit diesen Worten beginnt der Bericht der gefangenen Gewerkschaftlerin...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/von-gefaehrlichen-gummitieren-und-gewuerzen-razzia-in-der-jva-luckau-duben/">Von gefährlichen Gummitieren und Gewürzen – Razzia in der JVA Luckau-Duben</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://berlin.ggbo.de">GG/BO Soligruppe Berlin</a>: „<em>Was die JVA Luckau-Duben betrifft, so bin ich an dem Punkt angekommen, wo ich massive Angst habe – was macht man hier als nächstes mit mir? In 2019 spitzte es sich sehr zu. Zu den Ängstlichen gehöre ich eigentlich nicht, aber mittlerweile schon.</em>“</p>
<p>Mit diesen Worten beginnt der Bericht der gefangenen Gewerkschaftlerin Christine Schwenke über eine Zellen-Razzia am 21. März 2019 in der JVA Luckau-Duben.</p>
<p>„<em>Die Haftraumkontrolle wurde am 21. März 2019 von 9:40 bis 10:33 von den Bediensteten K. und G. mit 10-minütiger Anwesenheit der Vollzugsabteilungsleiterin S. durchgeführt.</em>“</p>
<p>Bei der Razzia wurden Christine Schwenke alle Briefmarken und Briefumschläge abgenommen. Als Sie daraufhin mit ihrem Anwalt sprechen wollte, wurden ihre Anträge abgelehnt. „<em>Ich könne doch schreiben. Mir fällt da nur ein Wort ein Schikane, absolute Willkür.</em>“</p>
<p>Und die Begründung für diesen Eingriff? Nach Aussagen der Bediensteten K. und G. handelte es sich um eine „<em>Entmüllung</em>“. Christine Schwenke sieht das ganz anders: „<em>Vielmehr erweckt es den Eindruck, die Haftraumkontrolle diente als Mittel der Machtdemonstration.</em>“ Christine Schwenke ist seit Beginn ihrer Haftzeit widerständig: Sie schreibt Beschwerden, Anträge und spricht mit der Presse. Mit Hilfe ihrer Unterstützer*innen führt sie eine <a href="http://www.frauenknast-live.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Website</a> (1) und einen <a href="https://twitter.com/jvaluckau" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Twitter-Kanal</a>. Über Soziale Medien veröffentlicht sie ihre Kämpfe um die Wiederaufnahme ihres Verfahrens, das Recht auf Selbstversorgung mit Lebensmitteln und Verlegung nach Berlin. Immer wieder konfrontiert sie die Knast-Leitung mit den Absurditäten und Schikanen des Knast-Alltags.</p>
<p>Nach der fast einstündigen Razzia fehlten u.a.:</p>
<ul>
<li>alle Briefmarken, im Wert von ca. 25€,</li>
<li>alle Briefumschläge</li>
<li>unbeschriebene Karteikarten sowie Schreibblöcke und -blätter,</li>
<li>mit Gesetzestexten beschriebene Karteikarten und Kopien von Gesetzestexten,</li>
<li>persönliche Briefe,</li>
<li>Anwaltspost,</li>
<li>ein kompletter Aktenordner mit Manuskript für das eigene Buch und Schriftstücke für den angestrebten Wiederaufnahmeantrag,</li>
<li>Zeitschriften, Tageszeitungen und Zeitungsausschnitte,</li>
<li>die Gefangenenzeitung ‚Lichtblick‘ aus der JVA-Tegel,</li>
<li>Bastelmaterialien und Tierbilder,</li>
<li>Rätsel</li>
<li>…</li>
</ul>
<p>Christine Schwenke berichtet weiter: „<em>Krass und 15x Gewürze – na, nichts verbotenes, wie Pfeffer – alles gekauft: Zimt, Knoblauchgranulat, Curry, Basilikum, Salatgewürz alles beim Anstaltskaufmann erworben … die 23 Rechnungen dafür wurden ebenfalls bei der Haftraumkontrolle entnommen. Es sind auch Schokoladenraspeln dabei, aber noch gefährlicher ist 1 Beutel Gummitiere. Ehrlich, würde doch draußen keiner glauben, wenn ich es nicht per Protokoll nachweisen könnte. Dann wurden mir private Leggings entnommen, obwohl ich keine erhöhte Anzahl hatte, alles von der Kammer gestattet. Keiner weiß, wo sie jetzt sind, hab schon mehrere Anträge geschrieben. Hatte über Jahre 7x Unterwäsche, jetzt alles entnommen bis auf 2x Slips, mittlerweile 5 Slips pro Woche. Da fällt mir auch nur Schikane ein. Ach – die Umschläge, Prospekthüllen durfte ich mir schon wieder aus der Kammer holen – Zimt bekomme ich nicht, wahrscheinlich auch nicht die Schokoladenraspeln – eigentlich lächerlich, aber es macht Angst – wie dreist wird man hier noch gegen mich vorgehen.</em>“</p>
<p>Außerdem wurde das im Handel erhältliche Buch „Schutzlos – Literatur aus der JVA Tegel“ mit der Aussage, diese seien verboten, entzogen. Dieses Buch ist eine Gemeinschaftsarbeit von Gefangenen der JVA Tegel. Auch Christine Schwenkes Sohn hat daran mitgeschrieben und es ihr per Post geschickt. „<em>Der Bedienstete G. empörte sich am 21. März 2019 nach der Kontrolle, dass die Geschichten verboten seien. Bei der Mittagspause fragte ich nochmals nach. Antwort: ‚Weiß ich nicht – stellen Sie einen Antrag.‘ Daraus lässt sich zweifelsfrei die Willkür dieser Kontrolle belegen.</em>“</p>
<p>Solche Razzien und Schikanen gehören zum Knast-Alltag für widerständige Gefangene. Zeigt euch daher solidarisch mit Christine Schwenke. Knast in allen Formen ist und bleibt scheiße! Free them all!</p>
<p>(1) Lässt sich <strong>nicht</strong> mit dem Tor-Browser öffnen.</p>
<p>Berlin, 30. August 2019</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/von-gefaehrlichen-gummitieren-und-gewuerzen-razzia-in-der-jva-luckau-duben/">Von gefährlichen Gummitieren und Gewürzen – Razzia in der JVA Luckau-Duben</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Ratgeber Wege durch den Knast &#8211; Eine Gefahr für Sicherheit und Ordnung?</title>
		<link>https://ggbo.de/ratgeber-wege-durch-den-knast-eine-gefahr-fuer-sicherheit-und-ordnung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[GG/BO]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Aug 2017 11:24:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der JVA Heidering (Brandenburg) wird den Gefangenen der Ratgeber &#8222;Wege durch den Knast&#8220; verwehrt. Gefangene teilten uns die Begründung der JVA postalisch mit: der Ratgeber &#8222;gefährde die Sicherheit und Ordnung der Anstalt und widerspricht einer ordentlichen Resozialisierung&#8220;. Sehen wir nicht so. Geltendes Recht ebenfalls nicht. Falls euch auch &#8222;Wege durch den Knast&#8220; verwehrt wird,...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/ratgeber-wege-durch-den-knast-eine-gefahr-fuer-sicherheit-und-ordnung/">Ratgeber Wege durch den Knast &#8211; Eine Gefahr für Sicherheit und Ordnung?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In der JVA Heidering (Brandenburg) wird den Gefangenen der Ratgeber &#8222;Wege durch den Knast&#8220; verwehrt. Gefangene teilten uns die Begründung der JVA postalisch mit: der Ratgeber &#8222;gefährde die Sicherheit und Ordnung der Anstalt und widerspricht einer ordentlichen Resozialisierung&#8220;.</p>
<p>Sehen wir nicht so. Geltendes Recht ebenfalls nicht.</p>
<p>Falls euch auch &#8222;Wege durch den Knast&#8220; verwehrt wird, wendet euch an:<span class="text_exposed_show"><br />
Redaktionskollektiv<br />
c/o <a href="http://www.assoziation-a.de/buch/Wege_durch_den_Knast">Assoziation A</a><br />
Gneisenaustr. 2a<br />
10961 Berlin</span></p>
<p><a href="http://wegedurchdenknast.de/">Onlineausgabe: Wege durch den Knast</a></p>
<p>Berlin, 16. August 2017</p>
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		<title>„Strafvollzug und Resozialisierung – ein Paradaxon?!“ GG/BO im Landtag Brandenburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[GG/BO]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2016 23:28:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/strafvollzug-und-resozialisierung-ein-paradaxon-ggbo-im-landtag-brandenburg/">„Strafvollzug und Resozialisierung – ein Paradaxon?!“ GG/BO im Landtag Brandenburg</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="700" height="394" src="https://www.youtube.com/embed/sXUm3YR2YGE?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Kurz-Bericht aus GG/BO-Sicht zur Brandenburger Strafvollzugskonferenz</title>
		<link>https://ggbo.de/kurz-bericht-aus-ggbo-sicht-zur-brandenburger-strafvollzugskonferenz/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[GG/BO]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 May 2016 10:11:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 25.05.2016 fand im Landtag von Brandenburg auf Einladung der Linksfraktion eine Konferenz zu dem Thema „Strafvollzug und Resozialisierung – ein Paradoxon?“ statt, bei dem neben Wissenschaftlern, DIE LINKE, Ministern, Mitgliedern von Landesparlamenten und des Deutschen Bundestages, dem Komitee für Grundrechte und Demokratie auch die GG/BO präsent war, um ihre Kernforderungen dezidiert zu vertreten. Nachdem...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/kurz-bericht-aus-ggbo-sicht-zur-brandenburger-strafvollzugskonferenz/">Kurz-Bericht aus GG/BO-Sicht zur Brandenburger Strafvollzugskonferenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 25.05.2016 fand im Landtag von Brandenburg auf Einladung der Linksfraktion eine Konferenz zu dem Thema „Strafvollzug und Resozialisierung – ein Paradoxon?“ statt, bei dem neben Wissenschaftlern, DIE LINKE, Ministern, Mitgliedern von Landesparlamenten und des Deutschen Bundestages, dem Komitee für Grundrechte und Demokratie auch die GG/BO präsent war, um ihre Kernforderungen dezidiert zu vertreten.</p>
<p>Nachde<span class="text_exposed_show">m das Gefängnis als ein überholtes Prinzip von Dr. Thomas Galli vorgestellt worden war, widmeten sich DIE LINKE und die MdB der Abschaffung der Ersatz- und der lebenslangen Freiheitsstrafe. Anschließend trug die GG/BO zusammen mit dem Komitee für Grundrechte und Demokratie vor, warum der Einbezug der Gefangenen in die Rentenversicherung von Nöten ist, um den Gang in die Altersarmut zu verhindern und eben keine &#8222;Resozialisierung&#8220; bedeuten kann. Weiter setzte die GG/BO darauf, dass der Eintritt der Rentenversicherung nur symbolisch bleibt, wenn die Gefangenen keinen Mindestlohn für ihre Arbeit im Knast bekommen. Die GG/BO forderte auch deshalb an dieser Stelle: Einbeziehung der Gefangenen in die Rentenversicherung und den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn!<br />
Die GG/BO-Forderungen stießen beim Publikum auf viel Unterstützung, nur Einzelne wollten den Konferenz-Teilnehmenden einmal mehr deutlich machen, dass der Mindestlohn und die Rentenversicherung für Gefangene nicht tragbar für die Haushaltskassen seien. Diese Position blieb indes in der absoluten Minderheit, denn im Konferenzraum war sich die Mehrheit einig: an Gefangenen wird ein Sozial – und Lohndumping durchgespielt, weil im Niedriglohnsektor produziert wird. Gegen diese Billiglöhnerei muss sich gewehrt werden, und da ist der Mindestlohn und die Sicherung der Altersvorsorge nur ein Anfang auf dem Weg zur vollen Gewerkschaftsfreiheit hinter Gittern!</span></p>
<p>Berlin, 27. Mai 2016</p>
<p><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Landtag_Brandenburg#/media/File:Potsdam-stadtschloss-landtag.JPG">Bildquelle</a></p>
<p>Weitere Berichte<br />
TP-Presseagentur: <a href="http://tp-presseagentur.de/am-ende-bleibt-nur-vergeltung-uebrig/">Am Ende bleibt nur Vergeltung übrig<br />
</a>Halina Wawzyniak: <a href="http://www.wawzyniak.de/nc/start/aktuelles/detail/zurueck/aktuell-72954074a4/artikel/strafvollzug-und-resozialisierung-ein-paradoxon/">Strafvollzug und Resozialisierung – ein Paradoxon?!</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/kurz-bericht-aus-ggbo-sicht-zur-brandenburger-strafvollzugskonferenz/">Kurz-Bericht aus GG/BO-Sicht zur Brandenburger Strafvollzugskonferenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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