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	<title>Berlin Archive - Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</title>
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		<title>Berichte aus dem Knast Moabit</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2020 14:11:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit in der JVA Moabit]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht von Gefangenen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines C4F Beitrags: „Der Wärterberuf ist ein Job für Faule, die unbedingt Beamte werden wollen und später für nichts eine fette Pension abkassieren. Das ist der reale Staat.“ Der Gefangene K. schildert in mehreren Berichten den Knastalltag in Moabit. Über die Willkür und Gewalt der Wärter*innen (= in den Berichten oft Schlusen genannt),...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/berichte-aus-dem-knast-moabit/">Berichte aus dem Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/07/18/berichte-aus-dem-knast-moabit/#more-386">C4F Beitrags</a>:</p>
<p><em>„Der Wärterberuf ist ein Job für Faule, die unbedingt Beamte werden wollen und später für nichts eine fette Pension abkassieren. Das ist der reale Staat.“</em></p>
<p>Der <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/06/21/radio-interview-mit-gefangenem-aus-moabit/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Gefangene K.</a> schildert in mehreren Berichten den Knastalltag in Moabit. Über die Willkür und Gewalt der Wärter*innen (= in den Berichten oft Schlusen genannt), die Ausbeutung der Gefangenen durch Knastarbeit, die massive Repression, die Missachtung der Belange der Gefangenen und daraus resultierende Gefühle eines Eingesperrten.</p>
<p><strong>Übergriffe durch Wärter*innen gehören zum Knastalltag</strong></p>
<p><em>„Der Einkauf ist für jeden Inhaftierten das Highlight der Woche. Was passiert, wenn der Einkauf aus Willkür fernbleibt, sah ich Samstag vor zwei Wochen. Stühle und Tische flogen aus der Zelle auf die Hausarbeiter [arbeitender Gefangener, Anmerk. C4F] und die Schlusen bei der Mittagsessenausteilung. Wie gut, dass dem Hausarbeiter nichts passiert ist. Als Dank dafür wurde dann derjenige, der seinen Einkauf nicht bekommen hatte, von den Schlusen in der Zelle vermöbelt und in den Bunker eingesperrt. Seitdem ist er nicht mehr auf unserer Station. Dies war nicht der erste Übergriff der Schlusen auf Inhaftierte. Wenn man sich wehrt, heißt es gleich der Gefangene hätte angefangenen und so wird man dann auch bestraft. Was ist die Stimme oder Aussagen eines Inhaftierten in der JVA gegen Beamte wert? Na nichts natürlich. Beamte dürfen alles gegen einen Bürger!!! Schweine!!! </em><span lang="de"><em>Die Schlusen denken echt sie wären Götter mit Schlüssel. Solche Dilemmer treiben mir nur noch mehr Wut und Hass gegen die Judikative in den Bauch.“</em></span></p>
<p><strong>Ausbeutung durch Knastarbeit</strong></p>
<p><em>„Ich habe mich noch einmal mit einem Hausarbeiter unterhalten… Er darf 5 -6 Tage in Moabit bei Lohnstufe 1 arbeiten. Mir liegt auch die aktuelle Lohntabelle aus dem Lichtblick vor. Ost Stundensatz 7,4 Std/ Tag 1,31 € und im Westen 1,39 € Stundensatz 7,4 Std/ Tag. Das nach 30 Jahren Deutscher Einheit. Das sind wir wert: zwischen 1,31-1,39 €. Wow! Aus glaubhafter Quelle sollen die Hausarbeiter im Tegel die Stufe 3 bekommen. Das sind laut Tabelle Ost 1,75 €, West 1,85 € bei 7,4 Std/ Tag. Also wird auch schon im Knast zwischen Tegel und Moabit unterschieden. Sorry, aber für nicht einmal 2 € die Stunde muss ich mir echt nicht das eckelhafte Gelaber der Schließer anhören, ihrer Willkür ausgesetzt sein, den Knast wischen und deren scheiß Häuser putzen. Vom Müll einsammeln, Essen austeilen und Angriffen der Mitinhaftierten ganz zu schweigen. Der besagte Kollege aus Tegel hat im Jahr über 3000 Std gearbeitet, ohne frei. Bis er sich auf das § 22 Arbeitsgesetz berufen hatte. Und siehe da, die Überstunden wurden gleich mit der Lohnstufe 5 bezahlt (Ost 2,19 €, 7,4 Std/ Tag; West 2,32 €, 7,4 Std / Tag). Dazu kamen noch andere Positionen. Diese alle auszurechnen wäre Zitat der JVA Tegel: ‚zu unfangreich gewesen‘. Z.e. aber bekam er 5.000 € Schweigegeld und sollte auf deutsch die Fresse halten. Unser dumme Staat verstößt in einer staatlichen Einrichtung gegen Gesetze und fördert das auch noch. Ein Hoch auf unsere ungerechte Justiz und den Vollzugsversager Dr. Behrendt. Arschloch!!!“</em></p>
<p><strong>Belange von Gefangenen: missachtet oder mit Repression beantwortet<br />
</strong></p>
<p><em>„Wollte mich mal wieder melden aus dem Ferienlager der Justiz Moabit. Jeden Tag gibt es hier was Neues. Logik ist hier fehl am Platz. Die Logik rennt Tag für Tag um die Mauern der JVA herum und schafft es nicht in die JVA. Wenn Dummheit wehtun würde, gäbe es hier ein MANV (Massenanfall von Verletzten) in der JVA unter den Schlusen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Meine Stimmung im Moment ist sehr schwankend. Von Hass und Wut gegen die Judikative bis hin zur Trauer, Verzweiflung und Angst. Echt zum kotzen! Wegen der mangelhaften medizinischen Behandlung und Betreuung beschwerte ich mich bei der Ärztekammer Berlin. Diese schrieben mir zurück, ich solle mich an die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung wenden. Dieses tat ich und bekam am 09.06.2020 sowie am 25.06.2020 Antworten von Frau G., sie leitet meine Beschwerden weiter an die zuständige Leitung der Medizin im JVKB und an die JVA Moabit. Diese werden sich bei mir melden. Macht ja auch wieder viel Sinn. Ich beschwere mich über die JVA Moabit bei der nächst höheren Stelle mit der Bitte um Klärung und die geistreichen Beamten schicken es an die angeprangerte JVA. Klar, dass sich die JVA Moabit positiv äußern wird und sich alles zu Recht drehen wird. Wie immer! So viel zum Thema, dass die Beschwerden der Inhaftierten gehört werden. Auch verstößt die JVA seit einem Monat gegen das Patienten Rechtgesetz und den § 630g BGB. Sie dürfen Gesetze missachten und brechen. Selbst einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts wird hier ignoriert. Aber wenn der kleine dumme Bürger gegen etwas verstößt, dann ist das Geschrei groß und es wird gegen uns durchgegriffen. Das ist Deutschland! Schande!“</em></p>
<p>Mittlerweile schrieb K. auch schon eine dritte Beschwerde an die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, bei welcher er Einsicht in seine sogenannte „Patientenakte“ fordert.</p>
<p><em>„Am 01.07.2020 antwortete mir ein Herr Bluhm mit folgenden Wortlaut: ,Nur bei Vorliegen eines berechtigten Interesse, können aus der Gesundheitsakte Einträge in kopierter Form ausgehändigt werden. Sollten sie ein solches berechtigtes Interesse haben, bitte ich um Darlegung desselben.‘ Was hält man davon? Für mich ist Herr Bluhm ein gesetzesresistenter Beamter, der die Rechtsprechung des PatRG, des BGB sowie Beschlüsse des BVerfassungsgerichtes ignoriert und sich eigene Gesetze bastelt. Woher nimmt sich der Herr die Frechheit raus zu sagen, dass mir nur bei berechtigtem Interesse ein Auszug zustehe? Wo bitte steht das geschrieben? Möchte ich sehen. Im Gegenteil, dem Patienten ist gem. § 630g Abs.1 Satz 1 BGB auf Verlangen unverzüglich Einsicht in die betreffende Patientenakte zu gewähren. Komme mir hier vor wie im Kindergarten!“</em></p>
<p>K. schrieb außerdem eine Beschwerde wegen der schlechten Lebensmittelversorgung.</p>
<p><em>„Die Retourkutsche war heute Abend [13.07.20] eine Zellendurchsuchung und Leibesvisitation. Die Suite sah danach aus wie ein Schlachtfeld.“</em>, so die Angehörigen.</p>
<p><strong>Knastgefühle</strong></p>
<p><em>„<span lang="de">Es ist sehr schwül und an die 30°c warm. Die Luft steht in der Suite und das merkt man auch. Das Wasser läuft dem Rücken herunter und man darf nur 2 x die Woche duschen… Verschwitzt und klebrig übers Weekend, währenddessen man am Fenster steht und frische, staubfreie Luft schnappt. Es ist gerade Gewitter und ein toller Moment entsteht, wenn sich ein Regentropfen auf die Haut und Gesicht verirrt. Ein echt schöner Moment. Aber die Gedanken weiter bei der Freundin, die gerade bei meinen Eltern zu Besuch ist. Die Besuch meiner Freundin am Freitag, ein Tag zuvor, sollte nie zu Ende gehen. Aber nach 1 Stunde hieß es ‚kommen Sie bitte zum Schluss‘… Traurigkeit und Betrübtheit machten sich breit…Der Staat löst in uns Minderwertigkeitskomplexe aus und lässt uns an allem </span>zweifeln. Entlassen werden wir als menschliche Häufchen Elend und sind zu nix mehr zu gebrauchen. Justizzombies halt. Werden wir nach der Entlassung die <span lang="de">Fußabtreter der Gesellschaft sein? Ich schäme mich ein Deutscher zu sein.“</span></em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/berichte-aus-dem-knast-moabit/">Berichte aus dem Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2020 14:06:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörige]]></category>
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		<category><![CDATA[Brand im Bau]]></category>
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		<category><![CDATA[Tod Marokkaner Berlin JVA]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines C4F Beitrags: Am 23.07.20 starb ein weiterer Gefangener im Knast Moabit. In Leitmedien wird von Suizid geschrieben, aus den folgenden Schilderungen von Gefangenen geht aber eindeutig hervor, dass der Knast für den Tod des Gefangenen verantwortlich ist. Es wurde keine rechtzeitige Hilfe geleistet, obwohl der verstorbene Gefangene, welcher nach unseren Informationen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/sie-reden-von-suizid-aber-es-war-mord-weiterer-toter-durch-den-knast-moabit/">Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/07/27/sie-reden-von-suizid-aber-es-war-mord-weiterer-toter-durch-den-knast-moabit/">C4F Beitrags</a>:</p>
<p>Am 23.07.20 starb ein weiterer Gefangener im Knast Moabit. In <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/feuer-in-berliner-gefaengniszelle-haeftling-stirbt-bei-brand/26033600.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Leitmedien</a> wird von Suizid geschrieben, aus den folgenden Schilderungen von Gefangenen geht aber eindeutig hervor, dass der Knast für den Tod des Gefangenen verantwortlich ist. Es wurde keine rechtzeitige Hilfe geleistet, obwohl der verstorbene Gefangene, welcher nach unseren Informationen Marokkaner war und auch schon in der Vergangenheit vom Knast gefoltert worden ist, danach schrie. Es werden auch die Umstände und Verhältnisse im Knast beschrieben sowie das menschenverachtende Verhalten der Wärter*innen.</p>
<p>Die gesamten beschriebenen Umstände führten eindeutig zum Tod des Gefangenen. Dementsprechend war es Mord: durch den Knast, durch die Justiz und durch alle, welche das Knastsystem am Laufen erhalten.</p>
<p><strong>Bericht eines Gefangenen über den Ablauf am 23.07.20</strong></p>
<p>„Es ist der 24.07.20 und auf der Station blickt man in leere, traurige und verstörte Gesichter. Es gab einen Brandtoten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. In dieser Nacht unterhielten sich draußen, wie jeden Abend, der Zellenblock B und der Zellenblock C in der Teilanstalt (TA) I. Quasi ein Nachrichtenaustausch unter Insassen. Einer sagte plötzlich, da wäre Rauch. Ich lauschte dem Gespräch. Der C Block kann auf den B Block schauen und der B Block auf den C Block. Einer aus dem C Block sagte, der Brand wäre im B Block. Einer aus B2 sagte, er rieche nichts. Es musste also B3 oder B4 sein.</p>
<p>Aus einer Tür kam eine Schluse [=Wärter*innen; Anmerkung C4F] auf den Hof. Er wurde von Gefangenen aus dem C Block angebrüllt: ‚Meister, im B Flügel ist Rauch, ist bestimmt dritte oder vierte Etage!‘ Es dauerte bestimmt gute zwei Minuten, bis er seine Funke nahm und da mal was rein sagte.</p>
<p>Ich ging wieder an meine Tür, nahm ein Glas und lauschte. Ich vernahm ein schnelles Klopfen, eher wummern, an einer Zellentür. Es rief einer ‚Feuer, Hilfe Feuer!!!‘. Ich ahnte es ist auf meiner Station, TA I B4. Wer das war? Keine Ahnung. Es ging gute fünf Minuten so: klopfen, Hilfe rufen, klopfen, Hilfe rufen. Dann verstummte es. Dann hörte ich, wie eine Schluse angerannt kam. Er war nicht bei uns auf Station. Er schloss das Gitter auf der Station auf. Er rannte los. Auf meiner Höhe sagte er ‚Scheiße, du Wichser!‘. Nach 2-3 Minuten kam er wieder und rannte Richtung Treppenhaus. Wieder etwas später kamen mehrere Schlusen in Gleichschritt. Mittlerweile war das Klopfen und Hilferufen schon lange verstummt.</p>
<p>Gegen 23:33 rief ich meine Freundin an und sagte ihr, dass es auf der B4 brennt. Wir telefonierten gute 2-3 Minuten. Ich lauschte wieder mit dem Glas an der Tür. Ich hörte Badelatschen der Insassen. Auf einmal knallte es an der Tür, es war ein Insasse. Er sagte „es brennt da hinten, da ist noch einer auf der Zelle, mach mal was!“ Ich zog mich schnell an, um nicht im Schlafanzug aus der Zelle zu gehen. Es waren viele Schritte von Schlusen und Insassen zu hören. Dann war es ruhig. Ich ging ans Fenster und roch jetzt auch, dass es brennt. Draußen auf der Straße hörte ich viele Bullenautos. Ich ging an meine Tür und lauschte wieder. Es verging etwas Zeit. Ich hörte, wie die Feuerwehr unter Pressluftatmer ihrer Arbeit nachgingen. Schlauchkupplungen wurden angeschlossen. Es prallte und schepperte. Es kamen immer mehr Feuerwehr Männer hoch. Es begannen die Löscharbeiten. Jetzt wurde auch das erste Mal die Tür der Zelle, die brannte, geöffnet. Ein Feuerwehrmann brüllte ‚Menschenrettung!‘ Die Reanimation wurde eingeleitet, das ging etwa 30 Minuten. Leider ergebnislos.“</p>
<p><strong>Ein weiterer Bericht über den Tag danach und Erzählungen von verschiedenen Gefangenen über den 23.07.20<br />
</strong></p>
<p>„Auf der ersten Hofpause war es Thema Nummer eins. Unsere Zellen gingen gegen 07:15 Uhr auf. Ich schaute rechts den Gang runter und sah zwei Hausarbeiter [Anmerkung C4F: arbeitende Gefangene im Knast] die Wände und den Boden schrubben, ohne Schutzkleidung. Der eine war sehr blass – er sah scheiße aus. Auf dem Flur, bzw. auf der Seite, wo es gebrannt hat, floss etwas Putzwasser. Es war schwarz und rötlich. Die Schluse, die die Tür zur Freistunde aufschließen muss, ging den Flur bzw. die Seite entlang. Er sagte, als er das Wasser sah: ’so eine Scheiße hier, na toll!‘ Seine Schuhe sollten wohl nicht schmutzig werden.</p>
<p>Wir gingen alle auf die Freistunde – aber einer fehlte. Ich unterhielt mich mit den Insassen mit erschreckenden Erkenntnissen. Mein Zellennachbar sagte mir, dass er zusammen mit dem Brandopfer für ein paar Wochen auf der B2 TA I in einer Begegungszelle war. Er, also das Brandopfer, erzählte ihm, dass er im Juni 20 auf seiner Zelle von 4-6 Schlusen verprügelt worden ist, ohne Grund. Es gab weder davor, noch danach jemals Stress mit ihm. Tage später veränderte er sich vom Wesen her. Er fing an, sich mit einer Rasierklinge zu verletzen. Beide wurde verlegt, der Brandtote auf die B4 418. Er soll dann Tabletten bekommen haben, welche das waren, wissen wir nicht. Er soll Ende 30 gewesen sein, sah aber aus wie Mitte 20. Ein kam wohl aus Marokko und war nach unseren letzten Kentnissen U-Häftling. Ich kannte ihn nur flüchtig vom Hof.</p>
<p>Ich erfuhr von einem anderen Insassen der TA I B4 folgendes: die Insassen hörten, wie es 5 Minuten lang aus der Brandzelle Hilferufe gab und lautstark gegen die Zellentür wummerte. Ein Insasse sah durch ein Loch seiner Zellentür, wie zwei Schlusen im Gang standen und nichts unternahmen, obwohl er um Hilfe und immer wieder ‚Feuer‘ schrie. Bis es verstummte. Einer hörte auch, wie sich die Schlusen wohl berieten, aber nichts unternahmen. Sie standen die ganze Zeit vor seiner Zelle.</p>
<p>Laut einem anderen Insassen wurden wohl gegen 23:30/35 13-17 Insassen aus ihren Zellen evakuiert und eine Stunde lang in der Kirche in der TA I eingesperrt. Alle Insassen, mit denen ich geredet habe sagten, dass die Tür der Brandzelle zu diesem Zeitpunkt geschlossen war. Zu dem Zeitpunkt war auch keine Feuerwehr anwesend, die Schlusen unternahmen nichts. Es gab nichtmal Löschwasser oder -schaum im Gang. Es war auch kein Feuerlöscher am Brandort. Die B4 Station wurde bis zur Dusche geräumt. Gute 4-6 Hafträume waren noch belegt. Diese wurden nicht evakuiert. Sie sollten wohl so wenig wie möglich mitbekommen, dass deckungsgleiche Absprachen der Schlusen möglich bzw. Aussagen zurechtgelegt werden können. Das ist nicht nur in der JVA Moabit Gang und Gebe. Auch wurde kein Anstaltsalarm ausgelöst, wie es sonst der Fall ist. Hier sollte alles still und heimlich geschehen.</p>
<p>Für mich ist die ganze Aktion durch die Justiz ein Tötungsdelikt. Die Justiz, die JVA Moabit und Medien gehen wohl von einen Suizid aus. Ich wage es sehr stark zu bezweifeln, dass sich einer, der Suizid begehen will, lautstark bemerkbar macht und um Hilfe schreit. Was ist, wenn er in seiner Zelle kochen wollte und es gab einen Unfall? Oder es einen technischen Defekt in der Zelle gab? Mir sagte im Mai 2020 der Chefpfleger des Justizvollzugskrankenhauseses, dass die JVA unter Beobachtung der Öffentlichkeit stehe und deswegen so wenig wie möglich Tote nach außen gelangen sollen. Das sagt doch alles. Rechtsverdreher und Blender.</p>
<p>Das, was in in dieser Woche passierte, ist auch kein Einzellfall. In Haus II der JVA Moabit hängte sich ein anderer Insasse diese Woche über Nacht auf. Er sollte zurück nach Tegel, wo ihn wohl Schläge erwartet hätten. Er wollte nicht zurück und sah offensichtlich keinen anderen Ausweg. Laut Presse gab die Justiz an, dass er morgens tot im Bett vorgefunden wurde und dass es wohl keine Anzeichen eines Suizids geben würde. Gelogen und zurechtgedreht! Fehlt nurnoch, dass es irgendwann heißt, er hätte einen Herzinfarkt gehabt. Die falschen Schlagzeilen sollen wohl den Schaden für die JVA Moabit geringer machen. Rest in Peace der zwei Insassen und mein Beleid den Angehörigen!</p>
<p>Das korruppte deutsche Rechtssystem lässt absichtlich Gefangene verbennen, sie sind Verbrecher und Mörder! Wir sind hier dem Handeln oder auch Nichthandeln der Schlusen vollständig ausgeliefert. Wir sprechen hier aber über das Leben und die Gesundheit von Menschen und nicht über verwahrte Gegenstände! Es gibt auch Inhaftierte, die mit der gesamten Haftsituation und den Umständen hier nicht zurechtkommen. Es ist keine Seltenheit, dass Inhaftierten keinerlei Hilfe- oder Therapieangebote bekommen. Man wird sich hier selbst überlassen, mit all den psychischen Problemen, die die Haft mit sich bringt.</p>
<p>Nach Suiziden hört man hier auf den Stationen von den Schlusen, es bliebe jetzt wenigstens ein Brötchen für die anderen Inhaftierten übrig. Dieses menschenverachtende Bild ist hier nicht selten anzufinden. No Justice, no Peace!“</p>
<p>In der medialen Berichterstattung schreiben sie, <a href="https://www.bz-berlin.de/berlin/mitte/ein-toter-nach-feuer-in-gefaengniszelle-in-jva-moabit" target="_blank" rel="noopener noreferrer">dass „umgehend“ die Feuerwehr alarmiert worden sei</a>. Offensichtlich ist aber, dass sich verschiedenste Wärter*innen Zeit zum Handeln ließen oder gar die Hilfeschreie des Gefangenen ignorierten. <a href="https://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/feuer-in-berliner-gefaengniszelle-haeftling-stirbt-bei-brand/26033600.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sie schreiben außerdem von Suizid</a>. Wie der Gefangene schon schildert, kann es zum einen kein Suizid sein, wenn um Hilfe geschrien wird. Zum anderen gibt es keinen Selbstmord im Knast! Der Gefangene wurde offensichtlich in der Vergangenheit von dem Knast gefoltert, war den generellen Knastmechanismen ausgesetzt und nicht weiß – was die Haftbedingungen unter rassistischen Wärter*innen zusätzlich erschwert.</p>
<p><a href="https://deathincustody.noblogs.org/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Von einer selbstbestimmten Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, kann unter Knastumständen also niemals die Rede sein.</a> Knast tötet Menschen – seine Handlanger sind Mörder.</p>
<p><strong>Das Sterben hinter Gittern wird erst aufhören, wenn die Knastmauern eingerissen und die Menschen frei sind. Macht deswegen was gegen Knäste, <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/click-and-act/von-gefangenen-fuer-gefangene/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">drinnen</a> wie <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/click-and-act/vor-den-knastmauern/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">draußen</a>!</strong></p>
<p><strong>Erinnert an die Toten hinter Gittern, kämpft auch für sie und die Angehörigen. </strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/sie-reden-von-suizid-aber-es-war-mord-weiterer-toter-durch-den-knast-moabit/">Sie reden von Suizid, aber es war Mord – weiterer Toter durch den Knast Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Bericht eines Gefangenen aus Moabit</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 21:22:48 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Wir geben hier den Bericht eines Gefangenen aus der Berliner JVA Moabit wieder, der bei Criminals for Freedom veröffentlicht wurde. Erster Bericht eines Gefangenen aus Moabit: von der Festnahme zum Knast Posted on 2020/06/05 Im Folgenden dokumentieren wir einen ausführlichen Bericht des Gefangenen K. ab dem Zeitpunkt seiner Festnahme bis hin zu seiner...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/bericht-moabit/">Bericht eines Gefangenen aus Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<header class="entry-header">GG/BO-Soligruppe Jena: Wir geben hier den Bericht eines Gefangenen aus der Berliner JVA Moabit wieder, <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/06/05/erster-bericht-eines-gefangenen-aus-moabit-von-der-festnahme-zum-knast/">der bei Criminals for Freedom veröffentlicht wurde</a>.</p>
<h1 class="entry-title">Erster Bericht eines Gefangenen aus Moabit: von der Festnahme zum Knast</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="15:41" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/06/05/erster-bericht-eines-gefangenen-aus-moabit-von-der-festnahme-zum-knast/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-06-05T15:41:17+02:00">2020/06/05</time></a></div>
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<div class="entry-content">
<p>Im Folgenden dokumentieren wir einen ausführlichen Bericht des Gefangenen K. ab dem Zeitpunkt seiner Festnahme bis hin zu seiner jetzigen Situation im Knast Moabit. <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/category/angehoerige/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Seine Angehörigen kamen ebenfalls schon zu Wort.</a></p>
<p><strong>Festnahme</strong></p>
<p>K., welcher selbst bei der Feuerwehr und im Rettungsdienst vor seiner Inhaftierung arbeitete, wurde am 03.0320 im Amtsgericht Moabit festgenommen und war zu dem Zeitpunkt am Daumen stark verletzt. Deswegen wurde er nicht direkt in den Knast, sondern zunächst in ein Krankenhaus verschleppt.</p>
<p>„Als ich dann im Rettungswagen mit Handschellen auf den Rücken in so einem Stuhl saß, merkte ich, wie das Blut vom Daumen den neu angelegten Verband der Feuerwehr Kollegen durch siffte! So saß ich gute 30 Minuten und wartete auf den Knast Transporter. Als er endlich auf dem Hof des Gerichtsgebäudes ankam, stieg ich um. Mir wurden dann noch A4 Verbandtaschen mit Panzertape über die Hände gestülpt. Dann kam noch eine grüne OP Maske, weil die Angst hatten, dass ich Covid 19 habe. Ich habe lediglich gesagt, dass ich vor kurzem einen Schnupfen gehabt habe. Das die dummen Behörden daraus gleich Covid 19 machen ist ja nicht mein Problem! Natürlich wollte ich die gesamten Maßnahmen nicht. Auf dem Weg zur Gesamtsammelstelle in einer Bullenkolonne, popelte ich in Handschellen auf dem Rücken und mit blutenden Daumen die Hände frei und riss die A4 Umschläge ab. Auch befreite ich mich von der OP Maske, indem ich sie mit den Zähnen abknabberte und ausspuckte. Als die Fahrt zu Ende war und ich raus musste, sah ich auf meinem Sitz und dem Fußboden, dass alles voller Blut war. Tja Pech…. Ich kam in eine Zelle und hörte wie sich die Typen berieten. ‚Der ist nicht haftfähig wegen der Wunde.` Nach einer Stunde ungefähr kam ein Arzt und schaute es sich an. Er schlug vor, mich ins Krankenhaus Wenkelbach Vivantes zu fahren. Hätte ich so einen Patienten bei mir auf Arbeit im Rettungsdienst gehabt, wären wir ins UKB gefahren, da die Durchblutung, Motorik und Sensibilität im und um den linken Daumen nicht mehr da war. Nervenschädigung! Nun ist mein linker Daumen zur Hälfte taub, kann ihn nicht mehr zu 100% bewegen und die Narbe bzw. im Gewebe schmerzt richtig bei Kontakt. Auf den Weg ins Krankenhaus wurden mir wieder Handschellen und diesmal sogar Fußfesseln angelegt. Ich bezog meinen alten mit Blut beschmierten Platz im Sprinter. Ich wollte das einer mir den Sicherheitsgurt anlegt. Es kam nur die dumme Aussage, er würde wohl vorsichtig fahren. Wäre ein Unfall passiert und der Sprinter umgekippt, wäre ich in der Kabine umher geflogen und hätte mich schwer verletzen können! Im Krankenhaus angekommen musste ich mit Handschellen am Rücken und Fußfesseln in einen Rollstuhl und wurde in die Rettungsstelle geschoben. Vor Ort parkte mein Knast Sprinter und 4 Bullenwagen. Es waren gute 12 Typen anwesend! Es war peinlich. Eine Schwester kannte ich durch den Rettungsdienst. Ich schilderte dem Arzt, warum mein Daumen blutete und aufgerissen war. Der Arzt sagte mir und zu den Bullen, dass die Handschellen entfernt werden sollen, damit die Hand und Daumen geröntgt werden können. Die Bullen weigerten sich. Es sollte lediglich ein Covid 19 Test durchgeführt werden, so der Einsatzleiter. Der Arzt im Krankenhaus meckerte, er müsse die Wunde begutachten und dazu müssten die Handschellen ab. Die Bullen blieben dabei und somit auch die Handschellen. Er sah sich meinen Daumen hinter meinen Rücken an. Das sollte genäht werden mit Handschellen auf dem Rücken. Ich verweigerte dies! Keiner macht was an meinem Körper hinter meinen Rücken oder wir haben hier alle gleich großen Spaß! Es wurde nicht genäht sondern nur getapt mit sechs Stripes und dann neu verbunden. Trotzdem ist der Daumen jetzt taub und tut echt weh beim anfassen. Ich sagte später meinem Anwalt, ich möchte die Bullen verklagen und Schmerzensgeld haben! Nichts passierte bis dato. Es ging zurück auf mein Rollstuhl mit beiden Fesseln. Wir warteten auf den Covid19 Test. So saß ich gute 60-90 Minuten in meinem Rollstuhl mit Fesseln draußen vor der Tür. Währenddessen versuchten die Deppen Infos aus mir zu bekommen. Ich antwortete aber nicht. Irgendwann ging es in Kolonne wieder zur Gesa ohne Sicherheitsgurt!“</p>
<p><strong>Gesa Tempelhof</strong></p>
<p>„Auf der Gesa Tempelhof angekommen, ging ich in meine Suite. Mega kalt, habe gefroren und hatte das erste Mal Angst. Nach Stunden konnte ich einen Anwalt anrufen aus einer Liste.</p>
<p>Dieser kam dann ca. 90 Minuten später. Ich sagte ich habe Durst und Hunger. Es wurden Bilder von mir gefertigt und Fingerabdrücke genommen. Dann wurde mir Blut abgenommen, ohne dass ich einen Beschluss gesehen habe oder rechtlich belehrt wurde.</p>
<p>Ich musste dann mal aufs WC. So ein Typ gab mir eine Klopapierrolle mit angetrockneter Scheiße dran. Ich sah es vorher nicht und hielt die Hand auf und der Typ klatschte mir die Rolle mit Scheiße mit der betroffenen Seite der Rolle in die Hand. Ich merkte es erst später. Ich musste dann nicht mehr zum WC. Ich klingelte, die Tür ging auf und ich gab den Typen die Rolle zurück. Ich drehte den Spieß um und klatschte jetzt ihm die Kackrolle in seine Hand. Der Blick von dem Vogel war unbezahlbar. Irgendwann kam ein Anwalt. Wie sprachen etwas. Leider hatte ich nicht die Telefonnummer von meinem Anwalt im Kopf. Dieser Anwalt hier sah aus wie Goofy von Disney, kein toller Typ. Er ging wieder und siehe da, nach 30 Minuten bekam ich Knäckebrot und Käse gereicht. Auch konnte ich ein paar Zigaretten rauchen. <strong>Die Nacht war grausam. Meine Gedanken waren bei meiner geliebten Freundin und bei meinen tollen Eltern</strong>. Irgendwann morgens am 4.3.2020 kam eine Kripotante und fragte, ob ich aussagen will. Ich sagte, ‚na klar`, aber nur unter zwei Bedingungen. Erste war, dass der Anwalt dabei wäre und zweite war, dass ich zwei Zigaretten rauchen kann. Sie sagte es sei ok. Noch nie habe ich die Zigaretten so genossen! Als wir das Verhör mit dem Anwalt auf der Gesamtsammelstelle starteten, fing sie an zu fragen. Mein Anwalt sagte nur für mich: ‚Mein Mandant macht dazu keine Angaben.‘ Boa war die Alte angepisst. ‚Herr S……, sie sagten sie</p>
<div id="attachment_309" class="wp-caption alignright"><a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/06/sahen.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-309 size-medium" src="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/06/sahen-300x168.jpeg" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" srcset="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/06/sahen-300x168.jpeg 300w, https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/06/sahen.jpeg 474w" alt="" width="300" height="168" aria-describedby="caption-attachment-309" /></a></p>
<p id="caption-attachment-309" class="wp-caption-text">Staatsanwalt Roland Hennicke</p>
</div>
<p>wollen aussagen?` Ich sagte nur ‚danke für die zwei Zigaretten und alles weitere via Anwalt‘. Die war mega sauer, aber das war mir egal! In dem Verhör keiften sich der Anwalt und die Kripotante an. Es wurde fleißig telefoniert mit der Sau von <strong>Staatsanwalt Roland Hennicke</strong>. Der hat einen Haftbefehl für mich erlassen.“</p>
<p><strong>Im Knast Moabit</strong></p>
<p>„Irgendwann ging es in die JVA Moabit zum Haftrichter. Dort saßen der <strong>Staatsanwalt Hennicke und Richter Bäumel</strong>. Zwei arrogante Typen. Ich blieb in der JVA, Aufnahmegespräch usw. Die Nacht teilte ich mir mit einem Österreicher auf einer Nachbarzelle. Sehr netter Typ. Wir redeten die ganze Nacht.</p>
<p>Die Aufnahmetypen waren ganz ok. Nach der Nacht bekam ich eine sehr enge Jogginghose und ein viel zu kleines T Shirt von der Station. Ach ja, vorher wurde ich medizinisch begutachtet und die Lunge wurde geröntgt, auch eine Art von Körperverletzung. Danach ging es auf Station. Mega dreckig und staubige Suite. Da es eine Zelle mit Nachbarzelle in einer war, getrennt durch eine Holztür, zog eine Stunde später mein Nachbar ein. Einer zum reden war viel wert. Mich plagten viele Fragen. Die wichtigste für mich war, was wird aus meiner Freundin! So eine mega süße, liebe tolle Frau. Irgendwann kam die <strong>Sozialarbeiterin Frau Scheiber</strong>, anfangs war sie sehr nett, entpuppte sich aber schnell als nicht sozial, unkooperativ und hinterhältig. Ich durfte bei ihr telefonieren, zu erst meine Freundin und dann mit meinen Eltern. <strong>Meine Freundin und ich weinten nur am Telefon. Meine Eltern waren aufgelöst, traurig und sauer zugleich.</strong> Im Laufe der Zeit, gute fünf Tage später nach den Gesprächen mit Freundin und Eltern, gab es die Telefonkarte. Sieben Cents die Minute ins 030- Berliner Festnetz, 10 Cents nach Hamburg und 23 Cents aufs Handy. Für Leute die keine Familie oder Freunde haben sind diese Gebühren das Ende vom Ende.</p>
<p>Für jeden Scheiß und jede Kleinigkeit musst du nun einen Vormelder schreiben. Also der Antrag für den Antrag. Es macht einen kaputt, nervt und macht mürbe. Ich möchte nicht wissen wie viel ich schon an Gebühren bezahlt habe. Telio aus Hamburg verdient super daran. Jedes Mal beim Aufbuchen kommen noch Gebühren dazu.</p>
<p>Silberfische sind hier auch zu Hause, wir beendeten ihr Leben. Sie sind einfach nur ekelhaft. Wir wischten mehrfach die Woche unsere Zellen, dieses wurde uns aber nach geraumer Zeit untersagt seitens der Schließer – es wäre zu häufig. Bei zwei netten Schließern durften wir dennoch wischen. Ansonsten arrangierten wir uns ein wenig mit den Viechern, ließen sie tot in der Ecke liegen bis wir wischen durften.</p>
<p>Antrag für den Friseur wurde gestellt, dieser kam dann nach einen Monat.</p>
<p>Ich sammelte Vormelder über Vormelder und gab diese dann gebündelt ab, die Mimik der Schließer unbezahlbar. Tja, auch mal arbeiten sagte ich nur. Mal kamen sie an und ich erhielt Antwort, aber einige verliefen sich auf den Weg an die entsprechende Stelle.</p>
<p>Ich legte mich auch mit der Zentrale der medizinischen Abteilung an. Ich wollte einen Auszug aus meiner Patientenakte, der mir nach § 630 BGB zu steht. Erst nach Androhen eines Anwaltes bekam ich diese ausgehändigt. In dieser stand aber nur Grütze. Meine Bandscheibenvorfälle werden komplett ignoriert. Ein Pharmamüsli seitens der JVA lehne ich ab.</p>
<p>Auch mehrere Vormelder wurden ignoriert, ich will nur eine adäquate fachliche medizinische Betreuung erhalten. Nichts in dieser Richtung passiert. Die JVA ist dafür nicht ausgelegt.</p>
<p>Mit der Zeit knüpfte ich Kontakte zu den Hausarbeitern hier, es sind Gefangene die zum arbeiten verpflichtet wurden. Sie arbeiten 5-6 Tage die Woche von 6-18.00 Uhr für rund 130-160€ im Monat.<strong> Was ist mit dem Mindestlohn??? Daran merkt man doch, das wir nichts mehr wert sind</strong>. Arbeitsangebote lehnte ich bis jetzt immer ab. Zwei bis drei Hausarbeiter sagten mir auch, dass die Wärter angepisst sind von mir und meinem Nachbarn, wir schrieben zu viele Vormelder. Wir wären störende Insassen. Mann solle hier liebe die Fresse halten und den Wärtern die Schuhe küssen. Einer gab folgenden Kommentar: ‚Mir ist es egal, ob du Anträge abgibst, ich zerreiße sie und werfe sie weg, das gleiche gilt für die Einkaufsliste und somit bekommst du keinen Einkauf.‘</p>
<p>Damit wäre der ersehnte Einkauf weg. Somit brauchen sich die Wärter nicht zu wundern, dass die Stimmung in den Keller rutscht und sie dadurch Aggressionen erwecken. Andere Wärter sticheln, beleidigen, provozieren, greifen verbal die Insassen und deren Familien an. Dieses ist unmoralisch und asozial zugleich, es sind ungleiche Machtspiele.</p>
<p>Im Bunker war ich übrigens auch schon. <strong>Die größte Angst, die ich Tag für Tag habe ist nicht, was für eine Strafe ich bekomme, sondern wie lange das bitte eines Liebesbeziehung aushält?</strong></p>
<p>Mittlerweile musste ich mal wieder umziehen. Mein Mitinsasse hat Arbeit bekommen und zieht dadurch bedingt um. Ich muss nun auf die sogenannte Schlägerstation. Den Namen habe ich mir nicht ausgedacht, die wird so genannt, weil es dort öfter mal knallt. (…)“</p>
<p>Weitere Berichte folgen. <strong>Zeigt K. und seinen Angehörigen, dass sie nicht alleine sind! Solidarische Briefe können an uns geschickt werden, wir werden sie den Angehörigen und dem Gefangenen weiterleiten. Drückt eure Wut und euren Hass gegenüber Knästen und dem Staat auch auf vielen anderen Wegen aus. Wenn wir, Gefangene, Ex-Gefangene, Angehörige, Aktivist*innen und alle Feind*innen des Staates gemeinsam kämpfen, können wir mehr erreichen, als vereinzelnd.</strong></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/bericht-moabit/">Bericht eines Gefangenen aus Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Brief einer Angehörigen eines Gefangenen aus der JVA Moabit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2020 12:26:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Angehörige]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Moabit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Auf dem Blog der Criminals for Freedom ist der Brief einer Angehörigen eines Gefangenen aus der JVA Moabit erschienen. Wir geben diesen im Folgenden wieder. Worte einer Angehörigen – „Zurzeit sind wir voller Hass“ Im Folgenden veröffentlichen wir ein Schreiben einer Angehörigen eines Gefangenen aus dem Knast Moabit. Es beschreibt sehr eindrücklich, wie...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brief-angehoerige-moabit/">Brief einer Angehörigen eines Gefangenen aus der JVA Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/05/20/worte-einer-angehoerigen-zurzeit-sind-wir-voller-hass/">Auf dem Blog der Criminals for Freedom</a> ist der Brief einer Angehörigen eines Gefangenen aus der JVA Moabit erschienen. Wir geben diesen im Folgenden wieder.</p>
<h1 class="entry-title">Worte einer Angehörigen – „Zurzeit sind wir voller Hass“</h1>
<p>Im Folgenden veröffentlichen wir ein Schreiben einer Angehörigen eines Gefangenen aus dem Knast Moabit. Es beschreibt sehr eindrücklich, wie sich Angehörige fühlen können, wenn ihre Liebsten hinter Gittern verharren müssen. Gleichzeitig zeigt das Schreiben auch, mit welcher Gewalt der Staat und seine Handlanger versuchen, Gefangene und auch ihre Angehörigen zu brechen – was sich diese Mutter und auch der Gefangene selbst nicht gefallen lassen.</p>
<p><em>„Pünktlich zu meinem Geburtstag durfte ich heute die Stimme meines Sohnes am Telefon hören. Er ist wieder in der JVA Moabit. Eine laaaaange Woche hörte ich nichts von ihm. Echt grausam! </em></p>
<p><em>Mein Baby lebt. Ok mittlerweile ist er knapp 1.90 groß und ein stattlicher Hüne, der auch schon angst einflößend erscheinen kann, aber nun zum Thema.</em></p>
<p><em>Zu wissen, dass unser Kind verhaftet wurde, machte uns anfänglich sprachlos. Warum? Wieso? Weshalb? Ich hockte auf Nachtschicht und wartete auf ein Lebenszeichen meines Sohnes, nix kam.</em></p>
<p><em>Im Autoradio, auf dem Weg zur Arbeit, hörte ich von dem Vorfall und dachte mir noch, was war da los? Je dunkler und leiser die Nacht wurde und mein Sohn sich nicht meldete, kamen in mir schon Ängste hoch. Hieß es doch es gab Verletzte. In den frühen Morgenstunden gab es dann eine Meldung vom Anwalt auf dem AB zu Hause. So erfuhren wir von dem Unding.</em></p>
<p><em>Unser Sohn wäre dringend tatverdächtig und es bestünde Fluchtgefahr (Na klar, während Corona kann man sich auch ins Ausland absetzen). Mein Mann und mir zog es den Boden unter den Füßen weg. Beide geschockt und standen komplett neben uns. Bei unseren Arbeiten, die wir nachgehen, tragen wir eine hohe Verantwortung während unserer Dienstzeiten. Wir beide wurden krankgeschrieben. Psychopharmaka machten uns das Dahinvegetieren leichter. </em></p>
<p><em>Das Leben, wie wir es bis dato kannten, gab es nicht mehr. In Trance liefen wir als Zombies rum, alles rauschte an uns vorbei. Die Welt drehte sich ohne uns weiter. Es verging für uns eine Ewigkeit, bis wir zum ersten Mal unseren Sohn sprechen konnten. </em></p>
<p><em><strong>Er ist nun in einer JVA, OMG! Von diesen Häusern hört man nichts Gutes. Keiner wünscht seinem Kind die staatliche Hölle.</strong> Wir brachten ein paar Sachen hin und wurden gleich mal belehrt, was er haben darf und was nicht. Er hatte nur das Notdürftigste in JVA-Standard zur Überbrückung. Wir fühlten uns einer Ohnmacht nahe, soviel Regeln die wir nun beachten mussten. Hey, Leute wir sind nur die Eltern, die sich ab sofort ängstigten, wie und ob es für uns und unser Kind weiter geht!</em></p>
<p><em>Sein erstes Appartement war eine Begegnungsstätte. Zwei Räume mit Verbindungstür. Fanden wir akzeptabel, jemanden zum Reden für unseren Sohn. Jede Kleinigkeit die er haben wollte, musste nun beantragt werden. Teilweise schrieb er mehrere Anträge und bekam keine Antwort. Er sollte wohl am eigenen Leib erfahren, wo er ist. Ab sofort entschieden andere, was er darf und was nun gut für ihn ist. Als Neuling, natürlich ohne Erfahrung, ohne Aufklärung der Vorgehensweisen in der JVA, musste er neu lernen wie es ist als Abschaum der Gesellschaft dahin zu vegetieren. Nach dem Motto, beantrage deinen nächsten Antrag!<strong> Er begab sich in den Hungerstreik.</strong> Dadurch wurden seitens der Schließer öfters überlegt, wie sie ihn das ausreden/austreiben könnten. Sein Einkauf sollte zurück gehalten werden, wer im Hungerstreik ist, soll nicht noch belohnt werden. Klappte aber nicht. Er musste aus seinem Appartement raus und bezog ein Einzelzimmer! Er könne dem Nachbarn noch etwas wegessen. Man nahm ihn nicht ernst. Unser Zureden half auch nicht. Aus purer Verzweiflung zeigten wir die JVA wegen unterlassener Hilfeleistung an. Zeitgleich wurde er in den Bunker gebracht, Suizid Gefahr. </em></p>
<p><em>Vorm <strong>Einzug in den Bunker</strong> wurden seitens der hohen Anzahl von Begleitpersonen noch behauptet, dass er unmenschliche Handlungen an sich selbst begeht. In unseren Augen wieder mal Repressalien seitens der Schließer und einer Peepshow gleich. <strong>Einseitige Machtspiele.</strong></em></p>
<p><em>Am Morgen danach hielt man ihn leckeres Frühstück vor die Nase. Zum Glück hatte unser Sohn so viel Rückgrat und lehnte dies ab. <strong>Man wollte nur seinen Willen brechen.</strong> Er möge doch wieder essen. Wenn jemand in so einer Einrichtung ist, haben wir das Gefühl, er muss das Personal huldigen und heiligen. Gegen die Corona Maßnahmen, zur Eindämmung dieser, wird permanent verstoßen. Keiner rennt mit Mund-Nasenschutz herum.</em></p>
<p><em>Nach, für uns zu langen Zusehens seitens der JVA, wurde unser Sohn ins JVA-Krankenhaus verlegt. </em><em>Keinerlei Informationen darüber gelangten zu uns seitens der Mitarbeiter der JVA. Zum Glück gab es für uns andere Wege, es zu erfahren….</em></p>
<p><em>Wir haben das Gefühl, sie können mit den Insassen machen was sie wollen. Halten eh alle zusammen und eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Dass die Insassen (angebliche) kriminelle Taten begangen haben müssen um dort einzuziehen ist uns schon klar. Aber kein Mensch hat es verdient dort die Willkür einzelner Personen hilflos ausgesetzt zu sein. </em></p>
<p><strong><em>Wir sind auf einer Seite hilflos, machtlos, besorgt, misstrauisch, verärgert, verunsichert, aufgewühlt aber anderseits werden wir aggressiver, kritischer, feindseliger, bösartiger und rachsüchtiger.</em></strong></p>
<p><strong><em>Wie heißt es: „ Wer Wind sät, wird Sturm ernten.“ Zurzeit sind wir voller Hass. Wollen uns aber für unseren Sohn einsetzen, ziehen alles in Betracht um ihn dort endlich rauszubekommen.</em></strong></p>
<p><em>Teilweise fühlen wir uns von seinem Anwalt im Stich gelassen, spärliche Informationen werden uns auf Nachfrage vor die Füße geknallt. Wir und auch unser Sohn sind dem System hoffnungslos ausgeliefert und hoffen nicht mehr auf Gerechtigkeit. Man wir an unserem Sohn ein Exempel statuieren. Der Staatsanwalt R. Hennicke wird auch nicht unser Freund werden und ob er je Freunde im Leben hatte, bezweifeln wir sehr stark. Heute mal wieder ein Telefonat mit seinem Anwalt gehabt, es werden erstmal Gutachten angefordert und gefertigt und vor August wird nichts passieren. <strong>Ich gebe nicht auf und auch mein Sohn ist ein Kämpfer, ich liebe ihn dafür.</strong> </em></p>
<p><em>In unserem Land läuft einiges schief. Gib einen Teil der Menschen die Macht über den anderen Teil und schon knallt es. Mit der Justiz haben wir bis jetzt nur negatives erlebt. </em></p>
<p><em>Unser Kind in dem System gefangen und jeder kann machen was er will mit ihm, schreckliche Vorstellung. Bis jetzt hat er es in der JVA Moabit erlebt und überlebt. </em></p>
<p><strong><em>Wir brauchen aber dringend Unterstützung! Leider sind wir bis jetzt ideenlos, aber wenn ihr welche habt, meldet euch oder macht gerne was!“</em></strong></p>
<p><strong>Solidarische Briefe können an uns geschickt werden, wir werden sie den Angehörigen und dem Gefangenen weiterleiten. Drückt eure Wut und euren Hass gegenüber Knästen und dem Staat auch auf vielen anderen Wegen aus und zeigt somit den Gefangenen und Angehörigen, dass sie nicht alleine sind. Wenn wir, Gefangene, Ex-Gefangene, Angehörige, Aktivist*innen und alle Feind*innen des Staates gemeinsam kämpfen, können wir mehr erreichen, als vereinzelnd.</strong></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brief-angehoerige-moabit/">Brief einer Angehörigen eines Gefangenen aus der JVA Moabit</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Allgemeine (Corona) Infos aus Berliner Knästen</title>
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		<pubDate>Mon, 13 Apr 2020 15:18:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[C4F]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Im folgenden Dokumentieren wir einen Beitrag von C4F aus Berlin Es erreichten uns weitere Infos aus Berliner Knästen. Folgende beziehen sich auf Tegel, Plötzensee und Heidering. „Besuche wurden gestrichen, Ausführungen größten teils auch, es soll Skypetelefonie eingerichtet werden, bisher aber noch nicht passiert. Es gibt Quarantänestationen, die Arbeitsbetriebe laufen großteils normal weiter, kein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/">Allgemeine (Corona) Infos aus Berliner Knästen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Im folgenden Dokumentieren wir einen Beitrag von C4F aus Berlin</p>
<p>Es erreichten uns weitere Infos aus Berliner Knästen. Folgende beziehen sich auf Tegel, Plötzensee und Heidering.</p>
<p><em>„Besuche wurden gestrichen, Ausführungen größten teils auch, es soll Skypetelefonie eingerichtet werden, bisher aber noch nicht passiert. Es gibt Quarantänestationen, die Arbeitsbetriebe laufen großteils normal weiter, kein Desinfektionsmittel, normaler Umgang mit Bediensteten (die nicht bzw. jedenfalls nicht regelmäßig getestet werden), normaler Kontakt zwischen den Gefangenen (Duschen, Essen etc). Bereits geplante medizinische Behandlungen werden mit dem Hinweis auf Corona auf unbestimmte Zeit vertagt, der Einkauf ist unsicher.“</em></p>
<p>Vor allem, weil es drinnen schwierig ist, an Informationen bezüglich der aktuellen (Corona)Lage zu bekommen,<em>„ist die Sorge natürlich groß“.</em></p>
<p><em>„Im Offenen Vollzug wurden die Freigänger im Wesentlichen beurlaubt. Auch die Lockerungen laufen noch normal weiter. Gerichte und Staatsanwaltschaften arbeiten langsam bis gar nicht und sind, wie zu erwarten war, im Hinblick auf alles, was Haftunterbrechung/Haftentlassung angeht und über die politischen Entscheidungen hinaus geht, extrem ängstlich und zurückhaltend.“</em></p>
<p><a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/">https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/allgemeine-corona-infos-aus-berliner-knaesten/">Allgemeine (Corona) Infos aus Berliner Knästen</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Mehmet wurde abgeschoben!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[ggbo-nbg]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2020 15:10:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Abschiebung GG/BO]]></category>
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		<category><![CDATA[Bleiberecht für Mehmet]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines Beitrags von C4F, der uns zugesandt wurde Mehmet Aykol, Gründungsmitglied der GG/BO, wurde in die Türkei abgeschoben. Mehmet schrieb uns dazu am 07.04.20: „Ich stand kurz vor der Entlassung mit Reststrafe auf Bewährung. Das Landgericht Berlin hat ein Gutachten in Auftrag gegeben und wollte mich entlassen. Dort läuft auch noch mein...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/mehmet-wurde-abgeschoben/">Mehmet wurde abgeschoben!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Soligruppe Nürnberg: Dokumentation eines Beitrags von C4F, der uns zugesandt wurde</p>
<p>Mehmet Aykol, Gründungsmitglied der GG/BO, wurde in die Türkei abgeschoben. Mehmet schrieb uns dazu am 07.04.20:</p>
<p><em>„Ich stand kurz vor der Entlassung mit Reststrafe auf Bewährung. Das Landgericht Berlin hat ein Gutachten in Auftrag gegeben und wollte mich entlassen. Dort läuft auch noch mein Verfahren wegen Reststrafe auf Bewährung.</em></p>
<p><em>Die Staatsanwaltschaft hat aber von einer weiteren Vollstreckung gem. § 456a StPO abgesehen und die Ausländerbehörde hat mich dann am 3.3.2019 abgeschoben und mir 8 Jahre Einreiseverbot gegeben. (…)</em></p>
<p><em>Die Ausländerbehörde agiert nicht als Einwanderungsbehörde, sondern als Abschiebebehörde. Der unbefristete Aufenthalt für mich wurde mit der Begründung widerrufen, weil von mir angeblich eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit hervorgehen soll. Aus dem selben Grund sitzen auch einige Gefangene in der Sicherungsverwahrung.</em></p>
<p><em>Theoretisch hätte ich den Nachweiß erbringen können, dass ich nicht mehr gefährlich bin. Wenn Gefangene z.B. Haftlockerungen bekommen und in den offenen Vollzug verlegt werden und als Freigänger arbeiten, können sie argumentieren, dass sie sich in der Öffentlichkeit befinden und daher nicht mehr gefährlich sind für selbige. Damit dass nicht passiert, werden ausländische Inhaftierte selten gelockert. Ich hätte auch den Nachweiß, dass ich nicht mehr gefährlich bin dadurch erbringen können, dass ich durch ein Gutachten mit Reststrafe auf Bewährung entlassen worden wäre. Um das aber zu verhindern, agiert die Abschiebebehörde und die Staatsanwaltschaft zusammen. Die Staatsanwaltschaft kommt von Amtswegen mit der Entscheidung, von der weiteren Vollstreckung abzusehen, einer Entscheidung des Landgerichts Berlin bzgl einer Reststrafe auf Bewährung zuvor. Abschiebebehörde und Staatsanwaltschaft wollen Abschiebungen vollziehen und sind nicht darauf ausgelegt, dass ein Gefangener den Nachweis erbringt, dass er nicht mehr gefährlich ist. Deswegen machen ausländische Inhaftierte in der Regel die Endstrafe oder werden vorzeitig aus der Haft abgeschoben, weil die Staatsanwaltschaft ja von der weiteren Vollstreckung absieht. </em></p>
<p><em>Mit der Vollziehung der Abschiebung bin ich erst mal aus Deutschland weg. Dass Verfahren mit der Reststrafe auf Bewährung läuft weiter. Zur Begutachtung muss ich, als Abgeschobener!, nach Deutschland kommen. Dazu muss ich beim Landgericht ein Freies Gleit beantragen. Wenn mir das Landgericht Freies Gleit gewährt, dann muss ich bei der Abschiebebehörde eine Einreisegenehmigung beantragen. Die Abschiebebehörde gibt aber in der Regel die Genehmigung nicht und der Abgeschobene muss dies bei Verwaltungsgericht einklagen. Er muss sowohl für die Begutachtung und auch für die Entscheidung des Landgerichts für die Reststrafe auf Bewährung im Deutschland anwesend sein. Dennoch werden die Ausländische Inhaftierten abgeschoben, ohne dass das Landgericht das Entlassungsverfahren abgeschlossen hat. (…) Die Vorgehensweise der Abschiebebehörde und Staatsanwaltschaft riechen nach Ausländerfeindlichkeit und Rassismus!“</em></p>
<p>Mehmet war jahrelang innerhalb der GG/BO aktiv, hat sich für andere Gefangene eingesetzt und sich nicht mundtot machen lassen. Schon allein dieser Umstand hatte Repressalien zur Folge. Dass er keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, machte seine Haft- und jetzt Lebensbedingungen noch schwieriger.</p>
<p>Mehmets Geschichte ist eine der vielen von „nicht-deutschen“ Gefangenen. Auch, wenn Abschiebungen teilweise durch Corona ausgesetzt sind, bedeutet das nicht, dass ein Ende des institutionellen Rassismus, wie sich beispielsweise auch durch die aktuelle Situation  auf Lesbos zeigt, in Sicht ist. Der Kampf gegen Rassismus und Faschismus bleibt auch in diesen Zeiten wichtiger denn je. Handlungsmöglichkeiten gibt es viele, <a href="https://de.indymedia.org/node/75889" target="_blank" rel="noopener noreferrer">wie beispielsweise die Chronik zu antifaschistischen Interventionen in Berlin nach Hanau zeigt.</a></p>
<p>In diesem Sinne wollen wir an dieser Stelle zwei weitere Faschos öffentlich machen:<strong>Alexander German</strong> (kein Witz) und<strong> Peter Jansen</strong>. Beide arbeiten in der JVA Tegel und werden von etlichen Gefangenen als „absolute Faschos, die das auch deutlich zeigen“ bezeichnet. <strong>Macht was draus!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/mehmet-wurde-abgeschoben/">https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/09/mehmet-wurde-abgeschoben/</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/mehmet-wurde-abgeschoben/">Mehmet wurde abgeschoben!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Drittes Update aus der JVA Plötzensee</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2020 14:16:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Jena: Auf dem Blog von Criminals for Freedom findet sich ein weiterer Bericht von Inhaftierten aus der JVA Plötzensee. Sie sprechen darin von mangelnden Hygienemaßnahmen, Schikanen und Willkürmaßnahmen, von den teuren Telio-Preisen, der unzureichenden medizinischen Versorgung . Der vollständige Beitrag ist hier dokumentiert: Update 3 aus dem Knast Plötzensee Posted on 2020/04/02 Im...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/ploetze-3/">Drittes Update aus der JVA Plötzensee</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO Soligruppe Jena: Auf dem <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/02/update-3-aus-dem-knast-ploetzensee/">Blog von Criminals for Freedom</a> findet sich ein weiterer Bericht von Inhaftierten aus der JVA Plötzensee. Sie sprechen darin von mangelnden Hygienemaßnahmen, Schikanen und Willkürmaßnahmen, von den teuren Telio-Preisen, der unzureichenden medizinischen Versorgung . Der vollständige Beitrag ist hier dokumentiert:</p>
<header class="entry-header">
<h1 class="entry-title">Update 3 aus dem Knast Plötzensee</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="17:09" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/04/02/update-3-aus-dem-knast-ploetzensee/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-04-02T17:09:56+02:00">2020/04/02</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Im Folgenden ein weiterer Bericht </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">über die aktuellen </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Umstände im Knast Plötzensee, u.a in Bezug auf die Corona-Pandemie.</span> <span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Zum Verständnis:</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> die JVA Plötzsee</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> ist</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> in zwei Bereiche geteilt</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">,</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> e</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">in Teil befindet sich</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> im Wedding</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> (hier benannt als Knast Plötzensee),</span> <span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">in welchem </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">Gefangene Geldstrafen </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">ab</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">sitzen. Dort </span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">ist</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> auch die Großküche</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">,</span> <span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">welche</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> für mehrere Knäste kocht</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> und die Wäscherei</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">,</span> <span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">welche</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> für mehrere </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Knäste</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> und Krankenhäuser die Wäsche macht. D</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">er zweite Teil des Knastes befindet sich im</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> Bezirk Charlottenburg</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">, weswegen Gefangene vom Knast Charlottenburg sprechen</span> <span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">(trotzdem ein Gelände, ein Knast!). Hier sitzen </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">Langzeit</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">g</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">efangene. </span></p>
<p id="magicdomid1832" class="ace-line"><strong><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z b">Zur Großküche, Ernährung und den vermehrten Kollektivstrafen</span></strong></p>
<p id="magicdomid11" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Im gesamten Knast läuft (externes) Personal ein und aus und im Knast umher, wie es will, ohne dabei auf Schutzmaßnahmen zu achten. In einigen Teilen des Knastes ist das besonders gefährlich, so zum Beispiel in der Großküche und der Wäscherei. Hier arbeiten Gefangene und Personal.<br />
</span></p>
<p id="magicdomid920" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Das Küchenpersonal arbeitet beispielsweise ohne spezielle Schutzkleidung, weder Kittel noch Kopfschutz wird getragen, geschweige dem Desinfektionsmittel benutzt.</span></p>
<p><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Nicht nur, dass das Küchenpersonal auf die Gesundheit der Gefangenen überhaupt keinen Wert legt – sie fungieren außerdem für den Knast als Hilfsschweine, indem sie für beispielsweise 40 arbeitende Gefangenen Kollektivstrafen aussprechen. Eine Form davon kann beispielsweise sein, den Gefangenen fünf Tage lang nur trockenes Brot mit Marmelade zum Essen vorzuwerfen. Angesicht der vielen entfallenen Jobs von Gefangenen durch die Corona-Pandemie und das daraus resultierende fehlenden Geld, um sich eigenständig Lebensmittel im Knast kaufen zu können, bedeutet das für viele dementsprechend eine absolut mangelhafte Ernährung. </span></p>
<p id="magicdomid726" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Wenn Gefangene versuchen, sich gegen solche Kollektivstrafen zu wehren, verlieren sie ihre Arbeit in der Küche. Vor allem Frau Schwann und Frau Pasemann finden eine enorme Freude daran, Gefangene auf diese Art und Weise zu schikanieren. </span></p>
<p id="magicdomid1721" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Ohnehin ist es durch das Einsparen von Lebensmitteln und die Belieferung mit <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/24/update-aus-dem-knast-ploetzensee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gammeligem Gemüse</a> seit einem Jahr nicht mehr möglich, Gefangenen eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu ermöglichen. Zu Recht fragen sich die Gefangenen allerdings, wohin die Einsparungen und damit das Geld des Knastes überhaupt fließen. </span></p>
<p><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">In Plötzensee wird zweimal die Woche Suppe gekocht. Gefangene kochen für 1000 Menschen, u.a. für den Knast Plötzensee, Charlottenburg und einige Knäste außerhalb Berlins. Nach offziellen Angaben bekommen Gefangene ein Essen im Wert von 3€ pro Tag. Das wäre ein Essens-Wert von ca. 3000€ pro Tag, die in der Großküche verarbeitet werden. In der Realität werden aber Lebensmittel für nicht mal 1000€  verarbeitet. <em>„Wohin geht also das ganze Geld?“</em></span></p>
<p id="magicdomid1793" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Auf jeden Fall nicht in die Gesundheit und Ernährung der Gefangenen. </span></p>
<div>
<p><strong>Verlegung von Charlottenburg nach Wedding</strong></p>
<p class="ace-line"><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">Jeden </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">M</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">orgen um sechs</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2"> Uhr</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> werden Gefangene mit Bussen von Charlottenburg nach Wedding gefahren</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">.</span> <span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">Jetzt sollen die Gefangenen, </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">welche</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2"> in der Küche arbeiten, komplett auf die Wedding-Seite verlegt werden – angeblich, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Die Gefangenen sprechen sich</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> eindeutig</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2"> dagegen aus</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">, weil sie </span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">ohnehin </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">im gleichen Haus untergebracht sind, alle die selben Duschen benutzen und den ganzen Tag in der Küche mit Personal zusammen arbeiten, welches sowieso keinen Wert auf Hygene legt und Keime durch den gesamten Knast schleppt.</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2"> Die Verlegung soll aber, sollten sich Gefangene den Anweisungen widersetzen, durch Kollektivstrafen wie Einschluss und Einkommenssperre</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> erzwungen werden. </span></p>
</div>
<p id="magicdomid1842" class="ace-line"><strong><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z b">Wäscherei</span></strong></p>
<p id="magicdomid2046" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Auch hier wird natürlich nicht auf Schutzmaßnahmen geachtet. Während in der Wäscherei des Knastes u.a. Bettlaken der Krankenhäuser gewaschen werden, läuft das Personal auch hier ein und aus, wie es ihnen passt. </span></p>
<p id="magicdomid25" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i> „Wir haben Angst, dass wir uns mit Corona anstecken. In der Wäscherei kommt die Wäsche aus allen Knästen und vielen Krankenhäusern an. Da wird vorher nichts desinfiziert, nur bei 60 Grad gewaschen.“</i></span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> Diese Angst wird seitens des Personals oft mit </span> <span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>„Scheiß auf Corona“</i></span> <span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">beantwortet. </span></p>
<div id="magicdomid3580" class="ace-line"></div>
<p id="magicdomid2418" class="ace-line"><strong><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 b">Ein „großzügiges Geschenk“ von Telio</span></strong></p>
<p id="magicdomid2720" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Der Kontakt nach außen durch die Telio-Telefonie war für Gefangene noch nie einfach. Zum einen, weil die Telio-Preise viel zu überteuert sind, als dass sich alle Gefangenen den Anruf bei Angehörigen leisten könnten, zum anderen, <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/24/update-aus-dem-knast-ploetzensee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">weil die Telefone in Plötzensee, wie schon berichtet, derzeitig defekt sind. </a> </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Besonders wütend sind die Gefangenen aber vorallem nun, weil Telio damit wirbt, aufgrund des gestrichenen Besuches „60 Freiminuten in das deutsche Telefon-Festnetz“ zu gewährleisten. </span></p>
<p id="magicdomid3577" class="ace-line"><em><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">„Viele Gefangene haben aber Familie im Ausland oder rufen auf ein Handy an, für die gelten die 60 Freiminuten also nicht! Was wir wirklich brauchen, wären Handys für die Zellen oder von mir aus auch ein gesonderter Raum unter Aufsicht, wo wir mit unseren Familien videochatten könnten. </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">Das Angebot der JVA und Telio</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> jedenfalls</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> wird herzlichst wenig angenommen. </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Jeder </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">Gefangene</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">, der an dem Info-Zettel von Telio über die 60 Freiminuten vorbeiläuft, spukt drauf. Es ist ein fadenscheiniges Angebot.“</span></em></p>
<p id="magicdomid3581" class="ace-line"><strong><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 b">Knast macht krank….</span></strong></p>
<p id="magicdomid3593" class="ace-line"><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">Gefangene</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> werden</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> nicht auf das Corona Virus getestet oder untersucht. Dr. Henning Dannmeier</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">, der anstaltsinterne Arzt, </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi"> hält Blutuntersuchung für </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">„</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">nicht </span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">n</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">otwendig</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">„</span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">. </span></p>
<p id="magicdomid3917" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">„</span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i>Kann man den überhaupt als Arzt bezeichnen? Er </i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>kümmert  sich einen Dreck um die Gefangenen.</i></span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i> Sie weinen und ihm ist es egal. </i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i> Es gibt </i></span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i>auch </i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>keine richtige</i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>n</i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i> orthopädische</i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>n</i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i> Hilfsmittel</i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>.</i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i> Gefangene </i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>mit Rückenproblemen </i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>bekommen z.B. </i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>total durchgelegene, versaute </i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>Matratzen. In der gesamten JVA gibt es nur eine Psychologin und diese ist nur halbtags da.</i></span> <span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>Die Stimmung ist kurz vor der Eskalation. Die Leute halten es nicht mehr aus.“ </i></span></p>
<p id="magicdomid36" class="ace-line"><strong><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 b">Aufhaltetaktik statt offener Vollzug</span></strong></p>
<p id="magicdomid3929" class="ace-line"><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2">Neben der aktuellen Belastungen beschweren sich immer mehr Gefangene über die Gruppenleiterinnen </span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi">Kerstin Weigant</span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2"> und Frau Brandt. </span></p>
<p id="magicdomid4669" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z"> </span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i>„Wenn du bei denen bist, bist du verloren. Das ist die reinste Aufhaltetaktik. Eigentlich sollten wir spätestens nach 4 Monaten einen konkreten Plan über den Verlauf unserer Haftstrafe bekommen. In diesem Plan steht u.a., dass die sogenannte Straftatsauseinandersetzung mit den jeweiligen Gruppenleitern für die Entlassung oder die Verlegung in den offenen Vollzug wichtig ist. Hier passiert aber erstmal immer sechs Monate garnichts! Wenn du dann Glück hast, bekommst du nach einem halben Jahr endlich mal  einen Termin für eine Straftatauseinandersetzung, aber der offene Vollzug oder die Entlassung ist dadurch viel weiter entfernt, als es eigentlich gesetzlich geregelt ist. </i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>Plötzensee ist </i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>offiziell ein</i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i> halboffener Vollzug</i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>,</i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i> aber von 300 Gefangenen haben vielleicht maximal sechs </i></span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i>einen </i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>gelockerten Vollzug. </i></span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i>„</i></span></p>
<p id="magicdomid4806" class="ace-line"><strong><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z b">Perspektive aus Sicht von Gefangenen</span></strong></p>
<p id="magicdomid4888" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z">Angesicht der Situation fordern Gefangene konkrete Maßnahmen. </span></p>
<p id="magicdomid5091" class="ace-line"><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i>„</i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>Wir sind seelisch kaputt hier. Wir haben nichts, wirklich nichts! Wir sehen jeden Tag, dass die Lage draußen ernster wird. </i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i>Wir können hier nichts machen, wir sind einfach isoliert. </i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>Die sollen uns endlich Lockerungen geben</i></span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i> oder uns in den offenen Vollzug verlegen</i></span><span class="author-a-z85zz87zz68z87lyz66zz88zfz83zhdpz75zi i"><i>, damit wir unsere Familien sehen und unterstützen können.</i></span><span class="author-a-5yu6z66zj5z69z7yz122zleoz76z2 i"><i> Unsere Familien brauchen uns. Es ist ein Notzustand und jeden Tag wird es immer schlimmer</i></span><span class="author-a-37mz85zcd8z90zz78zz89zaa64cz89z i"><i>.“</i></span></p>
<p><strong>Was wir hier draußen tun können, ist die Gefangenen mindestens bei ihren Forderungen zu unterstützen, indem wir uns praktisch solidarisch zeigen. Überlegt euch was, trotz Ausgangssperren!</strong></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/ploetze-3/">Drittes Update aus der JVA Plötzensee</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Mar 2020 11:44:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Brand]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Tegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Criminals for Freedom haben einen Bericht mit O-Tönen von Gefangenen über den Brand und den Todesfall in der JVA Tegel veröffentlicht, den wir im Folgenden wiedergeben. Mariusz Krischan, ehemaliger Gefangener des Knastes Tegel, ist tot. Während Leitmedien von Suizid sprechen und sich in ihrer Berichterstattung über Sachschäden und Schadenssummen auslassen, wollen wir an...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brand-tegel-corona/">Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Criminals for Freedom haben <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/28/brand-im-knast-tegel-gemeinsam-erinnern-gemeinsam-kaempfen/">einen Bericht mit O-Tönen von Gefangenen</a> über den Brand und den Todesfall in der JVA Tegel veröffentlicht, den wir im Folgenden wiedergeben.</p>
<p id="magicdomid1173">Mariusz Krischan, ehemaliger Gefangener des Knastes Tegel, ist tot. Während Leitmedien von Suizid sprechen und sich in ihrer Berichterstattung über Sachschäden und Schadenssummen auslassen, wollen wir an dieser Stelle an Mariusz erinnern und die tatsächlichen Hintergründe benennen. Denn auch an seinem Tot wird wieder offensichtlich: Es gibt keinen Selbstmord im Knast! Knast macht kaputt und tötet. Allerdings sind Knäste nicht einfach nur Gebäude, sondern betrieben von Menschen, welche da drin oder von außen zuarbeiten, Entscheidungen treffen und damit in der Verantwortung stehen für den Tot von Menschen! Im Gegensatz zu den Leitmedien werden wir nicht zulassen, dass sich diese Verantwortlichen anonym hinter ihren Berufsbezeichnungen verstecken können.</p>
<p id="magicdomid639">Erinnern und trauern wollen wir zunächst an Mariusz. Ein Gefangener spricht von ihm als „einem lieben, herzensguten, sensiblen und hilfsbereiten Menschen – sehr feinsinning, ein Künstler eben.“ Seit 14 Jahren in der JVA Tegel weggesperrt, saß er seit 2017 auf der Station 8, auf welcher er gestern gerstorben ist. Nach Aussagen von Mitgefangenen war es nicht das erste Mal, dass er sein Leben beenden wollte. Allen war klar, dass ihn der Knast kaputt macht – auch der sogenannten „Sozialarbeiterin“ Laura Bechtloff, die ihm kurz vorher noch eine Disziplinarmaßnahme verpasst hatte. Gleichzeitig hatte er seit 10 Jahren keinen Vollzugsplan. Entlassung also niemals in Sicht? Nicht ganz. Mariusz Entlassung wäre eine Abschiebung gewesen. „In den Medien hörst du nichts von den Schicksalen dahinter“ – nichts davon, dass Mariusz nach seinem letzten Jahr im Knast die Abschiebung nach Rumänien erwartet hätte.</p>
<p id="magicdomid1177">Für andere Gefangene der Stationen 7 und 8, die ihn kannten und mochten, gibt es keine Möglichkeit der Trauer: „Der einzige Unterschied zu sonst ist, dass wir erst um 8 Uhr zur Arbeit mussten.“ Brände, die von Gefangenen gelegt werden, werden in den Leitmedien zum einen individualisiert und entpolitisiert und zum anderen als Sachbeschädigung und Verschwendung von Steuergeldern dargestellt. Diese Sichtweise lässt die in der Gesellschaft und im Knast herrschenden Machtverhältnisse vollkommen außer acht. Die Schilderungen der Gefangenen machen außerdem deutlich, dass das Leben von Gefangenen nichts wert ist: „Ich konnte den Feuerwehreinsatz sehen. Die hatten es nicht besonders eilig. Wir zählen hier nichts.“</p>
<p id="magicdomid1451">Dies zeigt auch der Umgang mit Corona im Knast Tegel. Gefangene der Stationen 7 und 8 konfrontierten die Teilanstaltsleiterin Ann-Katrin Flach und die zuständigen Sozialarbeiter*innen mit den nicht vorhandenen Vorkehrungen zum Schutz der Gefangenen. Teilanstaltsleiterin Flach sagt dazu: „Oberste Priorität hat das Wohlergehen der Bediensteten.“</p>
<p id="magicdomid1639">Das wundert uns natürlich nicht ist auch kein Geheimnis. Aber es macht uns wütend, dass Menschen in den Knästen regelrecht wegsterben, weil das Systems sie ermordet. „Die Situation hier tötet Menschen und macht sie krank. Das geht hier mindestens 2 Leuten auf jeder Station so. Das ist allen klar.“</p>
<p id="magicdomid1919">Wir erinnern an Mariusz Krischan und sind im Herzen bei den Angehörigen und Mitgefangenen.</p>
<p id="magicdomid2053" class="ace-line"><strong><span class="author-a-z122zafz89zmz76zz75zwiz66zmz74zlz67zz70z5">Aus der Erinnerung wird Wut, diese gilt den gesamten Apparat und damit Menschen, welche die Knäste immer noch aufrechterhalten.  </span></strong><strong><span class="author-a-z122zafz89zmz76zz75zwiz66zmz74zlz67zz70z5">An alle da draußen: seit auch wütend, wehrt euch gegen diesen Drecks-Apparat! </span></strong></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/brand-tegel-corona/">Brand im Knast Tegel – gemeinsam erinnern, gemeinsam kämpfen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Zweiter Bericht aus JVA Plötzensee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Mar 2020 17:31:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Corona]]></category>
		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Plötzensee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Nach einem ersten Bericht von Gefangenen aus der JVA Plötzensee hat die Gruppe Criminals for Freedom nun einen zweiten veröffentlicht, den wir im Folgenden dokumentieren. Update 2 aus dem Knast Plötzensee Posted on 2020/03/27 Nach unserem letzten Update über den Knast Plötzensee erreichten uns wieder neue Berichte, welche wir an dieser Stelle zusammen...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/ploetze-bericht-2/">Zweiter Bericht aus JVA Plötzensee</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Nach einem ersten Bericht von Gefangenen aus der JVA Plötzensee hat die Gruppe Criminals for Freedom <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/27/update-2-aus-dem-knast-ploetzensee/">nun einen zweiten</a> veröffentlicht, den wir im Folgenden dokumentieren.</p>
<header class="entry-header">
<h1 class="entry-title">Update 2 aus dem Knast Plötzensee</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="15:55" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/27/update-2-aus-dem-knast-ploetzensee/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-03-27T15:55:05+01:00">2020/03/27</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<div id="magicdomid625" class="ace-line"><span class="author-a-pz81zz68zz74zlsz67zuz80zuz73zz122zb9tz86z">Nach unserem letzten Update über d</span><span class="author-a-z71z8tipdz90ztz84zinz85zxz122zbl">en Knast</span><span class="author-a-pz81zz68zz74zlsz67zuz80zuz73zz122zb9tz86z"> Plötzensee erreichten uns </span><span class="author-a-z71z8tipdz90ztz84zinz85zxz122zbl">wieder </span><span class="author-a-pz81zz68zz74zlsz67zuz80zuz73zz122zb9tz86z">neue Berichte, </span><span class="author-a-z71z8tipdz90ztz84zinz85zxz122zbl">welche</span><span class="author-a-pz81zz68zz74zlsz67zuz80zuz73zz122zb9tz86z"> w</span><span class="author-a-z71z8tipdz90ztz84zinz85zxz122zbl">ir an dieser Stelle zusammen fassen.</span></div>
<p id="magicdomid643">Die Gefangenen erreichte die Mitteilung, das es aufgrund der aktuellen Situation bezüglich der Corona-Pandemie bis auf weiteres zu einer personellen Reduzierung im Bereich der Gruppenleitung vor Ort kommen wird, damit diese wohl geeignete Aufgaben und Arbeitsmodelle übernehmen könnten. Ziel sei es, über die nächsten Wochen hinweg für alle Gefangenen ein Grundangebot an psychosozialer Beratung und Betreuung sicherzustellen.</p>
<p id="magicdomid7">Das bedeutet konkret:</p>
<ul>
<li>Pro Hafthaus wird sich maximal nur eine Gruppenleitung im Dienst befinden, Gesprächstermine werden nur auf „absolut notwendige Anliegen“ reduziert. Alle „dringenden Anliegen“ werden angeblich weiterhin bearbeitet. Diese seien schriftlich per Vormelder (VG 51) an die Gruppenleitung zu richten. Weniger Personal bedeutet aber immer, dass die Belange der Gefangenen, wie zum Beispiel eine vorzeitige Entlassung oder eine medizinische Behandlung, weniger als eh schon bearbeitet werden.</li>
</ul>
<ul>
<li>Termine zur Straftatauseinandersetzung werden außerdem nicht im gewohnten Rhythmus erfolgen können. Diese Termine sind bedeutend für eine Entlassung.</li>
</ul>
<p id="magicdomid1842">Als weitere Maßnahme werden, wie in allen Berliner Knästen, die Besuche zunächst bis zum 5. April 2020 eingestampft. Besuche von Rechtsanwält*innen finden grundsätzlich mit Trennscheibe statt.</p>
<p id="magicdomid1943">Gleichzeitig werden natürlich auch die Gefangenen untereinander isoliert. So berichtet ein Gefangener, dass die GIF-Sitzung am 24.03.20 (GIF =Gesamtinsassenvertretung) von dem Knastbullen van Elsberg mit der Begründung „Corona“ aufgelöst wurde. Dabei befanden bei der Sitzung nur vier Personen im Raum, genug Abstand konnte deswegen allemal eingehalten werden.</p>
<p id="magicdomid2108">Währenddessen ignoriert die Gruppenleiterin Kerstin Weigant kontinuierlich die Beschwerden der Gefangenen und „kümmert sich um nichts“,  Knastangestellte, wie beispielsweise der HYGIENE(!)-Chef Menzel, latschen in ihren Privat- oder Dienstklamotten und ohne irgendwelche Vorkehrungen ständig durch die Großküche, in welcher die Gefangenen weiter arbeiten müssen.</p>
<p id="magicdomid2109"><em>„Wir bekommen ne Besuchssperre und die Bediensteten gehen rein und raus, wie sie wollen“.</em></p>
<p id="magicdomid2649">Es ist mehr als offensichtlich, dass es bei all den oben genannten Maßnahmen ausschließlich um den Schutz des Knastpersonals geht und nicht etwa um den Schutz der Gefangenen. <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/24/update-aus-dem-knast-ploetzensee/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Keine sozialen Kontakte nach außen durch Besuchsverbote und kaputte Telio-Telefone</a>, erschwerte Möglichkeit, entlassen zu werden, Isolation unter den Gefangenen, schlechte medzinische Versorgung und keine Möglichkeit, Hygienestandarts einzuhalten.</p>
<p id="magicdomid2693">Solche Zuständen in Plötzensee bestätigt auch der Gefangene Akaki Migrauli. Er berichtet ebenfalls davon, dass die übriggebliebenen Knastangestellten weder Handschuhe noch Mundschutz tragen und keinen Sicherheitsabstand halten würden. Von Desinfektionsmittel haben die Wärter*innen offensichtlich auch noch nie etwas gehört.</p>
<p id="magicdomid24">Doch auch über Corona hinaus berichtet er vom menschenunwürdigen Verhalten der Bediensteten, besonders durch Herrn Torak aus Haus C. Dieser hat religiöse Wandbilder im Haftraum von den Wänden gerissen und sie mit Füßen getreten. Zudem macht er Akaki für eine Schlägerei mitververantwortlich, bei welcher dieser nur schlichtend eingegriffen hat. Es folgten Einschluss, eine Vorladung vor dem VDL (=Vollzugsdienstleiter) und mehrere Ermittlungensverfahren gegen Gefangene aus dem Haus C.</p>
<p id="magicdomid2718">Akaki berichtet uns auch, dass er eine Epilepsieerkrankung und eine Zyste am Kopf hat. Dazu kommt, dass er seit drei Wochen an starken Halzschmerzen und sehr entzündetem Rachen leidet. Akaki befürchtet nun an Corona erkrankt zu sein und erhoffte sich wenigstens Antibiotika. Allerdings wurde er vom Anstaltsarzt null ernst genommen und erhielt ausschließlich Neoangin- Tabletten, welche nicht halfen. Eine weitere medizinische Behandlung fand nicht statt.</p>
<p id="magicdomid3497">Akakis Bericht ist nur einer von vielen, welcher die oben beschrieben Zustände deutlich macht: Gefangene werden dem Virus wie Freiwild ausgesetzt, während das Knastpersonal nach und nach ausgedünnt wird, um sich vermutlich im sicheren Home Office zurückzuziehen. Weniger Knastangestellte bedeuten für die Gefangenen aber nicht mehr Freiheiten, weil die Gitterstäbe, Zellen und die Schlüssel dazu in den Händen der übrig gebliebenen Wärter*innen bleiben.</p>
<p id="magicdomid3495"><strong>Wenn Gefangene vor dem Virus tatsächlich geschützt werden sollen, müssen sich dafür die Knasttore und auch unbezahlter Wohnraum öffnen. In diesen Tagen sollten wir deswegen alle genau mehr denn je dafür kämpfen.<br />
</strong></p>
<p id="magicdomid3843"><em>Außerdem: wir dringend die Freiheit aller Gefangenen, vor allem in diesen Zeiten ist, zeigt auch der <a href="https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/03/toter-brand-jva-tegel-berlin-feuerwehr.html" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tot eines Gefangenen aus dem Knast Tegel</a>. Auch, wenn Leitmedien von Suizid sprechen werden, wissen wir: es gibt keinen Selbstmord im Knast. Knast macht krank, Knast tötet. Deswegen gehört er abgeschafft.</em></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/ploetze-bericht-2/">Zweiter Bericht aus JVA Plötzensee</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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		<title>Bericht über Coronasituation in JVA Tegel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[jena]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Mar 2020 20:07:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Coronavirus]]></category>
		<category><![CDATA[JVA Tegel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe Criminals for Freedom hat einen Beitrag über die Situation in der JVA Tegel veröffentlicht, den wir an dieser Stelle dokumentieren. Knast Tegel, Zustände durch Corona Pandemie Posted on 2020/03/26 Gefangene aus dem Knast Tegel wollen die nachfolgend genannten Zustände öffentlich machen – helft ihnen dabei, die Infos zu streuen und werdet...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/tegel-corona/">Bericht über Coronasituation in JVA Tegel</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GG/BO-Soligruppe Jena: Die Gruppe Criminals for Freedom hat einen<a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/26/knast-tegel-zustaende-durch-corona-pandemie/"> Beitrag über die Situation in der JVA Tegel</a> veröffentlicht, den wir an dieser Stelle dokumentieren.</p>
<header class="entry-header">
<h1 class="entry-title">Knast Tegel, Zustände durch Corona Pandemie</h1>
<div class="entry-meta"><span class="sep">Posted on </span><a title="13:54" href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/post/2020/03/26/knast-tegel-zustaende-durch-corona-pandemie/" rel="bookmark"><time class="entry-date" datetime="2020-03-26T13:54:09+01:00">2020/03/26</time></a></div>
</header>
<div class="entry-content">
<p>Gefangene aus dem Knast Tegel wollen die nachfolgend genannten Zustände öffentlich machen – helft ihnen dabei, die Infos zu streuen und werdet praktisch solidarisch!</p>
<p><strong>„Abstand halten“ nicht möglich</strong></p>
<p>Selbst vom Personal gibt es Beschwerden. Obwohl es uns eigentlich fern liegt, Justizknechten eine Stimme zu geben, zeigt u.a. <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/03/AH-1-zu-Covid.pdf">dieser Beschwerdebrief</a>, welche massiven Probleme der Knast für die Gesundheit mit sich bringt. „Bei Aufschluss sind 120 Gefangene auf den Hof, ohne Sicherheitsabstand“, so ein Gefangener hinzufügend.</p>
<p><strong>Besuchsregelungen, Entlassungen, Freigänge<br />
</strong></p>
<p>Bisher darf nur eine Person über 16 Jahre in die Anstalt, um einen Gefangenen zu besuchen. Wenn es zu Entlassungen oder Freigängen kommt, bekommen die (neuen) Gefangenen keine Untersuchung. „Da wird nicht einmal Fieber gemessen“, so ein Gefangener aus Tegel.</p>
<p>Die Aussetzung Ersatzfreiheitsstrafe erfolgte ohne jede Vorbereitung. „Man spricht hier von Blitzentlassungen. Es gibt keine Wohnung, sie haben garn ichts, sie wurden auf die Straße in die Kälte entlassen“.</p>
<p><strong>Einweisungsabteilung</strong></p>
<p>Der A-Flügel mit 3 Etagen und C-Flügel mit 2 Stationen wurden umfunktioniert in eine Einweisungsabteilung (EWA), in welchem sehr viele Gefangene aus Moabit sind, weil sie dort keine Kapazität mehr haben. Die daraus resultierenden Probleme erklärt der oben erwähnte Beschwerdebrief. In der EWA kann kein Sport gemacht werden, es gibt nur wenig Aufschluss, anwaltliche und private Besuche sind sehr stark eingeschränkt. Justizsenator Behrendt spricht zwar von einer Umstrukturierung der Flügel in die EWA für maximal sechs Wochen, in der Realität sei es aber wohl, so die Gefangenen, mehr als ein Jahr. Eigentlich ist die Abteilung dafür da, die Haftform (geschlossen oder offen) festzulegen und Perspektiven zu planen, allerdings sind die Gefangenen hier „viel schlechter gestellt, teilweise sitzen hier Eierdiebe [Anmerk C4F: Gefangene mit kurzen Strafen von 1- 2 Jahre ab], aber sie sitzen auf ihrem Status fest“. Eine Planung, was mit ihnen passiert, ist also nicht in Sicht.</p>
<p><strong>Hygienische Bedingungen</strong></p>
<p>„Bis vor Kurzem gab es keine Seife, Papierhandtücher oder Handdesinfektion im Besuchszentrum. Erst durch einen Brandbrief von einem Gefangenen hat sich das geändert. Andere Forderungen wurden aber ignoriert. Gefangene haben außerdem keinerlei Informationen über den aktuellen Stand und es gibt auch keine Pläne, falls es infizierte Gefangene gibt. Menschen aus Risikogruppen haben keinerlei Schutz! Die medizinische Versorgung ist unterirdisch, es gibt nur einen fähigen aber sozial inkompetenten Arzt, alle anderen sind totaler Schrott. Du trittst dir einen Nagel ein und bekommst Ibo.“</p>
<p>Außerdem: <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/03/SenJust-Corona-17.03.2020.pdf">Maßnahmen aus Anlass des Coronavirus, Stand 17.02.2020 von der Senatsverwaltung für Justiz</a></p>
<p>Und: <a href="https://criminalsforfreedom.noblogs.org/files/2020/03/JVA-Tegel-M.-Riemer-19.03.2020.pdf">Rundschreiben vom Anstaltsleiter Riemer </a></p>
<p><em>Nach Informationen von Gefangenen aus Tegel gibt es auch im Knast Bützow einen Corona-Infizierten.</em></p>
<p>Die Situation in den Knästen spitzt sich zu, für die Gefangenen gibt es keinen Schutz vor dem Virus. Diejenigen, welche entlassen werden, werden direkt in die Obdachlosigkeit geschickt. Gleichzeitig wird von staatlicher Seite gefordert, dass alle „zuhause“ bleiben, sich in Quarantäne begeben sollen.<strong> Die Freiheit aller Gefangenen, unbezahlter Wohnraum für alle und damit die Verbindung unserer Kämpfe wird daher wichtiger denn je. Zeigt euch solidarisch mit allen Gefangenen, Wohnungs- und Obdachlosen und allen, welche von der Krise am meisten betroffen sind.</strong> <strong>Geht zu den Knästen, <a href="https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&amp;v=5KgUCzYCQts&amp;feature=emb_logo" target="_blank" rel="noopener noreferrer">gebt den Gefangenen eine Stimme</a>, konfrontiert Verantwortliche der Knastgesellschaft, umgeht Ausgangssperren, besetzt Häuser und Wohnungen!</strong></p>
<p><strong>Freiheit für alle und die Häuser denen, die sie brauchen!</strong></p>
<p><em>Die von den einzelnen AutorInnen veröffentlichten Beiträge geben nicht die Meinung der gesamten GG/BO und ihrer Soligruppen wieder. Die GG/BO und ihre Soligruppen machen sich die Ansichten der AutorInnen nur insoweit zu eigen oder teilen diese, als dies ausdrücklich bei dem jeweiligen Text kenntlich gemacht ist.</em></p>
</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://ggbo.de/tegel-corona/">Bericht über Coronasituation in JVA Tegel</a> erschien zuerst auf <a href="https://ggbo.de">Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO)</a>.</p>
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