Meßstetten und RottweilStädte buhlen um Großgefängnis

Meßstetten und RottweilStädte buhlen um Großgefängnis

SIR/dpa, 15.06.2015 17:29 Uhr

Ein Großgefängnis für 500 Insassen verspricht Arbeitsplätze – sowohl Meßstetten als auch Rottweil haben deshalb ein besonderes Interesse, als Standort auserkoren zu werden.
Stuttgart – Das Rennen um das geplante Großgefängnis im Südwesten geht in die nächste Runde. Sowohl Rottweil als auch Meßstetten hätten sich für das geplante Projekt ausgesprochen, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Montag. „Beide haben umfangreiche Unterlagen vorgelegt, die nun geprüft werden.“ Die endgültige Entscheidung für den Standort des Großgefängnisses werde voraussichtlich noch vor der Sommerpause fallen.

In der modernen Haftanstalt soll nach Angaben des Justizministeriums Platz für 500 Insassen geschaffen werden. Durch die neue JVA könnten viele kleine und teils marode Gefängnisse zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald ersetzt werden. Auch rund 250 Arbeitsstellen könnten durch das neue Gefängnis entstehen.

„Aus unserer Sicht sprechen alle Argumente für Rottweil“

„Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht, jetzt ist das Land am Zug“, sagte der Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß. „Aus unserer Sicht sprechen alle Argumente für Rottweil.“ Die Stadt sei bereits mit Land- und Amtsgericht ein langjähriger Justizstandort und beherberge auch die bisherige Justizvollzugsanstalt Rottweil. Zudem sei sie verkehrsgünstig von allen vier Landgerichtsbezirken Hechingen, Rottweil, Waldshut-Tiengen und Konstanz gut zu erreichen. „Und das wiederum ist für einen funktionierenden Justizvollzug erforderlich.“

Der Bürgermeister von Meßstetten, Lothar Mennig, verwies auf das Argument der Strukturförderung. „Wenn es die grün-rote Regierung ernst meint mit dem Flächenverbrauch, müsste vorrangig eine Konversionsfläche in Form einer ehemaligen Kaserne für einen solchen Zweck in Anspruch genommen werden.“ Zudem habe sich Meßstetten im vergangenen Herbst bereiterklärt, befristet bis Ende 2016 eine Landeserstaufnahmestelle (Lea) für Flüchtlinge in der ehemaligen Zollernalbkaserne unterzubringen – und dem Land damit aus der Klemme geholfen. „Der Gemeinderat hat auch im Hinblick darauf eine gewisse Erwartungshaltung formuliert.“

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