Der Knast ist für manche Menschen das Todesurteil

Oliver Rast saß dreieinhalb Jahre im Gefängnis, davon anderthalb in Tegel, weil er Mitglied der linken „Militanten Gruppe“ war. Seit zwei Jahren ist er frei und nun Sprecher der Gefangenen-Gewerkschaft.

In den JVAs sterben Menschen im Wochentakt. In seiner Zeit in der JVA Tegel hat er mehrere Todesfälle von Inhaftierten teils direkt erleben müssen. Darunter waren auch Freitode. Einige starben aber auch wegen menschlichem Fehlverhalten.

Die medizinische und psychotherapeutische Versorgung in den Haftanstalten ist in der Regel katastrophal. Oliver würde sogar so weit gehen und sagen, dass das Vollzugsleben für Inhaftierte oft durch eine medizinische Nichtversorgung gekennzeichnet ist.

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Er hat fünf bis sechsmal erlebt, wie Menschen aufgrund unterlassener Hilfeleistung gestorben sind. Zum Beispiel hatte ein Kollege einen Schlaganfall und die Ärzte griffen zu spät ein. Ein andere war krebskrank und erhielt keine angemessene medizinische Behandlung. Er starb auch.

Haftanstalten sind für Gefangene Orte des unnatürlichen Todes

„Es kann einfach nicht sein, dass Haftanstalten für Gefangene Orte des unnatürlichen Todes werden“, sagt Oliver. Er hat den Eindruck, dass Gefangene die JVA in einem schlechteren Zustand verlassen als bei ihrer Verhaftung. Und manchmal ist der Knast sogar ihr Todesurteil.

Und was noch schrecklicher ist: Die Medikamente, die für die Inhaftieren vorgesehen sind, werden zum Teil von den Bediensteten entwendet und zwar für ihren privaten Gebrauch. Für die Häftlinge bleiben meist nur die billigen Medikamente übrig. Selbst schwer Erkrankte werden mit Ibuprofen oder Paracetamol behandelt. Da braucht sich keiner zu wundern, wenn Häftlinge sterben.

Wie es als Gefangener hinter Gittern ist und was sich Oliver für die Zukunft wünscht, seht ihr oben im Video. [Dazu bitte dem Link zur Quelle folgen]

Quelle: http://www.huffingtonpost.de/oliver-rast/knast-gefangene-todesurteil_b_13689788.html

 

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